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Suhlen
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Suhlen und Malbäume
Suhlen gehört zu den liebsten Bedürfnissen und Beschäftigungen von Rot- und Schwarzwild. In Revieren mit lehmigen, tonigen Böden gibt es meist genügend Suhlen. Andernfalls helfen wir auch einfach ein wenig nach und stauen an feuchten Stellen geringfügig das Wasser, heben auch eine kleine Grube aus und bieten so künstliche Suhlen an. Jede matschige Pfütze kann bei Rot- oder Schwarzwildvorkommen zur Suhle umfunktioniert werden. Sollte die künstliche Suhle im Sommer austrocknen, müssen wir eventuell mit einer Fuhre Wasser Abhilfe schaffen. Wer Niederschlagswasser auffangen oder einen kleinen Bach anzapfen kann, hat diese Sorge nicht. Schwieriger ist es schon, in sandigen oder steinigen Revieren Suhlen anzulegen. Hier hilft oft nur die künstliche Suhle. Dazu müssen wir eine zimmergroße oder größere Fläche einen knappen Meter ausheben und eine Lage Beton einarbeiten, den wir mit einer Folie oder einem Anstrich abdichten. In diese schalenförmige Grube muß Lehm gefahren werden, der in Abständen, wenn der normale Niederschlag nicht ausreicht, mit einer Fuhre Wasser angefeuchtet werden muß. Graben wir die Grube tiefer, dann reicht auch Teichfolie ohne Beton. Sie muß so tief eingearbeitet sein, daß das Rotwild mit seinen Schalen die Folie nicht beschädigen kann. Wenn wir davon ausgehen,daß auf einen Quadratmeter rund 1/2 Kubikmeter Wasser füllt, kommen bei einer Suhle schon leicht 2 bis 3 Kubikmeter zusammen. Legen wir seitlich der Suhle, durch eine Einzäunung geschützt, noch 10 Quadratmeter Folie aus, liefert uns diese noch etwa 5 Kubikmeter Wasser im Jahr. Das dürfte auch für trockene Jahre reichen . Abschließend noch eins : Alle Suhlen sollten von Ästen und spitzen Steinen freigehalten werden, das Wild dankt es Ihnen durch regelmäßige Annahme. Zu jeder Suhle gehört ein Malbaum, an dem sich das Wild nach dem Bad in der Suhle scheuern kann. Malbäume sind für den kundigen Jäger wie ein aufgeschlagenes Buch. Er kann die Größe des Wildes daran ablesen, sieht ob Rot- oder Schwarzwild da war, kann zwischen Keiler und Bache unterscheiden, zwischen Kahlwild und Hirsch. Brandstellen im Wald haben schon immer auf alles Wild eine große Anziehungskraft, dort finden wir Asche und Holzkohlenteer. Dieser gilt als altes und bewährtes Heilmittel. Deshalb holen wir unseren Holzkohlenteer auch kiloweise aus der Apotheke oder vom Jagdversand. Mit einer alten Bürste, Plastikhandschuhe nicht vergessen - streichen wir den Holzkohlenteer an die Malbäume rund um die Suhle. Nicht an jeden, allenfalls an jeden zweiten oder dritten. Es wird nicht lange dauern, bis Rot- und Schwarzwild diese Bäume annehmen und aufsuchen. Damit der Teer nicht so leicht abgestreift wird, können wir senkrechte Rillen mit der Motorsäge in den Stamm fräsen. Das Wild kann den Teer so nicht abscheuern und wir müssen den Belag seltener erneuern. Wer keinen passenden Malbaum hat, kann sich einen Stamm, beispielsweise einen Abschnitt eines Telefonmastes in den Boden einlassen, mindestens aber einen Meter tief und mit Steinen festgepackt, sonst steht er nicht lange.Sobald sich auf schlammigen Wegen Pfützen bilden, finden sich die Sauen zum Suhlen
ein. Wer solche Strommasten im Revier stehen hat, kann sich jagdlich glücklich schätzen. Die geteerten Pfosten wirken wie Magnete auf Rot- und Schwarzwild. Höhe und Verteilung des Schlamms zeigen, dass sowohl Schwarzwild als auch Rotwild den Stmm aufgesucht haben. Darunter auch schwächere Hirsche, wie die vom Geweih in mittlerer Höhe verursachten Kratzer zeigen. Wer genau hinschaut findet auch Borsten und Haar als zusätzlichen Hinweis auf die Besucher. Hier sind die Vorpächter dem Wild dicht auf die Decke bzw. Schwarte gerückt. Wer seinen Sitz in halber Schrotschussentfernung zur Suhle platziert, darf sich nicht wundern, wenn das Wild bald den Platz nur aufsucht, wenn der Jäger weit weg ist. An dieser Suhle hat die Zeit für das Wild gearbeitet. Seit die Kanzel baufällig und fast eingewachsen ist und nicht mehr bezogen werden kann, nutzt das Wild auch wieder die Suhle. Verlässlich fast über ganze Jahr angenommen ist auch die große Suhle im östlichen Revier. Am aufgewühlten Schlamm im Wasser kann man erkennen, wann Sauen da waren und von welchem Kaliber sie waren. Auf diesem Bild ist das Wasser schon relativ klar. Für den Jäger heißt das: Die Sauen waren nicht in der letzten, wohl aber in der vorletzten Nacht an der Suhle. Beim Bau der Kanzel im Hintergrund hatten die früheren Pächter zwar die Suhle im Auge, weniger jedoch den Wind. So ist es trotz der relativ dichten Kanzel nur bei Ostwind möglich, dort auf Sauen anzusitzen. Der vorherrschende Westwind drückt die Witterung des Jägers direkt zur Suhle hin. Wir denken deshalb über einen veränderten Standort und eine größere Kanzelhöhe nach. |