Malbaum
Home ] Nach oben ] Wild essen ] Trophaen ] Wild verwerten ] Nachsuche ] Suhlen ] [ Malbaum ] Salzlecken ] Kirrungen ] Wild-Aesung ] Fuetterungen ] Wildschaden ]

 

Suhlen und Malbäume

Hochwild, das aus der Suhle kommt, schätzt es, sich an Bäumen mit rauher Rinde kräftig zu scheuern. Es geht ihm sicherlich darum, sich von allen möglichen Plagegeistern zu befreien. Besonders schätzt es suhlendes Wild, sich an geteerten Stämmen zu reiben. Wo noch die alten hölzernen, mit Teer gegen Fäulnis imprägnierten Telefon- oder Lichtmasten stehen, kann man beobachten, wie diese gezielt von Rot- und Schwarzwild zur Körperpflege aufgesucht werden.

DSC00227.JPG (598996 Byte)DSC00228.JPG (608200 Byte)

An den beiden oberen Malbäumen haben nicht nur geringe Sauen ihre Schwarte gescheuert.
Höhe der Schlammspuren und die Stammverletzungen zeigen den Besuch so manchen Keilers an.

DSC00233.JPG (603775 Byte)DSC00234.JPG (603694 Byte)

Die kleineren Sauen geben sich schon einmal mit einem Baumstubben zufrieden.
Aus der unterschiedlichen Höhe der Schlammspuren lassen sich Stärke und Alter ablesen.

Malbäume heißen sie, weil das Wild sie mit Schlamm bemalt, weil es sein Bild auf den Stamm malt, seine Visitenkarte hinterlässt. Wer Malbäume aufmerksam studiert, dem erzählen sie, welches Wild seine Decke bzw. Schwarte an ihnen gerieben hat. Man findet Haare und Borsten, die Rückschlüsse auf das Wild geben, das hier Wohlbefinden gesucht hat. Man findet aber auch die Einschläge der Keilerwaffen und die Kratzer der Geweihsprossen. An deren Ausprägung lassen sich neben den in den Boden rund um den Malbaum eingestanzten Tritte recht genaue Rückschlüsse auf die Stärke von Keiler und Hirsch schließen.  

Jäger erhöhen die Anziehungskraft der Malbäume, indem sie deren Fuß mit Holzkohlenteer einstreichen. Holzkohlenteer ist ein Stoff, der bei schwelender Verbrennung entsteht. Er kommt überall dort - praktisch natürlich - im Wald vor, wo Forstarbeiter Holzabfälle verbrennen. Solche Brandplätze sind mit ihrer Asche und dem angefallenen Holzkohlenteer ein Magnet für alles Wild. Gleiches gilt auch für alte und neue Köhlerplätze, an denen Holz zu Holzkohle verschwelt wird.