Kirrungen
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Kirrungen

Eine andere Art der Lockjagd ist die Kirrjagd.

Bei den Aufnahmen handelt es sich um Bilder,
die im Laufe der letzten 20 Jahre aus verschiedenen Revieren zusammengetragen habe.

Kirren hilft, das Wild präzise anzusprechen und schussgerecht zu stellen.

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Diese Kirrung in meinen neuen Revier habe ich nicht übernommen, sondern sogleich stillgelegt.
Kirrungen am falschen Platz richten  mehr Schaden an als sie Nutzen bringen.
Eine Kirrung mitten im Einstand bringt bei Beschickung und Bejagung so viel Störung,
dass das Wild mit jedem Jagderfolg heimlicher wird.

Mehr zum Thema Kirr-Jagd finden Sie unter jagdpraxis.de/kirrungen.htm

Bei der Kirrjagd wird das Wild mit kleinen Mengen leckeren Futters beigelockt. Mais ist inzwischen zum Standard-Kirrfutter geworden. Mais-Körner sind haltbar, nahrhaft und beim Wild begehrt. Weizen oder Gerste tun ähnlich gute Dienste. Hie und da haben Jäger auch nahe Beziehungen zu Gemüsehändlern und Großmärkten. Da kann es schon einmal sein, dass der Keiler mit Feigen oder Erdnüssen angekirrt wird. Und damit sind wir schon bei dem Wild, das besonders gerne angekirrt wird, beim Schwarzwild.

Von Anglern kennt man schon lange, dass sie beim Fang von Fischen auf Futter vertrauen. Das gilt beim Fang von Karpfen genauso wie beim Hechtfang oder der Fliege beim Forellenangeln. Von der Jagd kannte ich das weniger, bis ich dann bei den Gesprächen nach dem Ansitz genauer hinhörte und heraushörte, dass schon immer bei der Sauenjagd mit Futter nachgeholfen wurde. Eimal erlebte ich, wie ein Jagdfreund ein von einem anderen Freund im August gestreckten Feisthirsch in den Äser schaute und sich dann so beiläufig über die in dessen Revier so früh reifen Äpfel wunderte.

Waldjäger, vor allem Förster, haben es bei der Jagd immer ein wenig leichter. Sie betreuen die Waldreviere mit meist großen Dickungskomplexen, in denen sich Rot- und Schwarzwild vertrauter geben und leichter bejagbar sind. Feld- und Wald-Feld-Rand-Jäger mussten und müssen sich ihre Jagdchancen bei der Schwarzwildjagd mit Kirrungen verbessern. 

Lange Zeit war ich kein Freund der Jagd an Kirrungen. Inzwischen habe ich meine Meinung geändert und halte die Jagd an Kirrungen - so sie fair und sauber ausgeführt wird- für die schonendste Möglichkeit,  Wildbestände im Griff zu behalten und so genau wie möglich den Wahlabschuss zu erfüllen. Wild kann nur beim vertrauten Äsen so exakt wie möglich und zu präzise wie möglich bejagt werden. An Kirrungen und  den im Prinzip gleich gestellten Äsungsflächen ist es möglich, das Wild in Ruhe und so präzise zu treffen, dass unsere modernen Patronen ihre volle Wirkung entfalten und das Wild im Schuss verendet.

Bei sich bewegendem oder gar flüchtigem Wild sind stets viele Unwägbarkeiten im Spiel und ein guter Teil der beschossenen Stücke kommt erst nach mehreren Schüssen oder gar nach langer Nachsuche zur Strecke. Bei allen Vorbehalten gegen die Jagd auf Äsungsfächen und an Kirrungen sollte man stets den tierschonenden   Aspekt  der stillen Kirrjagd im Auge behalten.

Hinsichtlich der Anlage von Kirrungen sollte man immer an das Prinzip des möglichst guten Ansprechens und des sauberen Schusses denken. Deshalb ist es sinnvoll, an der Kirrung mehrere kleine Futterplätze einzurichten, um Rudel oder Rotte zu entzerren. So kann klar angesprochen und gefahrlos für die übrigen Stücke geschossen werden.

Die abgebildete Kirrung aus einem herrschaftlichen Revier erfüllt diese Kriterien nicht. Zwar stehen die Stücke gut zum Ansprechen, jeder Schuss auf eines der vorderen Stücke würde aber unmittelbar eines der dahinter stehenden Stücke gefährden.

Bedenke das Ende:  
Ein Stück am Anschuss, zwei Stücke zur Nachsuche !

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Hier hat es der Revierjäger gut gemeint aber falsch gemacht. Sicherlich kann man eine Rotte entzerren, wenn man den Mais auf viele kleine Häufchen verteilt.  Hier kann die gute Absicht böse Folgen haben. Stehen die Sauen an der Kirrung, so kann man hier kaum verantwortlich schießen. Durchschlagende Geschossteile gefährden die weiter hinten stehenden Stücke.

Die Kirrplätze dürfen nicht hintereinander angeordnet sein, sie müssen nebeneinander, zumindest aber versetzt zueinander angelegt werden. Nur dann gefährdet der Schuss keine weiteren Stücke.

Wer nicht regelmäßig Zeit hat, seine Kirrungen zu beschicken, nutzt Vorrichtungen, die den Sauen ihre Maisportion auf Anfrage abgeben. Hier sind der Erfindungsgabe kaum Grenzen gesetzt. Die beiden  abgebildete Futterfässer konnte ich vor Jahren im Hintertaunus in fremden Reveren fotografieren. Wer keine so guten Beziehungen zu Brauereien hat, findet heute überall Kanister und Fässer unterschiedlichen Materials, die sich mit wenig Aufwand zu Kirr-Fässern herrichten lassen.

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Während das Fass auf dem linken Bild frei auf einer ebenen Fläche bewegt werden kann, ist das Fass auf dem rechten Bild wegen der Hanglage des Kirrplattzes angekettet.

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Eine andere patente Konstruktion bietet Platz für einen ganzen Sack Mais. Durch die seitliche Plexiglasscheibe ist der Füllstand schon von weitem zu erkennen. Das den Sauen zugängliche Pendel kann so eingestellt werden, dass täglich nur begrenzte Futtermengen zugänglich werden. Die Befüllung erfolgt bei angehobenem Deckel.

 

Mit der Motorsäge geschnittene Blumentröge haben mich auf die Idee gebracht, Kirrungströge für Sauen aus Stämmen zu schneiden. Sie ersetzen zwar nicht die im Handel erhältlichen Sautrommeln, verhindern aber, dass sich Rehwild, Eichhörnchen und Vögel   über Tag am ausgestreuten Futter bedienen und den Sauen nichts übrig bleibt. Während des Motorsägen-Workshops haben wir ein wenig experimentiert.

Herausgekommen sind zwei interessante Behälter, die sich optimal der Natur anpassen und die ausgelegten Kirrkörner perfekt vor Wild, Vögeln und Mäusen schützen.

Allerdings muss man den Sauen erst beibringen, den Trog zu bedienen. Das dauert eine Weile. Das KnowHow kann aber auch verlorengehen und muss dann  bei anderen Sauen neu trainiert werden. Bei der letzten Drückjagd ist praktisch unsere komplette standorttreue Rotte im Nachbar-Revier erlegt worden. Damit ist das KnowHow des Trogöffnens verloren gegangen. Im Augenblick geht keine 'Sau' mehr an Tröge, Stämme und Klötze.

Zunächst stelle ich Ihnen den Sauentrog vor:

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Schaffen Sie eine sichere Unterlage und längen Sie einen Stamm auf +/-  80 cm. Schneiden Sie ihn links und rechts zu 40% ein, tauchen Sie die Säge ein ... und schneiden Sie wie abgebildet den Deckel des Troges aus.
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Schneiden Sie die Ränder der Trogwanne ca. 10cm tief ein und sägen sie den Trogklotz mit horizontalem Schnitt heraus. Wenn Sie nun den losen Klotz herausnehmen, die Trogwanne mit einer Handvoll Mais beschicken und den Deckel auflegen,  haben Sie einen funtionellen,   wild- und mäusesicheren Sauentrog.

Eine rollende Alternative zum Sauentrog ist die Sauenrolle. Man braucht nicht mehr als einen 50-80 cm langen Stammabschnitt, eine scharfe Säge  und eine Viertelstunde Zeit, um diese interessante Kirrungs-Rolle zu schneiden und zusammenzubauen.

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Schneiden Sie einen übrig gebliebenen Stammabschnitt zurecht. Schneiden Sie eine Stammscheibe als Deckel für die zukünftige Saurolle. Tauchen Sie die Säge von der Kopfseite in den Stamm und schneiden einen Quader aus.
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Lösen Sie den Quader aus dem Stamm, indem Sie ihn von der Seite ausschneiden. Je nach Eintauchtiefe finden 1-3 kg Mais Platz.
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Mit dem Bohrer des Kombigerätes bohren Sie eine Reihe von Löchern bis in den Hohlraum. Bohren Sie ein Loch durch den Deckel und etwa 5 cm in den Stamm. In dieses Loch drehen Sie später eine massive Holzschraube. Fertig ist die Sauenrolle.

Allerdings muss man den Sauen erst beibringen, die Sauenrolle zu bedienen. Das dauert eine Weile. Das KnowHow kann aber auch verlorengehen und muss dann  bei anderen Sauen neu trainiert werden. Bei der letzten Drückjagd ist praktisch unsere komplette standorttreue Rotte im Nachbar-Revier erlegt worden. Damit ist das KnowHow des Trogöffnens verloren gegangen. Im Augenblick geht keine 'Sau' mehr an Tröge, Stämme und Klötze.

Der Sauen-Teller

Sauenteller mit Abdeckung sind ein probates preiswertes Mittel, Sauen Mais anzubieten
und gleichzeitig anderes Wild und vor allem Vögel daran zu hindern, sich an der Kirrung zu bedienen.

Sicherheits-Hinweis:

- Schneiden Sie zuerst die Vertiefung beim Stamm-Abschnitt aus.
-
Sägen Sie erst dann die Tellerscheibe ab.
- Zu dünne Baunmscheiben können beim Aussägen wandern.
- Auf keinen Fall Teller mit dem Fuß beim Sägen fixieren. Verletzungsgefahr.

Eine andere, ganz einfache aber ebenfalls effektive Variante ist der Sauenteller. Bei uns im Wald bleiben nach Forstarbeiten regelmäßig die für den Holzschnitt nicht verwertbaren Stammfüße liegen. In wenigen Minuten kann man aus geeigneten Stammfüßen mehrere Stammscheiben schneiden. Mit 4 Tauchschnitten schneiden wir dann eine einfache pyramidenförmige Vertiefung in jede 2 Scheibe. . Diese Vertiefung ist geeignet, eine Handvoll Mais aufzunehmen. Um zu verhindern, dass die Maiskörner von anderem Wild oder von Vögeln aufgenommen werden, decken wir den Futterteller einfach mit einer zweiten Holzscheibe ab.

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Stammscheiben schneiden Pyramidenförmig ausschneiden Mais einfüllen
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Abdecken und mit Erde tarnen Schlamm verrät die Beasucher Einfache Fernkontrolle

Sind die Sauen im Revier schon daran gewöhnt, Mais aus diversen Vorratsbehältern aufzunehmen, werden sie die Sauenteller sehr schnell annehmen. Wenn nicht, müssen sie erst lernen, den Deckel von den Sauentellern herunterzustoßen. Das erreichen wir sehr schnell, indem wir unter und rund um den Sauenteller Maiskörner streuen. So stoßen Sauen die ganze Vorrichtung zufällig bei der Körneraufnahme um. Lernfähig, wie Sauen sind, begreifen sie schnell, dass in den Futtertellern leckere Körner auf sie warten. Es dauert in aller Regel nur wenige Tage, bis die Sauen-Teller verlässlich angenommen werden. Allerdings funktioniert die schnelle Annahme nur an Plätzen, die Sauen schon regelmäßig aufsuchen. Zur Einrichtung eines neuen Kirrungsplatzes sind Sauenteller weniger geeignet. 

Allerdings muss man den Sauen erst beibringen, die Teller zu bedienen. Das dauert eine Weile. Das KnowHow kann aber auch verlorengehen wenn die bedienungsfähigen Sauen erlegt werden. Dann muss man die anderen wieder langsam antrainieren. Bei der letzten Drückjagd ist praktisch unsere komplette standorttreue Rotte im Nachbar-Revier erlegt worden. Damit ist auch das KnowHow des Trogöffnens verloren gegangen. Im Augenblick geht keine 'Sau' mehr an Tröge, Stämme und Klötze.

Luderschacht ?

Angefangen habe ich auf Empfehlung von Fachleuten mit Luderschächten.
Luderschächte sind Ekelpunkte im Revier und bei Füchsen gar nicht so beliebt. Deshalb plädiere ich heute für Luderplätze, an denen dem Fuchs kleinste Wildreste und Aufbruchteile verdeckt unter Stroh oder Gras angeboten werden. Inzwischen konnte ich feststellen, dass dass es oft sogar reicht, den Luderplatz mit einer Handvoll Körnern zu beschicken. Wenn sich die erste Maus eingefunden hat, folgt auch bald der Fuchs.

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Selbst anfallendes Weichholz lockt den Fuchs an.
Zuerst aber Hasen und Rehe. Die schätzen in kalten Zeiten frische Rinde.
Rehen und Hasen folgt bald der Fuchs.

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