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Willkommen beim
Hunde - 1x1 |
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Gute Jagdhunde müssen mehr lernen und können als die meisten anderen
Gebrauchshunde.
Deshalb entwickeln sich Hunde, die wie Jagdhunde erzogen werden, zu verlässlichen
Begleithunden.
Hier bei www. Hunde-1x1 .com schreibe ich die Neuauflage der Kleinen Hundeschule,
eine Grundausbildung für Begleithunde wie auch Gebrauchshunde.
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Distel vom Hirschberg - Unsere neue Biene
Nachdem unsere alte Biene gestorben war, zog Distel vom Hirschberg als neue Biene in
unser Haus ein.
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Am 12. September 2010 war es endlich so weit. Wir konnten Biene abholen. Sie war
ausreichend emanzipiert, geimpft und tätowiert. An einem sonnigen Spätsommermorgen
machten wir uns auf den Weg zum Züchter. Einer der Welpen war schon am Freitag abgeholt
worden. die übrigen werden in den nächsten Tagen ihr zukünftiges Zuhause kennelernen.
Während wir die verbliebenen Welpen so gut wie nicht auseinanderhalten konnten, genügte
dem Züchter ein Blick, um den richtigen Welpen aus dem Gewusel herauszusuchen. GH
züchtet schon sein längerer Zeit erfolgreich Dackel bzw. Teckel als Gebrauchshunde für
die Jagd. Allein die Zwingeranlage und eine jährlich sehr begrenzte Zahl von Welpen zeugt
von der Ernsthaftigkeit und Gewissenhaftigkeit des Hundezüchters. Obwohl wir schon sehr
hundeerfahren sind, hat er uns alle nächsten Schritte und Entwicklungen im ausführlichen
Gespräch vorgezeichnet. So gerüstet machten wir uns frohgemut auf den Weg nach Hause.
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Ob sie schon ahnt, dass sich ihr Leben ändern wird ? Mutterhündin Dolly scheint es
zu ahnen.
Nach wenigen Kilometern Autofahrt kamen wir zu Hause an. Dort setzen wir Biene erst einmal
auf die kleine Wiese hinter unserem Haus. Ganz mutig macht sie sich auf den Weg, um die
neue Umgebung zu erkunden. Langsam lotsten wir sie dann in Richtung Haus. Vom Flur aus
erkundet sie zuerst das Esszimmer, dann das Wohnzimmer. Logisch, dass fast die ganze
Familie zur Begrüßung angetreten war. Auch unser fast 90-jähriger Opa, der all unsere
Hunde über die vergangenen 40 Jahre Tag für Tag bei Wind und Wetter ausgeführt und in
unserer Abwesenheit betreut hat. Ich denke, er hat nach dem Tod von Finni eine große neue
und vor allem frisch erhaltende Aufgabe gefunden. Am Samstag kam Biene in unser
Haus. Den ersten Kontakt hatte sie mir der kleine Wiese hinter dem Haus. Dort hat sie denn
auch direkt nach der aufregenden Autofahrt ihr erstes Pfützchen gemacht. Dieser erste
Kontakt wirkt jetzt schon positiv nach. Ihr Duft steht jetzt dort, der Platz ist ihr
sicher und vertraut. Jedes Mal, wenn wir jetzt rausgehen, gehen wir zuerst zur kleinen
Wiesse. Kaum angekommen, setzt sie sich und verrichtet ihr Geschäft. Aller Erfahrung nach
hat sie so schon einen großen Schritt in Richtung Stubenreinehit gemacht. Im Haus
selbst stehen noch die beiden Körbchen von ihren Vorgängerinnen. Ohne Zögern hat sie
beide in Beschlag genommen. Schon die erste Nacht hat sie ganz brav im kleinen Körbchen
verbracht. Auch wenn sie müde wird und eingschläft, tragen wir sie in das kleine
Körbchen. Dort hat sie einen warmen, und vor allem sicheren Platz, an dem sie nicht
gestört wird, gefunden. Sie weiß das schon zu schätzen.
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Inzwischen ist Biene eine drahtige Dackelhündig geworden. Sie begleitet mich auf
allen Reviergängen. Da unser Revier vorwiegend ein Reh- und Schwarzwildrevier ist, werde
ich Biene nur für die Nachsuche ausbilden. Einige leichte Totsuchen hat sie schon
absolviert. Mit der Ausbildung beginnen wir in diesem Jahr. |
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Meine Hunde sind alle sehr alt geworden. Sie konnten
mich lange begleiten.
Deshalb habe ich nur wenige Hunde besessen. Ihre Zahl war gering.
Die Freude, Erlebnisse und Erfahrungen mit ihnen aber nicht.
Meine Hunde stelle ich Ihnen auf der Seite 'Meine Hunde' vor. |
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Er war mein schönster und auch bester: Der Große
Münsterländer John Chamavia, genannt Janko,
hat meinen Weg von 1980 bis 1995 begleitet. Jetzt jagt er über den Wolken. |
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Finni war eine große Herausforderung .... |
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Hunde-Erziehung und
Hunde-Psychologie |
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Prinzipiell erziehen sich Hunde ganz von selbst. Nehmen Sie nur die Hunde, die auf
Bauernhöfen leben. Denen bringt niemand etwas bei. Die lernen alles von alleine. Aus der
Forschung wissen wir, dass sich Hunde ihre Besitzer ganz genau anschauen und ihr ganzes
Verhalten auf das Verhalten ihrer Besitzer/innen ausrichten. Das funktioniert auf
Bauernhöfen mit ihren großen Freiräumen auch ganz gut. In Dörfern und Städten, mit
ihren 'unnatürlichen Lebensumgebungen' ergibt sich jedoch vielfach ein hohes
Konflikt-Potenzial. Hier ist es erforderlich, unseren Hunden erzieherische Orientierung zu
geben
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Wer sich seinen ersten Hund ins Haus
holt ist zwangsläufig unsicher. Das fängt mit dem richtigen Füttern an und endet mit
der richtigen Erziehung noch lange nicht. Richtig infomiert über Hunde habe ich mich
erst, als ich meinen ersten Jagdhund, einen Großen Münsterländer, in unser Rudel holte.
Lange bevor wir den Hund aussuchten, hatte ich mich schon mit den Möglichkeiten der
damaliegn Zeit informiert. Neben allerlei unwichtiger und unsorgfältig
zusammengeschriebener Literatur gab es zwei Quellen, die ich sehr profund empfunden habe.
Das waren zum einen die von der Verhaltens-Theorie und -Praxis bestimmten Bücher
von Konrad Lorenz und Eberhard Trummler und auf der anderen Seite Bücher über die
Ausbildung von Jagdhunden. Ich habe sie mir alle gekauft, gründlich gelesen und vieles
verinnerlicht. Herausragend fand ich die Bücher von Granderath und Tabel. Als
Dackel-Halter schätze ich die Bücher von Hans Lux und für die Nachsuche gibt es keine
besseren Bücher als die von Frevert und Jan Baca.
Machen Sie sich einmal den Spaß, bei Google das Suchwort Hundeschule
einzugeben. Sie erhalten fast eineinhalb Millionen Einträge. Überspitzt könnte man
sagen: Bei einem Bestand von etwa 3 Millionen Hunden käme auf jeweils 2 Hunde eine
Hundeschule. Das ist natürlich überspitzt gerechnet und formuliert. Aber unverkennbar
ist: Hundeschulen boomen. Ich selbst nehme mich da nicht aus. Der Boom der Hundeschulen
beruht auf einer großen Verunsicherung der Menschen. Früher war klar: Schäfer haben
Schäferhunde, Metzger Rottweiler, Jäger Jagdhunde und alle anderen Spitze, Pudel oder
eine Promenadenmischung. Jeder wusste mit seinem Hund umzugehen. Wer keinen Platz hatte,
hielt sich keinen Hund und einen unnötigen Fresser holte man sich auch nicht ins Haus.
Heute halten Nichtjäger Jagdhunde, Leute ohne Sicherheitsbedarf scharfde Wachhunde
und einige Vernünftige noch Möpse, Pudel oder einen anderen ungefährlichen Hund. Dazu
kommt die Mitleid-Szene, die es sich zum Anliegen macht, sogenannte Paria-Hunde aus
Spanien zu retten um sie hier im Bekanntenkreis zu vermitteln. Waren früher die
Eigenschaften von Rassen bekannt und stets ein wichtiger Grund, einen Hund sorgfältig
auszuwählen, führen heute vielfach Leute Hunde, die für sie nicht geeignet sind, für
die sie keinen artgemäßen Lebensraum, keine artgemäße Aufgaben haben und für die sie
selbst eigentlich nicht qualifiziert sind. Zwangsläufig mehren sich die Fälle, in denen
Besitzer/innen nicht mehr Herr oder Frau der Lage sind. Fälle, in denen nicht der Hund
nach der Pfeifer der besitzer tanzt sonden die Besitzer nach des Hundes Pfeife. Hier
können Hundeschulen helfen. Aber nur dann, wenn der Hundelehrer die gesamte Situation
beleuchtet und erzieherische Konsequenzen für beide Seiten ausarbeitet.
Mit dem Hunde-1x1 schreibe ich einen Basis-Kurs für die
Hundeerziehung. Weil die Ausbildung von Jagdhunden aber überdurchschnittlich
anspruchsvoll ist, eignen sich der Kurs oder einzelne Lektionen des Kurses hervorragend
auch für normale Begleithunde. Das Handwerkszeug werde ich sukzessive hier auf dieser
WebSite bereitstellen. Nachfolgend zwei noch unverbindliche Entwürfe für die
Hunde-Schule:

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Hier schreibe ich in loser ungeordneter Reihenfolge Gedanken zum Thema
Hunde-Psychologie auf. So gesehen ist dies ein Art Sammlung von Aspekten für das später
erscheinende Booklet.
Vor einigen Tagen habe ich einen Bericht über die Intelligenz von
Hunden gelesen. Vieles in dem Bericht war akzeptabel. Aber eine Rangliste der klugen und
dummen Hunde dort aufzulisten halte ich für abenteuerlich.
Jeder weiß oder konnte schon beobachten, wie eng Schäfer und ihre
Hunde bei der Führung der Herde zusammenarbeiten. Daraus lässt sich zweifelsfrei
schließen dass durch Zuchtauslese und engste Zusammenarbeit Hunde gezüchtet und
ausgebildet werden, die über eine besondere Auffassungsgabe verfügen. Das heißt aber
nicht, dass Hunde, die nicht nach solchen Kriterien gezüchtet sind und nach ihnen
arbeiten weniger intelligent sind. Sie sind nur rassetypisch oder einsatztypisch anders
intelligent. Sie überleben nach anderen Kriterien der Intelligenz.
Nehmen wir nur einmal einen Husky. Seine Rasse hatte nie die Aufgabe,
Herden zu hüten. Er ist gezüchtet um unter härtesten Bedingungen als Zugtier Dienste zu
leisten. Dabei entwickelt er eine regionaltypische und arbeitsspezifische Intelligenz, die
die Intelligenz eines Schäferhundes weit übertrifft, wenn es um Arbeit und Überleben in
polaren Regionen geht.
Dieses kleine Beispiel zeigt, dass wir Hunde hinsichtlich ihrer
Intelligenz nicht über einen Kamm scheren können. Wir können allenfalls ihre
individuelle Intelligenz bewerten. Die aber richtet sich weniger nach den Genen sondern
nach dem, was sie im Leben mitkriegen. Der bestveranlagte Hund kann in ungeeigneter
Umgebung einfach nicht die Intelligenz entwickeln, die er entwickeln könnte, würde er
unter optimalen Lebensbedingungen aufwachsen.
Bei solchen Klassifizierungen dürfen wir auch nicht außer Acht
lassen, dass wir unsere Hunde zu Spezialisten gezüchtet haben. Da sollte man Hunde, die
fürs Hüten gezüchtet sind nicht mit Hunden vergleichen, die fürs Spurhalten gezüchtet
sind. Jeder erbringt in seinem Bereich Höchstleistungen. Der eine hat Hüte-Intelligenz
entwickelt, der andere Such-Intelligenz. Wenn ich die Hunde aber nehme und tausche ihre
Aufgaben, dann kann ich mit ein wenig mehr Übungseinsatz den Hütehund zum guten Jagdhund
und den Jagdhund auch zum Hütehund machen.
Selbst der als besonders intelligent eingestufte BorderCollie bliebe
ein 'blöder Hund' , wenn er einsam und ohne geistige Anregung im Zwinger aufwachsen
würde.
Ein anderes Beispiel: Meinen ersten Großen Münsterländer hielt ich
in den ersten Jahren im Außenzwinger. In einem kalten Winter holte ich ihn schließlich
ins Haus. Ich konnte mir bis dahin im Traum nicht vorstellen, welchen Intelligenz-Sprung
dieser Hund machte, als er mit uns in engstem Rudel-Kontakt leben konnte.
Also ab in die Mottenkiste mit pauschalen Klassifizierungen und
Vor-Urteilen. |
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Genau so wie man mit dem Strom, also
mit dem Wasser leichter schwimmt, muss man Hunde auch unter Beachtung ihrer Natur, also
gemäß ihrer Veranlagung ausbilden. Unsere Wolfs- und Hundeforscher haben inzwischen so
viel über Psychologie und Lebensweise von Hund und Wolf herausgefunden, dass diese
Erkenntnisse zwingend in die Erziehung von Hunden einbezogen werden müssen. Mehr dazu im
Laufe von Bienes Erziehung.
Alle unsere Hunde haben schnell gelernt stubenrein zu werden. Dass
dies gelingt, liegt weniger an den Hunden als an den Besitzern und an den Wohnumständen.
Wer ein Haus mit Garten hat, zu dem der Hund immer dann einen schnellen Zugang findet,
wenn es pressiert, kann seinen Hund innerhalb weniger Wocgen zur Stubenreinheit erziehen.
Kein Hund verrichtet seine Geschäfte gerne in der Wohnung und auch nicht im Zwinger.
Hunde kommen immer in Not, wenn sie müssen, aber dann nicht rechtzeitig aus der Wohnung
oder dem Zwinger kommen. Am liebsten verrichten Hunde ihre Geschäfte ein gutes Stück
weit weg von Haus und Hof. Das hängt mit ihrer Abstammung von den Wölfen ab. Zur eigenen
Sicherheit markieren Sie mit Ihren Ausscheidungen weit weg vom engeren Lebensraum ihr
Revier. Ich kenne dieses Verhalten aber auch von vielen andern Tieren. Alle Hunde sind von
natur aus sehr reinlich. Sie können es vielfach aber nicht sein, weil ihre Besitzer
dafür unsensibel sind oder nicht die Möglichkeit haben, ihren Hund seine Geschäfte
abseits von Wohnung oder Haus verrichten zu lassen. Notfalls kann man den Hund aber auch
an eine Hunde-Toilette gewöhnen, wenn er nicht zu den erforderlichen Zeiten ausgeführt
oder rausgelassen werden kann.
Um seinen Hund zur schnellen Stubenreinheit zu erziehen, muss man ihn
gut beobachten, studieren und seine Nöte vorausahnen. Dazu gibt es ein paar einfache
Regeln. Wenn Welpen gefüttert sind, folgt unmittelbar das Bedürfnis, sich zu lösen
Ebenso, wenn sie nach einer ihrer häufigen Schlafphasen aufwachen. Wenn sie den kleinen
Kerl dann rechtzeitig raus in den Garten oder an einen anderen geeigneten Platz tragen,
ist er ruckzuck stubenrein. Es wird dann nicht mehr lange dauern, bis er sich von selbst
meldet. Im Idealfall lassen Sie ihn dann ganz einfach raus aus dem Haus oder aus dem
Zwinger. Wenn das wegen der Verkehrsgefahren nicht geht, müssen Sie ihn begleiten. Um
ihre Nachbarn nicht gegen den Hund aufzubringen, sollten Sie seine Hinterlassenschaften
umgehend beseitigen.
Diese Seite und gleichzeitig auch die erste Lektion kann ich
schneller als erwartet einfügen. Nachdem sich Biene eingelebt hat, geht sie in immer
größeren Kreisen auf Entdeckungsreise. Das ist eine perfekte Situation, um sie an ihren
Namen zu gewöhnen. Sie ist zwar auf der einen Seite abenteuerlustig und versucht, die
Wohnung wie auch den Garten in immer größeren Kreisen zu erkunden, auf der anderen Seite
ist sie aber auch noch sehr ängstlich gegenüber allem Neuen und deswegen besonders
bereit, auf Zuruf die sichere Nähe von Frauchen oder Herrchen zu suchen. Um den richtigen
Punkt zur Umkehr zu finden, beobachte ich sie jetzt sehr genau. Je zögerlicher sie sich
der weiteren Umgebung zuwendet, desto unsicherer ist sie im Innersten. Jetzt ist sie
förmlich dankbar, wenn sie gerufen wird und stürmt auf Zurufe wie 'Komm' oder 'Biene'
sofort zu mir zurück. Wird sie dann freudig begrüßt und abgeliebelt, weiß sie, dass
sie willkommen ist und lernt so, gerne zu kommen. Auf diese Weise lernt sie ganz leicht,
auf ihren Namen zu hören und auch gleichzeitig das Kommando 'Komm' zu befolgen.
Natürlich darf ich mir nicht einbilden, dass Biene zukünftig immer und vor allem auch
immer schnell auf Zuruf zu mir kommen wird. Das stört mich aber nicht, ist dies doch
Thema einer späteren Lektion und späteres Lernziel. Im Augenblick haben wir das erste
Lernziel erreicht.: Sie hat prinzipiell verknüpft, dass sie auf Zuruf ihres Namens oder
eines Kommandos wie 'Komm' zu mir kommt.
Wir trainieren und beachten:
Wir rufen unseren jungen Hund immer wieder beim Namen. Dazu nutzen
wir aber nur Situationen, in denen wir unser Ziel leicht und verlässlich erreichen, also
in Situationen, in denen sie dankbar ist, zurückkommen zu können und dann, wenn sie
nichts Besseres zu tun hat. Ist der Hund auf eine andere Sache fixiert, ist es im
Augenblick sinnlos, ja sogar kontraproduktiv, ihn zu uns rufen zu wollen. Der Hund
verknüpft ganz schnell: Lass Frauchen oder Herrchen nur rufen. Ich komme dann, wenn ich
will. In solchen Situationen lassen wir unseren Welpen zunächst gewähren, ohne ihn zu
rufen. Sind die Situationen gefährlich, so leinen wir den Welpen an oder nehmen ihn hoch.
Wer seinen Hund aufmerksam beobachtet und ihn in möglichst vielen
günstigen Situationen ruft, erklärt ihm auf diese Weise erfolgreich, dass man auf den
Namensruf oder 'Komm' auch kommt.
In den nächsten Wochen lernt Biene zuverlässig (so gut das in
diesem Alter schon geht ) , auf Ruf zu kommen.
'Sitz' ist eine der leichtesten Übungen für den Hund. Als ich vor
knapp 30 Jahren meinen ersten Vorstehhund, einen Großen Münsterländer ausbildete,
kaufte ich mir alle verfügbare Literatur über Hunde und Hundeerziehung. Am meisten
Literatur und dazu die beste Literatur gab es über die Ausbildung von Jagdhunden. Für
mich ist die Ausbildung von Jagdhunden neben der von Blindenhunden nach wie vor die
anspruchsvollste Erziehung von Hunden überhaupt, weil sie eine beispiellose
Vielseitigkeit verlangt und vor allem von den Hunden verlangt, gegen die eigenen
Interessen zu handeln, den Hasen also freudig zu apportieren statt ihn unverzüglich
aufzufressen.
In der Folge dieser intensiven Jagdhundeausbildung habe ich die
Kleine Hundeschule geschrieben und an verschiedene Verlage geschickt. Geärgert hat es
mich, dass kein Verlag die Kleine Hundeschule damals veröffentlichen wollte, geehrt hat
es mich, dass die Verlage die damals neuen Lektionen vielfach kopierten und unter anderem
meine Sitz-Lektion heute Standard in allen Hundebüchern ist. Dennoch will ich die Lektion
heute noch zusammen mit Biene noch einmal ausführlich darstellen
Nach und nach schreibe und fotografiere ich die einzelnen Kapitel des
Buches. Wenn die Kapitel komplett sind, soll das Online-Booklet auch als gedrucktes
Booklet veröffentlicht werden. |
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Ein Stück weit zähle ich auch die Hunde meiner
Freude zu meinen Hunden.
Zuerst wechselten viele meiner Freunde zu Jagdterriern. Doch weil diese zu gerne
während der Jagd im Fuchsbau verschwanden,
zogen tschechische Schwarzwildbracken, die Kopovs, in unsere Reviere ein.
Wegen der veränderten Revierverhältnisse führen inzwischen viele Jäger Kopovs,
also Schwarzwildbracken.
Es sind liebenswerte Hunde und dabei großartige Jäger. Ich werde sie Ihnen
ausführlich vorstellen.
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Deutsche Jagd-Terrier und Kopov-Bracke.
Nicht nur wegen ihres Äußeren schätzen immer mehr Jäger in meiner Heimat Kopovs. Sie
leisten Erstaunliches als Sauenfinder, Sauendrücker und Schweißhunde und sind - soweit
ich sie kenne - ausgesprochen angenehme Familienhunde. |
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Zum Beispiekl Paula:
Paula war eine vielversprechende junge Kopov-Hündin, bis sie im Alter von zwei
Jahren anlässlich einer Drückjagd von einem Auto erfasst und tödlich verletzt wurde.
Ein Erlebnis wird sie uns allen in Erinnerung halten. Paula war so handlich und brav, dass
sie ihren Besitzer regelmäßig zur Jagd begleiten durfte. Sie lernte dabei auch, über
die Leiter hoch zur Kanzel zu steigen. Eines Tages schoss ihr Besitzer vom Ansitz einen
Frischling. Weil dieser nicht im Feuer lag, bot sich für Paula die Möglichkeit einer
kurzen Nachsuche. Auf dem Weg zum Anschuss ging eine zweiter Frischling hoch, den die
junge Bracke freudig und lauthals in den späten Abend hinein verfolgte. Paulas Besitzer
musste den erlegten Frischling selbst suchen und bergen. Nach einer Stunde Wartens auf den
jungen Hund machte sich Paulas Besitzer auf den Heimweg, nachdem er seinen Jagdmantel als
Treffpunk ausgelegt hatte. Paulas Besitzer hoffte, seine Hündin am nächsten Morgen auf
dem Mantel wiederzufinden. Als er am frühen Morgen aber zum Mantel kam, war der Platz
leer. Kein Hund weit und breit zu sehen oder zu hören. Paulas Besitzer wollte sich schon
auf den Heimweg machen, als er leises Winseln hörte. Er blickte sich um, ohne den Hund zu
entdecken. Nur zufällig blickte er hoch zur Kanzel, wo freudig und schwanzwedelnd die
junge Paula darauf wartete, von der Kanzel geholt zu werden. |
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Finni
Mein vorletzter Begleiter war Finn. Finn war ein Hund aus zweiter Hand.
Er war ein ausgezeichneter Jäger, musste aber mühsam lernen, ein brauchbarer Hund zu
werden. |
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Finni war außerordentlich fotogen und liebenswürdig.
Er sollte das Foto-Model für das Hunde-1x1 werden.
Doch im Juni 2009 starb er unerwartet. Weiter unten erzähle ich seine Geschichte. |
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Finni - eine Finnische Bracke hatte eine nicht ganz
gewöhnliche Geschichte. Zuerst musste er sich an seinen neuen Namen gewöhnen.
Schließlich musste er sich vom wüsten Hetzer zum sanften Begleithund wandeln. |
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Finn kam mehr zufällig in unser Haus.
Nachdem unser letzter Großer Münsterländer gestorben war, begleitete uns nur noch die
Rauhaardackelhündin Motte. Da sprach mich ein Freund an, ob ich nicht interessiert wäre,
eine Finnische Bracke aufzunehmen, die ein Bekannter abgeben wollte. Ich hatte zu der Zeit
gerade ein recht großes Jagdrevier übernommen. So konnte ich mir gut vorstellen, den
Hund zu übernehmen. Platz gab es in dem 7qkm-Revier genug und Arbeit für einen guten
Hund in den endlosen Maisfeldern auch. Bei seiner Erstvorstellung zeigte sich der Hund von
seiner besten Seite. Es war ein sehr hübscher Hund mit schöner Tricolor-Zeichnung, guten
Proportionen und einem sehr sanften Wesen. Angesichts dieser Eigenschaften stimmte auch
der Familienrat zu, dem inzwischen 5-jährigen Rüden ein neues Zuhause zu geben. Hätte
ich geahnt, was in den nächsten beiden Jahren auf mich zukommen sollte, hätte ich mich
damals sicher anders entschieden. Doch davon erzähle ich Ihnen nach und nach. Was mir an
dem neuen Hund gar nicht gefiel war sein Name: Aus welchen Gründen auch immer hatte man
ihn Bulk genannt. Eigentlich hätte er gar keinen Namen gebraucht, denn er hörte sowieso
nicht. Angelehnt an seine finnische Herkunft beschloss ich, den Hund zukünftig Finn zu
nennen. Dieser Name lässt sich gut laut rufen und leise sprechen. Später, nach Finns
Wandlung zu einem liebenswerten Hund, nannten wir ihn dann nur noch Finni. Finn war
ein ausgesprochen hübscher Hund. Sein Fell glänzte und war so Schmutz abweisend, wie ich
es bis dahin noch bei keinem Hund erlebt hatte. Ich musste ihn über die 4 Jahre, die er
bei uns lebte, nicht einmal waschen oder duschen. Wenn er sich ganz selten einmal in Mist
oder Aas wälzte, genügte es, das Fell mit dem Gartenschlauch durchzuspülen. Schon war
er wieder frisch und sauber. |
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Finni im Sommer 2008 in unserem Jagdrevier. Ich kannte
keinen Hund mit einer besseren Nase. |
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Was mir schon beim ersten Kontakt mit Finn auffiel war sein 'abwesender Blick'. Er
schien sich für nichts zu interessieren. Sein Blick ging an mir vorbei irgend wo hin in
die Ferne. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich seine Aufmerksamkeit allmählich auf mich
richtete. Zunächst konnte ich diesen Blick nicht deuten. Es sollte nicht lange dauern,
bis klar wurde, dass Finn ausschließlich auf Wild und Wildern fixiert war.
Meine Jagdfreunde rieten mir schon nach wenigen Tagen, den Hund
zurückzugeben. Finn war in ihren erfahrenen Augen ein hoffnungsloser und nicht
kontrollierbarer Hetzer. Ich sah die Sache ähnlich. Manches Mal trug ich mich in der
Folge mit dem Gedanken, den Hund abzugeben. Doch was wäre sein Schicksal gewesen? Er
wäre irgendwo in einem Zwinger verkümmert, wenn er nicht schon vorher beim Wildern ums
Leben gekommen wäre. So entschloss ich mich, meine pädagogische Konsequenz und
Hartnäckigkeit, die ich mir in Jahrzehnten Unterricht angeeignet hatte, auch in Finns
Erziehung einzubringen.
Zusammen mit meinem damals 86-jährigen Vater machte ich mich daran,
Finn zu kultivieren. Am Erfolg des Unternehmens hat mein Vater einen außerordentlich
hohen Anteil. Seit wir Hunde haben, geht er verlässlich jeden Morgen zur gleichen Zeit
mit den Hunden über den Bieler Berg. Immer den gleichen Weg. Gleichförmigkeit ist ein
ganz wichtiger Bestandteil in der Hundeerziehung. Zusammen mit unserer damals recht
bequemen alten Dackeldame gingen die beiden täglich über den Berg. Vorbei an den letzten
Häusern, an einigen Wochenendgrundstücken und auch an einem Bauernhof mit Hühnern,
Gänsen und zwei Hunden. Unterwegs trafen sie zusammen mit andern Hundebesitzern, rasteten
auf einer Bank und konnten auch Wild beobachten. Anfänglich war Finni noch angeleint.
Nach und nach konnte ihn mein Vater dann an weniger kritischen Stellen frei laufen lassen.
Es dauerte kein Jahr, bis Finni den täglichen Weg frei lief. Nur noch zweimal büchste er
kurz aus, als Fuchs oder Hase zu nah am Spazierweg ihren Duft hinterlassen hatten, war
aber innerhalb weniger Minuten wieder zurück.
Entsprechend übte ich mit Finni. Wenn wir in der esrten gemeinsamen
Zeit durchs Revier fuhren und er durch die Frontscheibe des Autos einen Hasen, einen Fuchs
oder ein Reh erblickte, war im Auto die Hölle los. Er blieb zwar auf seinem Platz,
drückte seinen Fang, fest gegen die Scheibe und jaulte ungezügelt in übelster
Hetzlaut-Manier. Um ihn zu desensibilisieren, suchte ich viele dieser Situationen. Ob im
Auto oder angeleint auf Reviergängen zwang ich ihn dann stets abzulegen, wenn wir Wild
sahen oder eine Wildspur kreuzten. Statt wie früher mit lautem Geheul dem Wild
nachzuhetzen oder nachzusehen, wurde er immer ruhiger. Schließlich kam die Zeit, in der
ich es wagen konnte, ihn auf ruhigen Feldwegen mit wenig Wildbewegung frei laufen zu
lassen. Inzwischen hatte er gelernt, auf Kommando abzulegen und auch liegen zu bleiben.
Das half mir, ihn in etlichen kritischen Situationen zu beherrschen. So halte ich die
Lektionen 'Halt', 'Ablegen' und 'Down' für die beste Möglichkeit, Hunde in die Hand zu
bekommen oder bzw. in der Hand zu halten. Deshalb werden diese Lektionen auch einen
breiten Raum in Bienes Erziehung und auch hier im Hunde-1x1 einnehmen.
Nach eineinhalb Jahren ruhiger Erziehung bzw. Umerziehung war Finni
schließlich so weit, dass er mich ohne Leine im Wald begleiten konnte. Er folgte mir ohne
Leine zu den Plätzen, an denen ich Sauen mit Mais ankirrte, folgte mir durch Maisäcker,
in denen sich Sauen, Hase, Fuchs und Reh aufhielten und begleitete mich ohne Leine zur
Wildfütterung. Sicherlich nahm er ganz interessiert jede Witterung auf und ich habe immer
bedauert, dass er mir nicht erzählen konnte, was er so alles gerochen hatte, doch machte
er niemals mehr den Versuch einer dieser Spuren und Fährten ohne Auftrag zu verfolgen.
Schickte ich ihn aber mit anderen Hunden anlässlich einer
Wildschweinjagd in einen unserer großen Maisschläge, stand er ganz seinen Mann und ich
konnte schon am Laut heraushören, was er gerade jagte. In der Meute lernte er auch,
bogenrein zu werden, also nicht blindlings und endlos über ein Treiben
hinauszujagen sondern nach einer kurzen Hetze möglichst schnell wieder in den
Schlag zurückzukehren. Als größten Erfolg empfand ich es schließlich, dass Finni, den
ich nach den ersten Jagden immer stunden- oder tagelang suchen musste, begann, mich zu
suchen und bei den Treiben immer wieder einmal bei mir vorbeischaute, um zu sehen, ob ich
noch an meinem Platz war.
In diesem Jahr wollte ich ihn auf der Schweißfährte ausbilden. Doch
dazu kam es nicht mehr, weil Finni im Frühsommer plötzlich und unerwartet starb.
Ich konnte viel mit Finni lernen. So, wie die Hunde von mir lernen, lernte ich auch vieles
von meinen Hunden. Finni hat gezeigt, dass auch Hunde, die eigentlich verloren scheinen,
mit Geduld, Konsquenz, Liebe und viel Routine umerzogen werden können. Dazu
möchte ich Mut machen und auch den nötigen Rat geben. |
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Hellers Kleine
Hundeschule |
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Im Laufe des Frühjahrs und des Sommers 2012 schreibe ich huier
Lektion für Lektion meine 'Kleine Hundeschule.'
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Das
sind die geplanten Kapitel /Lektionen der Hunde-Grundschule: |
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Biene ...
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( Unser Hund jagt nicht -
Anti-Jagd-Training Anti-Jagd-Training ist eine Geschäftsidee zahlreicher Hundeausbilder.
Sie und Ihr Hund brauchen kein Anti-Jagd-Training, wenn sie alle Lektionen dieser
Hundeschule absolvieren. Ein gehorsamer Hund jagt nicht. Sein/e Führer/in handelt
vorausschauend. ) |
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Mit meinem Freund Walter sind auch seine beiden Hunde Emma und Paul ins Revier
eingezogen.
Die Kopov-Bracke Emma ist für die Schwarzwildjagd zuständig,
der Hannoversche Schweißhund Paul für Nachsuchen.
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Jagdhunde haben vereinfacht zwei wichtige Aufgaben. Sie müssen das Wild suchen, also
aufstöbern und finden wenn es beschossen wurde.
Unser Revier ist ein Schwarzwildrevier. Hier haben die Hunde vor allem die Aufgabe, die
Wildschweine im Dickicht zu finden, sie aus dem Dickicht heraus vor die Schützen zu
treiben, damit diese sie nach Möglichkeiten erlegen können. Weil das Treffen flüchtiger
Stücke recht schwer ist, liegt nicht jedes beschossene Schwein im Feuer. In solch einem
Fall heißt es nachsuchen. Und weil man sich nicht für jede Aufgabe eigene Hunde
halten kann, müssen unsere Hunde beides können. Suchen, stöbern und in einfachen
Fällen auch nachsuchen. In schwierigen Fällen werden aber routinierte Nachsuchenführer
mit speziellen Schweißhunden gerufen, also Spezialisten. Nachsuchen werden allerdings vor
allem anlässlich von Treib- bzw. Drückjagden nötig. Wir sprechen hier heute allgemein
von Bewegungsjagden. Hier sind stets Suchenführer anwesend und abrufbereit.Im
Revieralltag ist die Zahl der Nachsuchen eher gering. Wenn ich auf die letzten 7 Jahre
zurückblicke, in denen ich das derzeitige Revier bejage, war die Anzahl der Nachsuchen
sehr gering. Ich selbst habe als recht besonnener Schütze, der seine Schießfertigkeiten
recht gut einschätzen kann, 3 kurze Totsuchen ausgelöst. Das Wild war zwar tödlich
getroffen, flüchtete aber noch ins dichte Holz. In allen Fällen fanden wir das Wild nach
tödlichen Schüssen im Umkeis von weniger als 100 Metern. Ähnlich erging es meinen
Jagdfreunden. In nur drei Fällen, das sind bezogen auf die Anzahl der erlegten Stücke
rund zwei Prozent, wurde eine Nachsuche durch einen Spezialisten notwendig. In zwei
Fällen mit Erfolg, in einem Fall ohne Erfolg.
Einen wesentlich höheren Nachsuchenanteil als die Jagd verursacht inzwischen der
Straßenverkehr. Über die Hälfte unseres vorgegebenen Abschusses an Rehwild wird heute
von Autofahrern erlegt. In den meisten Fällen verenden die Stücke sofort, nicht selten
liegen sie aber auch mit zerissenen Innereien und vielfachen Kochenbrüchen im
Straßengraben und müssen dort von ihren Qualen erlöst werden. Ein Drittel der Stücke
flüchtet vom Unfallort. Hier heißt es die Unfallspuren gut zu analysieren und dann zu
entscheiden, ob eine Nachsuche erforderlich und erfolgreich sein wird. In allen
Fällen ist jedoch zumindest eine kurze Kontrollsuche durchzuführen. Ich werde
ausführlich über Suche, Nachsuche und die Ausbildung der Hunde berichten. |
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Nachsuche |
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Meine bevorzugten Hunde sind nach wie vor große Vorstehhunde. Doch leider passen sie
nicht mehr zu meinem Leben und auch nicht in mein Revier. Ich bin nicht mehr so beweglich
wie früher und auch häufig unterwegs. Da ist ein Dackel einfach leichter zu halten.
Zudem gibt es nichts mehr vorzustehen oder zu apportieren. Die Revierverhältnisse haben
sich verändert. Hauptwildarten sind Rehwild und Schwarzwild. Füchse werden ebenfalls nur
noch mit der Kugel geschossen. Dazu ist die Wirkung der modernen Geschosse so
verlässlich, dass es in aller Regel nur kleiner Totsuchen bedarf. Bei guten Treffern vom
Ansitz brechen die Stücke meist sofort zusammen. Gelegentlich machen sie aber auch noch
einige Fluchten in die Dickung. Da braucht man auch bei tödlichen Schusszeichen einen
Hund mit guter Nase. Biene hat eine gute Nase. Ich bilde sie für diese kleinen Nachsuchen
aus. Sollte einmal eine größere Nachsuche anstehen, verlasse ich mich auf erfahrene
Suchenführer mit Schwarzwildbracken oder Schweißhunden.Hier auf dieser
Seite berichte ich über Bienes Ausbildung zum Schweißhund und über wichtige Aspekte
für eine erfolgreiche Nachsuche. Mehr dazu demnächst.
Wenn Wild ruhig steht und die Schussentfernung nicht zu groß ist, liegt das Wild
entweder im Feuer oder verendet nach einer kurzen Flucht. Wenn das aber einmal nicht so
ist, heißt es, einen kühlen Kopf zu gewinnen oder zu bewahren und Folgendes konsequent
zu beachten.
- Zu allererst merken wir uns vom Hochsitz oder vom Anstand den Anschussbereich so
gut es nur irgend geht. Wir suchen nach Möglichkeit einen Fluchtpunkt vor oder in
Verlängerung der Schussrichtung. Der ist ganz wichtig, um die Schussachse möglichst
genau verfolgen zu können, wenn man in Richtung des Anschusses geht.
- Je näher man dem Anschussbereich kommt, desto vorsichtiger bewegen wir uns. Wir
dürfen auf keinen Fall im Anschussbereich herumlaufen, damit wir keine Pirschzeichen
zertreten oder gar Schweiß und Pirschzeichen, die sich in unserem Schuhprofil festsetzen,
überall hin verschleppen. Damit erschweren wir die spätere Arbeit von Hundeführer und
Nachsuchenhund.
- Wenn wir den Anschuss finden, gehen wir keinesfalls über den Anschuss hinaus, da
sich in der Verlängerung des Anschusses alle wichtigen Pirschzeichen finden. Wir können
uns dem Anschuss und der Strecke zwischen Anschuss und Kugelriss im Boden von der Seite
aus nähern, um Pirschzeichen erkennen und identifizieren zu können. Haben wir nichts
oder genug gesehen, gehen wir auf dem Weg, den wir gekommen sind, wieder zurück. An Hand
der Schweißspuren und evtl. Knochensplitter können Nachsuchenführer später sehr genau
Schuss und Verletzung rekonstruieren.
- Bevor wir irgend etwas unternehmen, markieren wir den Anschuss. In der
Jagdtradition verwenden wir einen Bruch, im jagdlichen Alltag heute besser ein
Papiertaschentuch oder ein Stück Trassierband. Beides findet sich leichter wieder. Ein
GPS-Gerät kann zukünftig eine gute Alternative sein. Ich werde darüber berichten.
- Gut eignet sich auch ein weißer Weidezaunpfahl. Ich habe solch einen Pfahl, der
nur 1 oder 2 Euro kostet, immer im Auto. So ist der Anschuss schon von weitem zu erkennen.
- Wenn es über den Schuss hin düster oder gar dunkel wird, ist ein Laserpointer
eine gute Hilfe. Wir richten ihn so genau wie möglich in Richtung des Anschusses aus,
fixieren ihn und gehen dann in Richtung des Laserstrahls, bis der Laserpunkt auf dem Boden
erkennbar ist. Wir gehen jetzt nicht mehr weiter, sondern markieren diesen Standpunkt.
Dann gehen wir zurück und holen qualifizierte Hilfe.
- Das gilt natürlich nicht für erfahrene Jäger mit einem guten Hund. Die suchen
jetzt den exakten Anschuss mit einer geeigneten Lampe oder mit ihrem Hund und entscheiden
nach der Art der Pirschzeichen, ob sie noch am Abend oder besser am nächsten Tag
nachsuchen.
- Finden wir hellroten, blasigen Lungenschweiß im Anschussbereich, können wir das
beschossene Stück zu Fuß verfolgen. Es wird nach etwa 100 Schritten zu finden sein. In
allen anderen Fällen holen wir einen erfahrenenen Hundeführer. Der kann dann an Hand der
Pirschzeichen entscheiden, ob er selbst die Nachsuche vornimmt oder ob ein Spezialist
herangezogen werden muss.
Wenn Sie diese Prinzipien beachten, haben Sie alles richtig und nichts falsch
gemacht. Mehr dazu demnächst. |
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