Hunde-1x1
Home ]

 

Willkommen beim Jagd-Magazin.de und in der Jagd-Praxis.de

Gute Jagdhunde müssen mehr lernen und können als die meisten anderen Gebrauchshunde.
Deshalb entwickeln sich Hunde, die wie Jagdhunde erzogen werden, zu verlässlichen Begleithunden.
Hier bei www. Hunde-1x1 .com schreibe ich die Neuauflage der Kleinen Hundeschule,
eine Grundausbildung für Begleithunde wie auch Gebrauchshunde.

hunde1x3.jpg (1377268 Byte)

Distel vom Hirschberg - Unsere neue Biene

Für das nächste Jahrzehnt soll Biene unser Familienhund sein.
Nachdem unsere alte Rauhaardackelin Biene vom Eulengebirge im vergangenen Jahr gestorben ist,
zog Ende 2009 eine neue Biene gleicher Rasse in unser Haus ein.

DSC00517.JPG (595677 Byte)

Am 12. September war es endlich so weit. Wir konnten Biene abholen. Sie war ausreichend emanzipiert, geimpft und tätowiert. An einem sonnigen Spätsommermorgen machten wir uns auf den Weg zum Züchter. Einer der Welpen war schon am Freitag abgeholt worden. die übrigen werden in den nächsten Tagen ihr zukünftiges Zuhause kennelernen. Während wir die verbliebenen Welpen so gut wie nicht auseinanderhalten konnten, genügte dem Züchter ein Blick, um den richtigen Welpen aus dem Gewusel herauszusuchen. GH züchtet schon sein längerer Zeit erfolgreich Dackel bzw. Teckel als Gebrauchshunde für die Jagd. Allein die Zwingeranlage und eine jährlich sehr begrenzte Zahl von Welpen zeugt von der Ernsthaftigkeit und Gewissenhaftigkeit des Hundezüchters. Obwohl wir schon sehr hundeerfahren sind, hat er uns alle nächsten Schritte und Entwicklungen im ausführlichen Gespräch vorgezeichnet. So gerüstet machten wir uns frohgemut auf den Weg nach Hause.

DSC00728.JPG (608818 Byte)

Freudig begrüßen die Welpen die Besucher.

DSC00729.JPG (560338 Byte) DSC00734.JPG (593294 Byte)
DSC00738.JPG (568609 Byte) DSC00741.JPG (523876 Byte)
Ob sie schon ahnt, dass sich ihr Leben ändern wird ? Mutterhündin Dolly scheint es zu ahnen.

Nach wenigen Kilometern Autofahrt kamen wir zu Hause an. Dort setzen wir Biene erst einmal auf die kleine Wiese hinter unserem Haus. Ganz mutig macht sie sich auf den Weg, um die neue Umgebung zu erkunden. Langsam lotsten wir sie dann in Richtung Haus. Vom Flur aus erkundet sie zuerst das Esszimmer, dann das Wohnzimmer. Logisch, dass fast die ganze Familie zur Begrüßung angetreten war. Auch unser fast 90-jähriger Opa, der all unsere Hunde über die vergangenen 40 Jahre Tag für Tag bei Wind und Wetter ausgeführt und in unserer Abwesenheit betreut hat. Ich denke, er hat nach dem Tod von Finni eine große neue und vor allem frisch erhaltende Aufgabe gefunden.

DSC00744.JPG (608803 Byte) DSC00746.JPG (609498 Byte)
DSC00747.JPG (607391 Byte)

DSC00748.JPG (596916 Byte)

DSC00749.JPG (565696 Byte) DSC00752.JPG (519919 Byte)
DSC00761.JPG (573908 Byte) DSC00763.JPG (605887 Byte)
DSC00770.JPG (620725 Byte) DSC00784.JPG (593293 Byte)

DSC00786.JPG (584914 Byte)

Biene mit ihrem ersten Spielzeug.

Bienes erste Tage .....

DSC00747.JPG (607391 Byte)

Am Samstag kam Biene in unser Haus. Den ersten Kontakt hatte sie mir der kleine Wiese hinter dem Haus. Dort hat sie denn auch direkt nach der aufregenden Autofahrt ihr erstes Pfützchen gemacht. Dieser erste Kontakt wirkt jetzt schon positiv nach. Ihr Duft steht jetzt dort, der Platz ist ihr sicher und vertraut. Jedes Mal, wenn wir jetzt rausgehen, gehen wir zuerst zur kleinen Wiesse. Kaum angekommen, setzt sie sich und verrichtet ihr Geschäft. Aller Erfahrung nach hat sie so schon einen großen Schritt in Richtung Stubenreinehit gemacht.

Im Haus selbst stehen noch die beiden Körbchen von ihren Vorgängerinnen. Ohne Zögern hat sie beide in Beschlag genommen. Schon die erste Nacht hat sie ganz brav im kleinen Körbchen verbracht. Auch wenn sie müde wird und eingschläft, tragen wir sie in das kleine Körbchen. Dort hat sie einen warmen, und vor allem sicheren Platz, an dem sie nicht gestört wird, gefunden. Sie weiß das schon zu schätzen.

DSC00770.JPG (620725 Byte) DSC00771.JPG (551505 Byte)

Inzwischen ist Biene eine drahtige Dackelhündig geworden. Sie begleitet mich auf allen Reviergängen.
Da unser Revier vorwiegend ein Reh- und Schwarzwildrevier ist, werde ich Biene nur für die Nachsuche ausbilden.
Einige leichte Totsuchen hat sie schon absolviert. Mit der Ausbildung beginnen wir in diesem Jahr.

DSCF2107.JPG (2210093 Byte)

Meine Hunde

Meine Hunde sind alle sehr alt geworden. Sie konnten mich lange begleiten.
Deshalb habe ich nur wenige Hunde besessen. Ihre Zahl war gering.
Die Freude, Erlebnisse und Erfahrungen mit ihnen nicht.

janko-q.tif (117358 Byte)

Er war mein schönster und auch bester:
Der Große Münsterländer John Chamavia, genannt Janko,
hat meinen Weg von 1980 bis 1995 begleitet.
Jetzt jagt er über den Wolken.

card-bu.jpg (640835 Byte) card-jan.jpg (602109 Byte)

Babuschkin war sanft und furchtlos zugleich.

John Chamavia war ein Bild von Hund.
card-mot.jpg (734933 Byte) card-jol.jpg (650323 Byte)
Motte war ein richtiger Erdhund. Jolly war ein Risiko-Hund.

card-bie.jpg (777872 Byte)
Biene auf dem Arm meiner Tochter anlässlich der Spurlautprüfung.

Zur Jagd gehört der Hund. Als Helfer bei der Suche, als Helfer bei der Nachsuche
und nicht zuletzt als Begleiter auf allen Reviergängen.

biene-1.jpg (58664 Byte) rev-096.jpg (65765 Byte)

Derzeit begleitet neben Finn meine Dackelhündin Biene meine jagdlichen Wege.
Sie ist sehr führig, gesetzt und bedächtig und hat eine gute Nase. Leider ist sie ein wenig schussscheu.
Ihr Spezialgebiet: Abwürfe von Hirsch und Bock.

 buschk-1.jpg (43248 Byte)    janko-1.jpg (38038 Byte) 

*

janko-2.jpg (59299 Byte) motte-1.jpg (52746 Byte)

jolly-1.jpg (42074 Byte)

Das war Jolly. Er war ein recht stattlicher aber auch bösartiger Hund.
Er war rabiat scharf und griff auch Menschen an. Meine Frau verletzte er schwer.
Er war als Risikohund nicht verantwortbar.

Neben meinen Hunden habe ich bei Jagdfreunden eine Reihe weiterer Jagdhunde verschiedener Rassen
kennen gelernt oder anlässlich von Jagd und Nachsuchen beobachten können.

DSC00013.JPG (286180 Byte)  DSC00015.JPG (293320 Byte)

Mit gespannten Sinnen wartet diese braunschimmelige Deutsch-Kurzhaar-Hündin
auf das, was da kommen mag.

*

4 Profis für die Schwarzwildjagd:

   DSC00001.JPG (302288 Byte)    DSC00007.JPG (311034 Byte)

3 Deutsche Jagd-Terrier und eine Kopov-Bracke. 
Nicht nur wegen ihres Äußeren schätzen immer mehr Jäger in meiner Heimat Kopovs.
Sie leisten Erstaunliches als Sauenfinder, Sauendrücker und Schweißhunde
und sind - soweit ich sie kennen - angenehme Familienhunde.

Eine von Ihnen hieß Paula

Sie war eine vielversprechende junge Kopov-Hündin, bis sie im Alter von zwei Jahren anlässlich einer Drückjagd von einem Auto erfasst und tödlich verletzt wurde. Ein Erlebnis wird sie uns allen in Erinnerung halten.
Paula war so handlich und brav, dass sie ihren Besitzer regelmäßig zur Jagd begleiten durfte. Sie lernte dabei auch, über die Leiter hoch zur Kanzel zu steigen. Eines Tages schoss ihr Besitzer vom Ansitz einen Frischling. Weil dieser nicht im Feuer lag, bot sich für Paula die Möglichkeit einer kurzen Nachsuche. Auf dem Weg zum Anschuss ging eine zweiter Frischling hoch, den die junge Bracke freudig und lauthals in den späten Abend hinein verfolgte. Paulas Besitzer musste den erlegten Frischling selbst suchen und bergen. Nach einer Stunde Wartens auf den jungen Hund machte sich Paulas Besitzer auf den Heimweg, nachdem er seinen Jagdmantel als Treffpunk ausgelegt hatte. Paulas Besitzer hoffte, seine Hündin am nächsten Morgen auf dem Mantel wiederzufinden. Als er am frühen Morgen aber zum Mantel kam, war der Platz leer. Kein Hund weit und breit zu sehen oder zu hören. Paulas Besitzer wollte sich schon auf den Heimweg machen, als er leises Winseln hörte. Er blickte sich um, ohne den Hund zu entdecken. Nur zufällig blickte er hoch zurKanzel, wo freudig und schwanzwedelnd die junge Paula darauf wartete, von der Kanzel geholt zu werden.

Finni

Mein vorletzter Begleiter war Finn. Finn war ein Hund aus zweiter Hand.
Er war ein ausgezeichneter Jäger, musste aber mühsam lernen, ein brauchbarer Hund zu werden.

DSC02522.JPG (2291878 Byte)

Finni war außerordentlich fotogen und liebenswürdig. Er sollte das Foto-Model für das Hunde-1x1 werden.
Doch im Juni 2009 starb er unerwartet. Weiter unten erzähle ich seine Geschichte.

goodbye1.jpg (757853 Byte)

Finni im Sommer 2008 in unserem Jagdrevier.
Ich kannte keinen Hund mit einer besseren Nase.

Finni - eine Finnische Bracke hatte eine nicht ganz gewöhnliche Geschichte. Zuerst musste er sich an seinen neuen Namen gewöhnen.
Schließlich musste er sich vom wüsten Hetzer zum sanften Begleithund wandeln. Hier ist seine Geschichte:

DSC09936.JPG (591654 Byte)

Finn kam mehr zufällig in unser Haus. Nachdem unser letzter Großer Münsterländer gestorben war, begleitete uns nur noch die Rauhaardackelhündin Motte. Da sprach mich ein Freund an, ob ich nicht interessiert wäre, eine Finnische Bracke aufzunehmen, die ein Bekannter abgeben wollte. Ich hatte zu der Zeit gerade ein recht großes Jagdrevier übernommen. So konnte ich mir gut vorstellen, den Hund zu übernehmen. Platz gab es in dem 7qkm-Revier genug und Arbeit für einen guten Hund in den endlosen Maisfeldern auch. Bei seiner Erstvorstellung zeigte sich der Hund von seiner besten Seite. Es war ein sehr hübscher Hund mit schöner Tricolor-Zeichnung, guten Proportionen und einem sehr sanften Wesen. Angesichts dieser Eigenschaften stimmte auch der Familienrat zu, dem inzwischen 5-jährigen Rüden ein neues Zuhause zu geben. Hätte ich geahnt, was in den nächsten beiden Jahren auf mich zukommen sollte, hätte ich mich damals sicher anders entschieden. Doch davon erzähle ich Ihnen nach und nach.

Was mir an dem neuen Hund gar nicht gefiel war sein Name: Aus welchen Gründen auch immer hatte man ihn Bulk genannt. Eigentlich hätte er gar keinen Namen gebraucht, denn er hörte sowieso nicht. Angelehnt an seine finnische Herkunft beschloss ich, den Hund zukünftig Finn zu nennen. Dieser Name lässt sich gut laut rufen und leise sprechen. Später, nach Finns Wandlung zu einem liebenswerten Hund, nannten wir ihn dann nur noch Finni.

DSC09613.JPG (1503888 Byte) DSC09916.JPG (1513095 Byte)

Finn war ein ausgesprochen hübscher Hund. Sein Fell glänzte und war so Schmutz abweisend, wie ich es bis dahin noch bei keinem Hund erlebt hatte. Ich musste ihn über die 4 Jahre, die er bei uns lebte, nicht einmal waschen oder duschen. Wenn er sich ganz selten einmal in Mist oder Aas wälzte, genügte es, das Fell mit dem Gartenschlauch durchzuspülen. Schon war er wieder frisch und sauber.

Dsc09616.jpg (1041777 Byte) DSC09915.JPG (2308268 Byte)

Was mir schon beim ersten Kontakt mit Finn auffiel war sein 'abwesender Blick'. Er schien sich für nichts zu interessieren. Sein Blick ging an mir vorbei irgend wo hin in die Ferne. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich seine Aufmerksamkeit allmählich auf mich richtete. Zunächst konnte ich diesen Blick nicht deuten. Es sollte nicht lange dauern, bis klar wurde, dass Finn ausschließlich auf Wild und Wildern fixiert war.

Meine Jagdfreunde rieten mir schon nach wenigen Tagen, den Hund zurückzugeben. Finn war in ihren erfahrenen Augen ein hoffnungsloser und nicht kontrollierbarer Hetzer. Ich sah die Sache ähnlich. Manches Mal trug ich mich in der Folge mit dem Gedanken, den Hund abzugeben. Doch was wäre sein Schicksal gewesen? Er wäre irgendwo in einem Zwinger verkümmert, wenn er nicht schon vorher beim Wildern ums Leben gekommen wäre. So entschloss ich mich, meine pädagogische Konsequenz und Hartnäckigkeit, die ich mir in Jahrzehnten Unterricht angeeignet hatte, auch in Finns Erziehung einzubringen.

Zusammen mit meinem damals 86-jährigen Vater machte ich mich daran, Finn zu kultivieren. Am Erfolg des Unternehmens hat mein Vater einen außerordentlich hohen Anteil. Seit wir Hunde haben, geht er verlässlich jeden Morgen zur gleichen Zeit mit den Hunden über den Bieler Berg. Immer den gleichen Weg. Gleichförmigkeit ist ein ganz wichtiger Bestandteil in der Hundeerziehung. Zusammen mit unserer damals recht bequemen alten Dackeldame gingen die beiden täglich über den Berg. Vorbei an den letzten Häusern, an einigen Wochenendgrundstücken und auch an einem Bauernhof mit Hühnern, Gänsen und zwei Hunden. Unterwegs trafen sie zusammen mit andern Hundebesitzern, rasteten auf einer Bank und konnten auch Wild beobachten. Anfänglich war Finni noch angeleint. Nach und nach konnte ihn mein Vater dann an weniger kritischen Stellen frei laufen lassen. Es dauerte kein Jahr, bis Finni den täglichen Weg frei lief. Nur noch zweimal büchste er kurz aus, als Fuchs oder Hase zu nah am Spazierweg ihren Duft hinterlassen hatten, war aber innerhalb weniger Minuten wieder zurück.

Entsprechend übte ich mit Finni. Wenn wir in der esrten gemeinsamen Zeit durchs Revier fuhren und er durch die Frontscheibe des Autos einen Hasen, einen Fuchs oder ein Reh erblickte, war im Auto die Hölle los. Er blieb zwar auf seinem Platz, drückte seinen Fang, fest gegen die Scheibe und jaulte ungezügelt in übelster  Hetzlaut-Manier. Um ihn zu desensibilisieren, suchte ich viele dieser Situationen. Ob im Auto oder angeleint auf Reviergängen zwang ich ihn dann stets abzulegen, wenn wir Wild sahen oder eine Wildspur kreuzten. Statt wie früher mit lautem Geheul dem Wild nachzuhetzen oder nachzusehen, wurde er immer ruhiger. Schließlich kam die Zeit, in der ich es wagen konnte, ihn auf ruhigen Feldwegen mit wenig Wildbewegung frei laufen zu lassen. Inzwischen hatte er gelernt, auf Kommando abzulegen und auch liegen zu bleiben. Das half mir, ihn in etlichen kritischen Situationen zu beherrschen. So halte ich die Lektionen 'Halt', 'Ablegen' und 'Down' für die beste Möglichkeit, Hunde in die Hand zu bekommen oder bzw. in der Hand zu halten. Deshalb werden diese Lektionen auch einen breiten Raum in Bienes Erziehung und auch hier im Hunde-1x1 einnehmen.

Nach eineinhalb Jahren ruhiger Erziehung bzw. Umerziehung war Finni schließlich so weit, dass er mich ohne Leine im Wald begleiten konnte. Er folgte mir ohne Leine zu den Plätzen, an denen ich Sauen mit Mais ankirrte, folgte mir durch Maisäcker, in denen sich Sauen, Hase, Fuchs und Reh aufhielten und begleitete mich ohne Leine zur Wildfütterung. Sicherlich nahm er ganz interesiert jede Witterung auf und ich habe immer bedauert, dass er mir nicht erzählen konnte, was er so alles gerochen hatte, doch machte er niemals den Versuch einer dieser Spuren und Fährten ohne Auftrag zu verfolgen.

Schickte ich ihn aber mit anderen Hunden anlässlich einer Wildschweinjagd in einen unserer großen Maisschläge, stand er ganz seinen Mann und ich konnte schon am Laut heraushören, was er gerade jagte. In der Meute lernte er auch, bogenrein zu werden, also nicht blindlings und endlos über ein Treiben hinauszujagen  sondern nach einer kurzen Hetze möglichst schnell wieder in den Schlag zurückzukehren. Als größten Erfolg empfand ich es schließlich, dass Finni, den ich nach den ersten Jagden immer stunden- oder tagelang suchen musste, begann, mich zu suchen und bei den Treiben immer wieder einmal bei mir vorbeischaute, um zu sehen, ob ich noch an meinem Platz war.

In diesem Jahr wollte ich ihn auf der Schweißfährte ausbilden. Doch dazu kam es nicht mehr, weil Finni im Frühsommer plötzlich und unerwartet starb.

Ich konnte viel mit Finni lernen:

So, wie die Hunde von mir lernen, lernte ich auch vieles von meinen Hunden. Finni hat gezeigt, dass auch Hunde, die eigentlich verloren scheinen, mit Geduld, Konsquenz, Liebe und viel Routine umerzogen werden können.

Dazu möchte ich Mut machen und auch den nötigen Rat geben.

 

 

Hunde-Erziehung und Hunde-Psychologie

Prinzipiell erziehen sich Hunde ganz von selbst. Nehmen Sie nur die Hunde, die auf Bauernhöfen leben. Denen bringt niemand etwas bei. Die lernen alles von alleine. Aus der Forschung wissen wir, dass sich Hunde ihre Besitzer ganz genau anschauen und ihr ganzes Verhalten auf das Verhalten ihrer Besitzer/innen ausrichten. Das funktioniert auf Bauernhöfen mit ihren großen Freiräumen auch ganz gut. In Dörfern und Städten, mit ihren 'unnatürlichen Lebensumgebungen' ergibt sich jedoch vielfach ein hohes Konflikt-Potenzial. Hier ist es erforderlich, unseren Hunden erzieherische Orientierung zu geben.

wolf-300.jpeg (192261 Byte)

Wer sich seinen ersten Hund ins Haus holt ist zwangsläufig unsicher. Das fängt mit dem richtigen Füttern an und endet mit der richtigen Erziehung noch lange nicht. Richtig infomiert über Hunde habe ich mich erst, als ich meinen ersten Jagdhund, einen Großen Münsterländer, in unser Rudel holte. Lange bevor wir den Hund aussuchten, hatte ich mich schon mit den Möglichkeiten der damaliegn Zeit informiert. Neben allerlei unwichtiger und unsorgfältig zusammengeschriebener Literatur gab es zwei Quellen, die ich sehr profund empfunden habe. Das waren zum einen die von der Verhaltens-Theorie und -Praxis  bestimmten Bücher von Konrad Lorenz und Eberhard Trummler und auf der anderen Seite Bücher über die Ausbildung von Jagdhunden. Ich habe sie mir alle gekauft, gründlich gelesen und vieles verinnerlicht. Herausragend fand ich die Bücher von Granderath und Tabel. Als Dackel-Halter schätze ich die Bücher von Hans Lux und für die Nachsuche gibt es keine besseren Bücher als die von Frevert und Jan Baca.

Machen Sie sich einmal den Spaß, bei Google das Suchwort Hundeschule einzugeben. Sie erhalten fast eineinhalb Millionen Einträge. Überspitzt könnte man sagen: Bei einem Bestand von etwa 3 Millionen Hunden käme auf jeweils 2 Hunde eine Hundeschule. Das ist natürlich überspitzt gerechnet und formuliert. Aber unverkennbar ist: Hundeschulen boomen. Ich selbst nehme mich da nicht aus. Der Boom der Hundeschulen beruht auf einer großen Verunsicherung der Menschen. Früher war klar: Schäfer haben Schäferhunde, Metzger Rottweiler, Jäger Jagdhunde und alle anderen Spitze, Pudel oder eine Promenadenmischung. Jeder wusste mit seinem Hund umzugehen. Wer keinen Platz hatte, hielt sich keinen Hund und einen unnötigen Fresser holte man sich auch nicht ins Haus. Heute halten Nichtjäger Jagdhunde, Leute ohne Sicherheitsbedarf scharfde  Wachhunde und einige Vernünftige noch Möpse, Pudel oder einen anderen ungefährlichen Hund. Dazu kommt die Mitleid-Szene, die es sich zum Anliegen macht, sogenannte Paria-Hunde aus Spanien zu retten um sie hier im Bekanntenkreis zu vermitteln. Waren früher die Eigenschaften von Rassen bekannt und stets ein wichtiger Grund, einen Hund sorgfältig auszuwählen, führen heute vielfach Leute Hunde, die für sie nicht geeignet sind, für die sie keinen artgemäßen Lebensraum, keine artgemäße Aufgaben haben und für die sie selbst eigentlich nicht qualifiziert sind. Zwangsläufig mehren sich die Fälle, in denen Besitzer/innen nicht mehr Herr oder Frau der Lage sind. Fälle, in denen nicht der Hund nach der Pfeifer der besitzer tanzt sonden die Besitzer nach des Hundes Pfeife. Hier können Hundeschulen helfen. Aber nur dann, wenn der Hundelehrer die gesamte Situation beleuchtet und erzieherische Konsequenzen für beide Seiten ausarbeitet.

Mit dem Hunde-1x1 schreibe ich einen Basis-Kurs für die Hundeerziehung. Weil die Ausbildung von Jagdhunden aber überdurchschnittlich anspruchsvoll ist, eignen sich der Kurs oder einzelne Lektionen des Kurses hervorragend auch für normale Begleithunde. Das Handwerkszeug werde ich sukzessive hier auf dieser WebSite bereitstellen. 

   hu-ka-03.jpg (3172650 Byte)

huschu10.jpg (396197 Byte)

Kleine Hunde-Psychologie

Hier schreibe ich in loser ungeordneter Reihenfolge Gedanken zum Thema Hunde-Psychologie auf. So gesehen ist dies ein Art Sammlung von Aspekten für das später erscheinende Booklet.

Vor einigen Tagen habe ich einen Bericht über die Intelligenz von Hunden gelesen. Vieles in dem Bericht war akzeptabel. Aber eine Rangliste der klugen und dummen Hunde dort aufzulisten halte ich für abenteuerlich.

Jeder weiß oder konnte schon beobachten, wie eng Schäfer und ihre Hunde bei der Führung der Herde zusammenarbeiten. Daraus lässt sich zweifelsfrei schließen dass durch Zuchtauslese und engste Zusammenarbeit Hunde gezüchtet und ausgebildet werden, die über eine besondere Auffassungsgabe verfügen. Das heißt aber nicht, dass Hunde, die nicht nach solchen Kriterien gezüchtet sind und nach ihnen arbeiten weniger intelligent sind. Sie sind nur rassetypisch oder einsatztypisch anders intelligent. Sie überleben nach anderen Kriterien der Intelligenz. 

Nehmen wir nur einmal einen Husky. Seine Rasse hatte nie die Aufgabe, Herden zu hüten. Er ist gezüchtet um unter härtesten Bedingungen als Zugtier Dienste zu leisten. Dabei entwickelt er eine regionaltypische und arbeitsspezifische Intelligenz, die die Intelligenz eines Schäferhundes weit übertrifft, wenn es um Arbeit und Überleben in polaren Regionen geht.

Dieses kleine Beispiel zeigt, dass wir Hunde hinsichtlich ihrer Intelligenz nicht über einen Kamm scheren können. Wir können allenfalls ihre individuelle Intelligenz bewerten. Die aber richtet sich weniger nach den Genen sondern nach dem, was sie im Leben mitkriegen. Der bestveranlagte Hund kann in ungeeigneter Umgebung einfach nicht die Intelligenz entwickeln, die er entwickeln könnte, würde er unter optimalen Lebensbedingungen aufwachsen.

Bei solchen Klassifizierungen dürfen wir auch nicht außer Acht lassen, dass wir unsere Hunde zu Spezialisten gezüchtet haben. Da sollte man Hunde, die fürs Hüten gezüchtet sind nicht mit Hunden vergleichen, die fürs Spurhalten gezüchtet sind. Jeder erbringt in seinem Bereich Höchstleistungen. Der eine hat Hüte-Intelligenz entwickelt, der andere Such-Intelligenz. Wenn ich die Hunde aber nehme und tausche ihre Aufgaben, dann kann ich mit ein wenig mehr Übungseinsatz den Hütehund zum guten Jagdhund und den Jagdhund auch zum Hütehund machen.

Selbst der als besonders intelligent eingestufte BorderCollie bliebe ein 'blöder Hund' , wenn er einsam und ohne geistige Anregung im Zwinger aufwachsen würde.

Ein anderes Beispiel: Meinen ersten Großen Münsterländer hielt ich in den ersten Jahren im Außenzwinger. In einem kalten Winter holte ich ihn schließlich ins Haus. Ich konnte mir bis dahin im Traum nicht vorstellen, welchen Intelligenz-Sprung dieser Hund machte, als er mit uns in engstem Rudel-Kontakt leben konnte.

Also ab in die Mottenkiste mit pauschalen Klassifizierungen und Vor-Urteilen.

 

 

Hier richte ich die WebSeiten des Hunde-1x1 ein:

Ähnlich der Lese-Grundschule schreibe und publiziere ich hier eine Kleine Hundeschule.

booklet1.jpg (1721992 Byte) hunde1x3.jpg (1377268 Byte)
Mit einem Klick auf das Bild können Sie von hier aus auch einmal die www.Lesegrundschule.de besuchen. Ähnlich der Lese-Grundschule schreibe ich auch die Kleine Hundeschule bzw. das Hunde-1x1.

Im Herbst vergangenen Jahres habe ich das nachfolgend abgebildete Booklet zum Lesenlernen veröffentlicht. Ich habe es selbst geschrieben, illustriert und publiziert. Ähnlich der www.Lesegrundschule.de schreibe ich sukzessive auch die Kleine Hundeschule. Die einzelnen Kapitel werden hier kostenlos im Internet veröffentlicht. Für alle, die lieber etwas Gedrucktes in der Hand halten wird es die Kleine Hundeschule auch als gedrucktes Booklet geben. Als Print wird es dann auch in den Buchhandlungen erhältlich sein. Als Format habe ich mich für das attraktive quadratische Format 21x21 entschieden. 

Mit der Natur lernen ! Nicht gegen die Natur !

Genau so wie man mit dem Strom, also mit dem Wasser leichter schwimmt, muss man Hunde auch unter Beachtung ihrer Natur, also gemäß ihrer Veranlagung ausbilden. Unsere Wolfs- und Hundeforscher haben inzwischen so viel über Psychologie und Lebensweise von Hund und Wolf herausgefunden, dass diese Erkenntnisse zwingend in die Erziehung von Hunden einbezogen werden müssen. Mehr dazu im Laufe von Bienes Erziehung.

Biene wird stubenrein

Alle unsere Hunde haben schnell gelernt stubenrein zu werden. Dass dies gelingt, liegt weniger an den Hunden als an den Besitzern und an den Wohnumständen. Wer ein Haus mit Garten hat, zu dem der Hund immer dann einen schnellen Zugang findet, wenn es pressiert, kann seinen Hund innerhalb weniger Wocgen zur Stubenreinheit erziehen. Kein Hund verrichtet seine Geschäfte gerne in der Wohnung und auch nicht im Zwinger. Hunde kommen immer in Not, wenn sie müssen, aber dann nicht rechtzeitig aus der Wohnung oder dem Zwinger kommen. Am liebsten verrichten Hunde ihre Geschäfte ein gutes Stück weit weg von Haus und Hof. Das hängt mit ihrer Abstammung von den Wölfen ab. Zur eigenen Sicherheit markieren Sie mit Ihren Ausscheidungen weit weg vom engeren Lebensraum ihr Revier. Ich kenne dieses Verhalten aber auch von vielen andern Tieren. Alle Hunde sind von natur aus sehr reinlich. Sie können es vielfach aber nicht sein, weil ihre Besitzer dafür unsensibel sind oder nicht die Möglichkeit haben, ihren Hund seine Geschäfte abseits von Wohnung oder Haus verrichten zu lassen. Notfalls kann man den Hund aber auch an eine Hunde-Toilette gewöhnen, wenn er nicht zu den erforderlichen Zeiten ausgeführt oder rausgelassen werden kann. 

Um seinen Hund zur schnellen Stubenreinheit zu erziehen, muss man ihn gut beobachten, studieren und seine Nöte vorausahnen. Dazu gibt es ein paar einfache Regeln. Wenn Welpen gefüttert sind, folgt unmittelbar das Bedürfnis, sich zu lösen Ebenso, wenn sie nach einer ihrer häufigen Schlafphasen aufwachen. Wenn sie den kleinen Kerl dann rechtzeitig raus in den Garten oder an einen anderen geeigneten Platz tragen, ist er ruckzuck stubenrein. Es wird dann nicht mehr lange dauern, bis er sich von selbst meldet. Im Idealfall lassen Sie ihn dann ganz einfach raus aus dem Haus oder aus dem Zwinger. Wenn das wegen der Verkehrsgefahren nicht geht, müssen Sie ihn begleiten. Um ihre Nachbarn nicht gegen den Hund aufzubringen, sollten Sie seine Hinterlassenschaften umgehend beseitigen.

... Biene hört auf ihren Namen

Diese Seite und gleichzeitig auch die erste Lektion kann ich schneller als erwartet einfügen. Nachdem sich Biene eingelebt hat, geht sie in immer größeren Kreisen auf Entdeckungsreise. Das ist eine perfekte Situation, um sie an ihren Namen zu gewöhnen. Sie ist zwar auf der einen Seite abenteuerlustig und versucht, die Wohnung wie auch den Garten in immer größeren Kreisen zu erkunden, auf der anderen Seite ist sie aber auch noch sehr ängstlich gegenüber allem Neuen und deswegen besonders bereit, auf Zuruf die sichere Nähe von Frauchen oder Herrchen zu suchen. Um den richtigen Punkt zur Umkehr zu finden, beobachte ich sie jetzt sehr genau. Je zögerlicher sie sich der weiteren Umgebung zuwendet, desto unsicherer ist sie im Innersten. Jetzt ist sie förmlich dankbar, wenn sie gerufen wird und stürmt auf Zurufe wie 'Komm' oder 'Biene' sofort zu mir zurück. Wird sie dann freudig begrüßt und abgeliebelt, weiß sie, dass sie willkommen ist und lernt so, gerne zu kommen. Auf diese Weise lernt sie ganz leicht, auf ihren Namen zu hören und auch gleichzeitig das Kommando 'Komm' zu befolgen. Natürlich darf ich mir nicht einbilden, dass Biene zukünftig immer und vor allem auch immer schnell auf Zuruf zu mir kommen wird. Das stört mich aber nicht, ist dies doch Thema einer späteren Lektion und späteres Lernziel. Im Augenblick haben wir das erste Lernziel erreicht.: Sie hat prinzipiell verknüpft, dass sie auf Zuruf ihres Namens oder eines Kommandos wie 'Komm' zu mir kommt.

Wir trainieren und beachten:

Wir rufen unseren jungen Hund immer wieder beim Namen. Dazu nutzen wir aber nur Situationen, in denen wir unser Ziel leicht und verlässlich erreichen, also in Situationen, in denen sie dankbar ist, zurückkommen zu können und dann, wenn sie nichts Besseres zu tun  hat. Ist der Hund auf eine andere Sache fixiert, ist es im Augenblick sinnlos, ja sogar kontraproduktiv, ihn zu uns rufen zu wollen. Der Hund verknüpft ganz schnell: Lass Frauchen oder Herrchen nur rufen. Ich komme dann, wenn ich will. In solchen Situationen lassen wir unseren Welpen zunächst gewähren, ohne ihn zu rufen. Sind die Situationen gefährlich, so leinen wir den Welpen an oder nehmen ihn hoch.

Wer seinen Hund aufmerksam beobachtet und ihn in möglichst vielen günstigen Situationen ruft, erklärt ihm auf diese Weise erfolgreich, dass man auf den Namensruf   oder 'Komm' auch kommt.

Biene kommt ...

In den nächsten Wochen lernt Biene zuverlässig (so gut das in diesem Alter schon geht ) , auf Ruf zu kommen.

'Sitz' ist eine der leichtesten Übungen für den Hund. Als ich vor knapp 30 Jahren meinen ersten Vorstehhund, einen Großen Münsterländer ausbildete, kaufte ich mir alle verfügbare Literatur über Hunde und Hundeerziehung. Am meisten Literatur und dazu die beste Literatur gab es über die Ausbildung von Jagdhunden. Für mich ist die Ausbildung von Jagdhunden neben der von Blindenhunden nach wie vor die anspruchsvollste Erziehung von Hunden überhaupt, weil sie eine beispiellose Vielseitigkeit verlangt und vor allem von den Hunden verlangt, gegen die eigenen Interessen zu handeln, den Hasen also freudig zu apportieren statt ihn unverzüglich aufzufressen.

In der Folge dieser intensiven Jagdhundeausbildung habe ich die Kleine Hundeschule geschrieben und an verschiedene Verlage geschickt. Geärgert hat es mich, dass kein Verlag die Kleine Hundeschule damals veröffentlichen wollte, geehrt hat es mich, dass die Verlage die damals neuen Lektionen vielfach kopierten und unter anderem meine Sitz-Lektion heute Standard in allen Hundebüchern ist. Dennoch will ich die Lektion heute noch zusammen mit Biene noch einmal ausführlich darstellen

 

Die Lektionen sind schon weitgehend geschrieben, aber noch nicht fotografiert:

Biene ...

  • lernt 'Sitz'

  • geht an der Leine

  • hört auf Ruf

  • hört auf Pfiff

  • macht Halt

  • setzt sich /nicht

  • macht 'Friss'

  • lernt Platz

  • lässt sich ablegen

  • geht angeleint bei Fuß

  • schwenkt links

  • schwenkt rechts

  • geht frei bei Fuß

  • setzt sich jederzeit

  • bleibt sitzen

  • lässt sich abrufen

  • lässt sich lenken

  • lässt sich ablegen

  • legt sich auf Distanz

  • macht Down

  • jagt nicht  bzw. nur auf Kommando ( Unser Hund jagt nicht - Anti-Jagd-Training Anti-Jagd-Training ist eine Geschäftsidee zahlreicher Hundeausbilder. Sie und Ihr Hund brauchen kein Anti-Jagd-Training, wenn sie alle Lektionen dieser Hundeschule absolvieren.
    Ein gehorsamer Hund jagt nicht. Sein/e Führer/in handelt vorausschauend. )
     

Nach und nach schreibe und fotografiere ich die einzelnen Kapitel des Buches. Wenn die Kapitel komplett sind, wird das Online-Booklet
auch als gedrucktes Booklet veröffentlicht.