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Wild-Aesung
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Liebe Jägerinnen und Jäger ! Es ist mir eine Freude, Ihnen hier Informationen über
Reviergestaltung und Äsungsbeschaffung aus berufenstem Munde anbieten zu können. Wildmeister
Günter Claußen hat mir gestattet, Texte und Bilder seiner Broschüre hier auf
diesen Seiten zu veröffentlichen.
Revierberatungsstelle
Wolmersdorf Nachfolgend das Vorwort aus der umfassenden und reich bebilderten Broschüre: Unsere Saaten sind auf die Bedürfnisse der freilebenden Tierwelt in Feld und Wald abgestimmt. Um dies zu gewährleisten, werden alle Einzelpflanzen und Mischungen auf den von Rehen, Hasen, Wildkaninchen und Fasanen stark frequentierten Versuchsflächen im 10 ha umfassenden Gelände der Revierberatungsstelle und auf den Wildäckern im gemeinschaftlichen Jagdbezirk Wolmersdorf zunächst gewissenhaft auf die Annahme durch das Wild getestet. So können wir garantieren, dass alle unsere Wildäsungspflanzen gut und gerne beäst werden. Die in einem ausgewogenen Verhältnis aus den besten Sorten zusammengestellten Mischungen werden darüber hinaus in zehn über Deutschland verteilt liegenden Versuchsrevieren durch erfahrene Praktiker laufend überprüft. Die dabei gesammelten Erfahrungen fließen bei Zusammensetzungen der Rezepturen ein und sorgen fortlaufend für eine Verbesserung der Qualität.
Bei genauer Beobachtung erkennt man, was der Hase liebt und braucht: z. B. Hornklee. Schließlich lassen sich mit Äsungsgemengen, die von
den vorkommenden Wildarten nicht akzeptiert werden, weder Hasen noch Hirsche ans Revier
binden. Das trifft übrigens für viele Pflanzen zu; egal, ob es sich um bestimmte Sorten
von Winterraps, Rübsen, Klee oder Lupinen handelt. Als Berufsjäger haben wir
jahrzehntelang den Hasen, Rehen und Hirschen auf den Äser geschaut und wissen, dass
längst nicht jede Rotkleeart gut schmeckt und viele, selbst von Wissenschaftlern
empfohlene Wildkräuter und Heilpflanzen wie z. B. Borretsch, Kamille, Vogelmiere oder
wilde Möhre vom Wild verschmäht werden. Auf den Ballast dieser, zum Teil sehr teuren
Samen als Mischpartner haben wir verzichtet und können heute selbst die von uns
zusammengestellte Reh- und Hasengartenmischung als hochwertige Naturapotheke zum
vernünftigen Preis anbieten. Wir werden Ihnen mit unserem umfangreichen Sortiment
stets ein zuverlässiger Partner sein. Rufen Sie also an oder mailen Sie uns, wenn
Sie Fragen zur Reviergestaltung und Wildhege oder vielleicht auch Probleme mit Ihren
Äsungsflächen haben sollten ! Unsere Empfehlung zur
Wildackerbewirtschaftung Flächenwahl Die Beschaffung geeigneter
Flächen bereitet oftmals große Schwierigkeiten, doch lässt sich bei entsprechender
Zusammenarbeit mit den Landwirten und Waldbesitzern eigentlich in jedem Revier geeignetes
Gelände für die Anlage von Äsungsflächen finden. Im Feldrevier sind es zunächst
einmal die zahlreichen Stilllegungsflächen, die sich anbieten. Auch viele Äcker, die
erst im Frühjahr mit Mais, Rüben, Kartoffeln, Sommergetreide u. ä. bestellt werden,
lassen sich kostengünstig z. B. mit Zwischenfruchtmischungen begrünen. Die
Landwirte sind gerne bereit, bodenverbessernde Zwischenfrüchte gleich nach der
Getreideernte auszusäen, wenn ihnen der Jagdpächter das Saatgut zur Verfügung stellt.
Auch im Schatten des Waldrandes gelegene Grenzertragsböden und unrentable, kleine
Ackerflächen kann man bei einigem Verhandlungsgeschick in Pacht nehmen. Schließlich
können Allerdings sollten intakte
Biotope, wie z. B. die aus ökologischer Sicht wichtigen Trockenrasenflächen und
Feuchtgebiete, nicht in unsere Planungen einbezogen werden. Einfacher gestaltet sich die
Flächenbeschaffung im Wald. Neben alten Pflanzgärten, ehemaligen Wiesen sind es vor
allem die sonnenbeschienenen Schneisen und die durch Schnee- oder Windbruch entstandenen
Blößen sowie Lichtleitungs- und Hochspannungstrassen, die wir nach vorheriger Absprache
mit dem Grundeigentümer nutzen können. Selbst auf den grasbewachsenen Freiflächen in
lichten Althölzern kann man zusätzliche Äsung bereit stellen. Insbesondere die
Bestände der tiefwurzelnden Eichen und Kiefern bieten sich an, um auf Frässtreifen z. B.
die Pioniermischung auszusäen. Die Eignung der einzelnen
Flächen lässt sich am besten am vorhandenen Bewuchs beurteilen. Ein starker Grasfilz
oder Adlerfarnbestände zeigen an, dass der Boden von guter Qualität ist und dass die
Lichtverhältnisse auch für Äsungsmischungen voll ausreichen EU-Richtlinien
für Flächenstilllegungen Die
in der Agenda 2000 festgelegten Vorschriften müssen
selbstverständlich beachtet werden, um scharfe finanzielle Sanktionen - die der Landwirt
allein tragen muss - zu vermeiden. Die wichtigsten Stilllegungsrichtlinien der EU
Nachdem wir im ersten Jagdjahr weder Zeit noch Gelegeheit noch Flächen
gefunden hatten, Äsungsflächen anzulegen, beginnen wir im Jagdjahr 2006/2007 mit der
Anlage der ersten Äsungsflächen. In unserem wichtigsten Einstand steht uns keine
Freifläche für die Wildäsung zur Verfügung. Wir nutzen deshalb derzeit nicht genutzte
Forstwirtschaftswege. Natürlich müssen wir akzeptieren, dass die Wege jederzeit im
Rahmen der forstwirtschaftlichen Nutzung befahren werden Drei kaum benutzte Wege führen durch unsere wichtigsen Einstände. Sie alle eignen sich hervorragend als Äsungsstreifen. Ohne größeren Aufwand können wir auf dieses Weise ca. 5 x 4m x 200m = 4000 qm Äsungsfläche zentral in den Einständen anbieten.
Wir müssen allerdings damit leben, dass die Forstwege gelegentlich im Rahmen der forstlichen Nutzung befahren werden. Wir gehen davon aus, dass rechts und links und zwischen den Fahrspuren noch eine ganze Menge Äsung erhalten. Das Thema Wild-Äsung ist in den vergangenen Jahren im neuen Revier Schon im laufenden Jagdjahr legen wir den Grundstein
Wir haben uns schon einmal kundig gemacht. An dieser Stelle danke ich Wildmeister Claußen, dass
ich Texte und Bilder seiner Broschüre und seiner Internet-Seiten www.wildacker.de hier verwenden darf.
Buchweizen ist über den Sommer ein Magnet für Reh- und Rotwild.
Buchweizen lässt sich hervorragend zusammen mit Hafer oder Sommerweizen
aussäen. Weil Jäger dem Wild möglichst übers ganze Jahr Äsung anbieten möchten, greifen sie immer häufiger zu Mischsaaten. Zusammengestellt von Fachbetrieben haben sich diese Wildackermischungen oder Wildackereintöpfe vielfach bewährt.
Im Gegensatz zur Lupine (links) wird die Malve (im Bild rechts als Bestandteil einer Äsungsmischung) sehr gern vom Schalenwild angenommen. Die Dauerlupine wird - zumindest im Taunus - vom Schalenwild nicht als Äsung gesucht. Dennoch säe ich gerne Randstreifen in Wald und Feld mit der Dauerlupine ein. Ihre Blüten spenden Nektar für Bienen und Hummeln, ihre Samen sind bei den Vögeln beliebt. Und für alle Waldbesicher sind sie in der Blütezeit ein wunderschöner Anblick. Wie sehr der Ertrag eines Wildackers von der Güte des Bodens abhängt, zeigen die drei nachfolgenden Bilder. Während die Wildackerpflanzen in einem Talgrund (Bild links) mit gutem Boden fett und gesund stehen, ist der Aufwuchs auf der Waldlichtung recht kümmerlich. Weil Wald - zumindest hier in Hessen - bevorzugt auf den schlechtesten Böden angesiedelt ist, braucht es lange Jahre, viel Humus und Dünger, um den Waldboden zu verbessern.
Auf gutem Boden kann man verlässlich mit 2 kg Grünmasse je Quadratmeter rechnen. Theoretisch reichen da gut 1000 Quadratmeter, um ein Stück Rotwild übers Jahr zu bringen. Theoretisch kann man mit einem 1-ha- Wildacker ein Rudel von 10 Stück Rotwild über den Winter bringen, ohne dass das Wild gezwungen ist, Baumtriebe zu verbeißen und junge Stämme zu schälen. Ich denke, darüber sollten wir immer wieder nachdenken. Was Jäger alles tun können, um dem Wild ausreichend natürliche Äsung zur Verfügung zu stellen, werde ich hier nach und nach beschreiben. Ich werde Ihnen von meinen und meinen Beobachtungen berichten. Natürliche Äsung: Der Taunus ist in weiten Teilen von Eichen und Buchen betanden. Entsprechend üppig ist im Herbst die Mast, die von den Bäumen fällt. Eicheln und Bucheckern liegen in September und Oktober wie gesät unter den Bäumen. Steht die Kanzel unter einer mächtigen Eiche, prallen die Eicheln mit lautem Geräusch auf das Kanzeldaach. Das Wild stört sich wenig daran. Der Kastanien-Weg Unter Forstleuten gibt es viele wildliebende und vorausdenkende Jäger. Hier hat einer meiner Lehrprinzen vor nun fast 50 Jahren entlang von Wegen und an den Rändern von Dickungen Kastanienbäume geplanzt. Heute zahlt sich seineVoraussicht aus. Sowohl Wild wie Jäger können hier im Herbst ernten. Herbstlich braun leuchten die Kastanien am Waldrand. In jeder Nacht liest das Rotwild die täglich fallenden Kastanien nach. So genährt, kann es feist in den Winter gehen. Für Fährtensucher: Die spitzen Schalen weisen auf Kahlwild oder einen jungen Hirsch hin. Für eine genauer Bestimmung muss man zusätzliche Informationen aus weiteren Tritten holen. Für den Jäger bietet sich hier die Chance, schon am frühen Abend ein Stück Rotwild, vielleicht sogar einen besonders hungrigen abgebrunfteten Hirsch zu erlegen. Hirsche müssen im späten Herbst nach der Brunft möglichst schnell möglichst viel zulegen, damit sie gut über den Winter kommen. Im Idealfall ist das Äsungsangebot in Feld und Wald so üppig, Auf diesem großen Kleegrasacker findet das Wild auch Ende Oktober noch ein üpiges Äsungsangebot. Das Kleegras steht so dicht, dass das Wild im Liegen äsen könnte. Solch üppige und hochwertige Äsung schätzen insbesondere die abgebrunfteten Hirsche, die noch vor Winteranfang feist aufbauen wollen. Meist ist das Äsungsangebot knapp und dazu am falschen Platz, so dass wir selbst hand anlegen müssen, um dem Wild Äsungsflächen herzurichten. Äsungsflächen werden in aller Regel zusammen mit der Jagd vergeben. Es handelt sich dabei selten um hochwertiges Wiesen- oder Ackerland. Meist sind es Flächen in Randöagen mit Grenzertragsböden. Das schadet aber nicht, ist es uns doch daran gelegen, dem Wild Äsung in der Nähe seiner Einstänmde anzubieten. Gelungene Beispiele einstandsnaher Äsungsflächen zeigen die nachfolgenden Bilder. Ich werde mich intensiv und praxisnah mit dem Thema Äsungsflächen befassen.
Die Haltbarkeit der Samen
im keimfähigen Zustand ist bei den einzelnen Pflanzen von unterschiedlicher Dauer; in
jedem Fall ist die Zeit der Aufbewahrung begrenzt und auch von der Art der Lagerung
abhängig. Nach zahlreichen Untersuchungen erhalten Roggen, Hirse, Gerste, Mais und Linse
ihre Keimfähigkeit etwa zwei bis drei Jahre; Raps, Rübe, Kohl, Weizen und Hafer
mindestens drei Jahre; Senf, Hanf, Lein und Buchweizen vier Jahre; Wicke, Ackerbohne und
Erbse sogar vier bis fünf Jahre. So können Wildackersaaten,
die vom Vorjahr übrig geblieben sind, durchaus noch Verwendung finden, doch sollten sie
vor der Aussaat ins Freiland einer Keimprobe unterzogen werden. Man legt zu diesem Zweck
100 Körner zwischen zwei, gut angefeuchtete, leinene Lappen bzw. Löschpapier oder in
feuchten Sand auf einen Teller, der mit einer Glasscheibe zugedeckt wird, an einen warmen
Ort. Man zählt bei Getreide, Hülsenfrüchten, Klee und Luzerne nach 10, bei Mais,
Rüben, Esparsette und Serradella nach 14 und bei den meisten Gräsern nach 21
Tagen, wie viele Samen gekeimt haben.
Keimlinge von Buchweizen
und Klee Keim- und Auflaufschäden Unsere
Saaten werden vor der Auslieferung grundsätzlich auf ihre Keimfähigkeit überprüft. Um
etwaige Zweifel von vornherein auszuschließen, empfehlen wir, bei der Aussaat eine kleine
Menge für eine eventuell notwendige Keimprobe zurückzubehalten. Die meisten Auflaufschäden
werden durch Umweltfaktoren verursacht. Bei zu früher Aussaat sind niedere
Bodentemperaturen ausschlaggebend für schlechte Keimung. Zu flache Aussaat in eine
ausgetrocknete obere Bodenschicht kann genauso zu Fehlschlägen führen, wie das zu tiefe
Ausbringen kleinkörniger Samen. Oftmals keimen die Pflanzen normal, beim Auflaufen jedoch
werden die empfindlichen Keimlinge durch starke Nachtfröste abgetötet. Vielfach verkannt
werden die Schäden, die tierische Schädlinge als Verursacher haben. Bei umgebrochenen
Wiesen und Brachflächen können die Larven der Wiesenschnake (Tipula) zu Totalausfällen
führen. Bei späten Saaten werden insbesondere die jungen Keimblätter der Kreuzblütler
wie Kohl, Rüben und Raps bei Hitzeperioden oft innerhalb weniger Tage durch Erdflöhe
vernichtet. Auf feuchten Standorten, insbesondere im und am Wald sind häufig Schnecken
für den Kahlfraß der jungen Wildackerpflanzen verantwortlich. Die über Tag im Erdreich
sitzenden Wege- und Ackerschnecken erkennt man rechtzeitig an den durchlöcherten und
durch Schabenfraß geschädigten Blättern. Mit breitwürfig ausgestreutem Schneckenkorn
(erhältlich beim Landhändler) lassen sich Totalschäden sicher vorbeugen. Die Bodenbearbeitung Ein Wildacker, der einen
guten und gesunden Pflanzenwuchs hervorbringen soll, bedarf einer entsprechenden
Vorbereitung. Die ausgewählte Fläche sollte nach Möglichkeit gepflügt, zumindest aber
tief gegrubbert werden. Die erforderlichen Vorarbeiten beginnen mit dem Roden eventuell
vorhandener Baumstümpfe, dem Absammeln von Steinen und Reisig. Vor dem Pflügen empfiehlt
es sich, die Fläche mit einem Mulchgerät zu bearbeiten oder die Grasnarbe mit einer
Fräse oder einer Scheibenegge zu zerkleinern. Nach dem Umbruch wird - damit eine feine
Krume erhalten bleibt - sofort abgeeggt oder, sofern bei schweren Böden grobe Schollen
vorhanden sind, noch einmal gefräst. Unkrautprobleme Auf Flächen, die schon
jahrelang als Wildäcker genutzt werden, gibt es häufig Unkrautprobleme durch
Überwuchern ausgesamter Wildkräuter, wie Klettenlabkraut, Ampfer, Disteln, Melden,
Franzosenkraut, Knöterich, Quecken usw. Unkräuter haben allerdings auf Dauer nur dann
eine Überlebenschance, wenn sie zur Reife und somit zur Samenausbildung kommen. Das kann
man durch gezielte Bearbeitung und richtige Fruchtfolge verhindern, indem man die
Äsungsflächen in drei gleich große Teile aufgliedert und zum Beispiel folgende
Bestellung vorsieht: Der Wildacker wird im
März/April zunächst gepflügt und gleich danach saatbettfertig abgeeggt. Um frühzeitige
Äsung anzubieten, wird der 1. Teil sofort eingesät. Auf diesem Stück bekommt man die
einjährigen Unkräuter leicht in den Griff, denn die Fläche wird im Sommer, jeweils bei
Blühbeginn der aufwachsenden Disteln usw. zweimal gemäht. Die beiden anderen Teile
lässt man etwa 3 4 Wochen unberührt liegen. In dieser Zeit sind alle Wildpflanzen
aufgelaufen und werden unmittelbar vor Einsaat der geplanten Mischung durch flache
Bearbeitung vernichtet. Zur sicheren Bekämpfung, insbesondere auch der Quecken, kann man
stattdessen auch eine Behandlung mit Round-up
vornehmen. Das Mittel hat bekanntlich keine Bodenwirkung, denn es wird im Boden
biologisch als Sauerstoff abgebaut. Round-up
ist zudem weder fisch- noch insektengiftig und seine Toxizität ist geringer als die von
Kochsalz. Unter Umständen kann auch sofort nach der Round-up-Behandlung die Wildackersaat
ausgebracht werden. Bei dichtem Bewuchs genügt die breitwürfige Aussaat von Hand. Man
wählt dafür eine feinkörnige Mischung wie z. B. CL 1150. Grobkörnige Mischungen sollten
gedrillt oder bei Breitsaat mit leichter Saategge eingearbeitet werden. Im folgenden oder
zweiten Jahr wird die Gesamtfläche nach dem gleichen Verfahren bearbeitet, dabei aber die
positive Wirkung der Fruchtfolge berücksichtigt. Ein solcher Wildacker
bietet ganzjährige Äsung, ohne dass lästige Unkräuter und insbesondere Quecken das
Pflanzenwachstum beeinträchtigen. Düngung Jeder Boden benötigt
Mineralien für die Fruchtbarkeit. Genaue Kenntnis über den Vorrat an notwendigen
Grundnährstoffen vermitteln Bodenproben. Auskünfte über das Verfahren erteilen
Landhändler und Landwirtschaftsschulen. Nach den Untersuchungsergebnissen werden fehlende
Nährstoffe durch Düngergaben ersetzt. Diese Düngung muss also möglichst harmonisch
gestaltet werden. Es darf kein Nährstoff fehlen, aber es soll auch keinen im Überfluss
geben. Im Einzelnen haben die Grundnährstoffe folgende Wirkungen: Kalk beseitigt durch
Abstumpfen oder Bindung im Boden vorkommende oder entstehende Säuren, die das Pflanzen-
und Bakterienleben stark schädigen. Alle Leguminosen sowie Rüben, Weizen, Kohl
und Mais verlangen einen gut gekalkten Boden. Stiefmütterchen, Sauerampfer,
Storchschnabel zeigen Kalkmangel an. Fehlende Kalkmengen werden am besten in Form von
kohlensaurem Kalk (i. d. R. 15-20 dt/ha) ausgestreut. Das Ausbringen von
Kalk auf den Wildacker mittels Großflächenstreuer Phosphor, meist in
Form von Thomasmehl ausgebracht, beschleunigt die Reife und fördert die Korn- und
Samenbildung der Pflanze. Besonders Knollenfrüchte, Getreide und Mais
sind auf Phosphor unbedingt angewiesen. Für schnelle Wirkung wählt man Superphosphat. Kali macht Blätter
und Knollen der Äsungspflanzen erst richtig schmackhaft. Dieses Mineral muss zur Bildung
der Stärke und des Zuckers vorhanden sein, denn alle Pflanzen wie Rüben, Kartoffeln,
Topinambur oder Mais, welche viele dieser Stoffe bilden, brauchen reichlich
Kali. Er sorgt darüber hinaus für die Zellenausbildung und garantiert somit die
Standfestigkeit der Pflanzen. Phosphor und Kali braucht jede Pflanze, und selbst
Bio-Landwirte können auf eine Versorgung mit diesem Grunddünger nicht verzichten. Die
beiden Nährstoffe werden am besten in Form von Thomaskali ausgebracht. Stickstoff fördert
das Wachstum und den Eiweißgehalt, z. B. bei Raps und Kohl. Bei
übertriebener Düngung leiden Standfestigkeit, Reifeprozess und Schmackhaftigkeit.
Wildackermischungen mit hohen Anteilen an Klee und ähnlichen Leguminosenanteilen bringen
in der Regel ausreichend Stickstoff aus der Luft in den Boden. Bei Vergilbung und
schlechtem Wuchs wird Stickstoff in Form von Kalkammonsalpeter oder den schnell wirkenden
Kalksalpeter, in der Regel 200 kg/ha, als Kopfdünger verabreicht. Text
und Bilder : Informationen und Bestellungen bei
Nachfolgend lesen Sie Auszüge aus der Broschüre von www.wildacker.de Warum Wildackermischungen ?
Mischsaaten haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft. Altbekannt sind Mengkorn, Landsberger Gemenge, Klee-Gras-Mischungen u. Untersaaten. Solche Pflanzenzusammenstellungen bringen auch bei der Wildhege durchaus Vorteile: Die Ausnutzung der gegebenen Standortfaktoren wird verbessert, das Anbaurisiko bleibt relativ gering, denn der Ausfall einzelner Pflanzen wird sofort durch andere kompensiert, die Futterqualität wird positiv beeinflusst, der Ertrag gesteigert und die Nutzung wesentlich verlängert. Wildackermischungen sind allerdings nur dann sinnvoll, wenn sehr sorgfältig nur solche Pflanzen gewählt werden, die nach ihren Nährstoffansprüchen zusammenpassen, eine gewisse Verträglichkeit untereinander aufweisen und auch tatsächlich vom Wild angenommen werden. Wichtig ist die ausgewogene Dosierung des Samenanteils beim Zusammenstellen der einzelnen Komponenten. Sie muss so bemessen sein, dass sich alle Mischpartner ohne nennenswerten Konkurrenzdruck bis zur Blüte, Frucht- und Samenbildung voll entwickeln können. Die richtige Auswahl der Pflanzen gewährleistet eine oft mehrjährige Nutzung durch das Wild. Gute Wildäsungsmischungen müssen zu jeder Jahreszeit eine entsprechende Anziehungskraft auf die im Revier vorkommenden Wildarten ausüben. Dafür
sorgen im Sommer des ersten Jahres attraktive Kulturpflanzen, wie Flachs, Buchweizen,
Klee, Serradella und verschiedene Körnerleguminosen. Im Herbst und Winter stehen
frostresistente Kohl-, Raps- und Rübenarten sowie Wintergetreide zur Verfügung. Ab dem
zweiten Jahr bieten perennierender Dauerroggen, Westfälischer Furchenkohl und
mehrjähriger Klee ausreichend Äsung und gute Deckung. Wildackermischungen
bieten Schutz und Nahrung für die gesamte Fauna Bewährte Aufteilung eines Wildackers im Niederwildrevier
Je
breiter das Pflanzenangebot, um so höher ist die Anziehungskraft auf das Wild. Schon aus
diesem Grunde empfiehlt es sich, mehrere Mischungen nebeneinander auf einer Äsungsfläche
anzubauen: Große
Wildäcker werden am besten in vier Teile aufgegliedert, wobei es sich als sehr
vorteilhaft erwiesen hat, wenn man die einzelnen Stücke durch Grenzlinien in Form von 3
bis 4 m breiten Topinamburstreifen trennt. Da das Wild bei nassem Wetter, insbesondere
nach starken Regenfällen, gerne Freiflächen aufsucht, sollte ein Areal, z. B. der, mit
Reh- und Hasengarten- oder Dauergrünlandmischung bestellte Teil des Wildackers, einen
möglichst kurzen Rasen aufweisen. Das kurze, junge Grün wird nicht nur von den Hasen mit
Vorliebe aufgesucht, auch das Wildgeflügel und die Rehe brauchen solche Flächen zum
Sonnenbaden und als Spielwiese. Das Angebot der
Revierberatungsstelle Wolmersdorf an Wildackermischungen für Hoch- und Niederwild
2003 Dauergrünlandmischung für Rot-, Dam-, Muffel-, Rehwild und
Hasen
Die altbewährte Wildwiesenmischung aus Süßgräsern, dauerhaften Kleearten und verschiedenen mehrjährigen Kräutern (Heilkräutern) gedeiht auf allen Böden mit pH-Wertzahlen ab 5 und höher. Saure Böden müssen vor der Aussaat entsprechend gekalkt und mit den Grundnährstoffen Phosphat und Kali (Thomaskali) versorgt werden. Dauergrünlandmischung auf kargem Heidesand im Wild- und HundVersuchs- u. Lehrrevier Lanze, wo es starke Hirsche aber keine Wildschäden gab. Flugwildmischung
´für Fasanen, Rebhühner, Tauben, Rehwild
Schon während der Aufzuchtzeit steht dem Federwild
durch die von den Blütenpflanzen zahlreich angezogenen Insekten ein breites
Spektrum an tierischer Nahrung zur Verfügung. Bis zum Frühherbst bieten die
unterschiedlich reifenden Samenfrüchte abwechslungsreiche Körneräsung. Später
bindet zusätzlich ausgestreuter Mais oder Weizen die Fasanen an den deckungsreichen
Wildacker. Ein Schirm aus hochgewachsenem Kohl und Raps
sorgt unten für freies Geläuf und von oben für sicheren Schutz. Im Herbst und Winter
werden auch Hasen und Rehe geradezu magisch vom wintergrünen Saftfutter angezogen. Herbst und Winteräsungsgemisch für Hoch- und Niederwild
Die vom Wild besonders gern angenommene Mischung erfreut sich bei allen Hoch- und Niederwildjägern zunehmender Wertschätzung. Zwar stellt die Mehrzahl der in hoher Dosierung enthaltenen Gütepflanzen - insbesondere Kohl und Klee - recht hohe Ansprüche an den Boden, dafür aber spenden sie bei entsprechender Düngung reichlich Äsung über das ganze Jahr. Malve, Phacelia, Klee und Buchweizen ziehen das Wild bereits kurz nach der Aussaat stark an. Im Herbst und im Winter stehen wintergrüner Roggen, Kohl und Futterraps zur Verfügung. Herbstrüben, und Winterrübsen dienen als Notlösung für den Spätwinter. Im 2. Jahr sorgen schnell hochwachsender Roggen, Klee
und Westfälischer Furchenkohl für eine ausreichende Lebensgrundlage und bieten
dem Jungwild sichere Deckung. Bei geringem Wilddruck spendet das Herbst- u.
Winteräsungsgemisch selbst im 3. Jahr noch ein befriedigendes Nahrungs- und
Deckungsangebot. Herbst-Leguminosen-Mischung Die früh abgeernteten und
danach sofort geschälten Getreide- und Rapsschläge sollten möglichst nicht für 7-8
Monate als nackte Felder der Erosion preisgegeben werden, sondern der freilebenden
Tierwelt als Äsungs- und Deckungsflächen zur Verfügung stehen. Die Landwirte jedenfalls
sind gerne bereit, diese Mischung als bodenverbessernde und unkrautverdämmende Vorfrucht
für nächstjährigen Kulturen wie Mais, Rüben oder Kartoffeln auszusäen. Dem Schalenwild dienen die
hochwertigen Eiweißpflanzen bis tief in den Winter hinein als gierig beäste
Herbstmast, die selbst im abgestorbenen Zustand noch gerne angenommen wird. Zusammen mit frosthartem Winterroggen
und Winterwicken steht bis zum Frühjahr Grünäsung und für das Niederwild
ein schützender Schirm an Deckung zur Verfügung. Das rechtzeitige Gespräch mit dem
Landwirt lohnt sich: Flächen und Einsaat gibt es dann zum Nulltarif. Leguminosengemisch
Eine
Sommeräsungsmischung, die in Waldrevieren dafür
sorgt, dass das Wild nicht so stark in die Feldfluren abwandert. Durch eine enorme Masseleistung ist sie auch für
Kleinflächen sehr lukrativ. Insbesondere die sonnenbeschienenen Schneisenränder lassen
sich mit dem Leguminosengemisch in attraktive Daueräsungsflächen umwandeln. Die überaus begehrten Kleearten und Körnerleguminosen üben eine große Anziehungskraft auf alle Schalenwildarten, einschließlich Schwarzwild, aus. Durch den hohen Anteil an Klee und Luzerne bleibt die Äsungsfläche auch in den Folgejahren interessant. Die attraktive Sommeräsung bindet den Rehbock an den Einstand Pioniermischung für Hoch - und Niederwild
Gut geeignet für die Ersteinsaat von Schneisen,
Blößen und Brachflächen. Die Mischung enthält eine ganze Anzahl so genannter Pionierpflanzen,
die bei entsprechender Nährstoffversorgung mit den Grundmineralien Phosphat, Kali und
Stickstoff auch auf Rohböden und armen Standorten ein optimales Wachstum zeigen. Neben
dem anspruchslosen Schwarzhafer, der nicht nur standfest ist, sondern sich auch
durch seinen süßen und aromatischen Geschmack auszeichnet, gelten die vier ausgewählten
Kleearten sowie Serradella, Buchweizen, Malve und Süßlupine
als besonders attraktiv. Im Winter sorgen Kohl, Futterraps, Herbstrüben
und Winterrübsen für einen gedeckten Tisch. Insbesondere auf gut gekalkten Böden
bietet die Mischung auch im zweiten Jahr ausreichende Äsung bis in den Herbst hinein. Reh-
und Hasengartenmischung Diese Mischung erfreut sich größter Beliebtheit
bei Hoch- und Niederwild. Die in der Praxis geprüften, zusammengestellten Pflanzenarten
und -sorten werden nicht nur den speziellen Ansprüchen der Rehe und Hasen gerecht. Auf
den damit bestellten Grünbrachen zieht der lockere Pflanzenverbund auch Rebhühner stark
an. Selbst in Hochwildrevieren hat sich die attraktive Äsung bestens bewährt, z. B. wenn
es gilt, Wildschäden zu begrenzen oder die Feisthirsche mit besonderen Leckerbissen ans
Revier zu binden. Mit Lockäsungspflanzen, Klee, Wildkräutern und Winteräsungspflanzen
werden neben energiereichen Eiweißpflanzen zahlreiche Heilkräuter mit
hohem Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen angeboten. Es empfiehlt
sich, möglichst viele, übers Revier verteilte, kleine Flächen anzulegen. Schwarzwild-Ablenkgemenge Ein Magnet, nicht nur für das Schwarzwild. Im Gegensatz
zu Maisäckern und Haferschlägen, die in der Regel schon in wenigen Tagen restlos
zerstört werden, zeichnet sich diese Mischung durch längerfristige Anziehungskraft aus.
Das abwechslungsreiche Angebot an eiweißreicher Grünäsung und begehrten Körnerfrüchten,
die zu unterschiedlichen Zeitpunkten heranreifen, zieht neben den Sauen auch alle anderen
Schalenwildarten an. Die Lockäsung dient vor allem als Ablenkung von landwirtschaftlichen
Kulturen. Ein hoher Anteil an Rot-, Schwedenklee und Staudenroggen
garantiert auch fürs Folgejahr ein gutes Nahrungsangebot. Sommer- u. Winteräsungsgemisch für leichte Böden
Diese Mischung eignet sich vor allem für leichte
Sandböden und bringt nicht nur gute Sommeräsung. Durch den hohen Anteil an Kleinsamen
reduzieren sich Menge und Kosten für die Aussaat. Die meist anspruchslosen Pionierpflanzen
zeigen auch auf geringen Standorten einen guten Wuchs und bieten bereits wenige Wochen
nach der Aussaat ein interessantes Nahrungsangebot, das bis zum Spätherbst für
abwechslungsreiche Lockäsung an Blattgrün und Körnerfrüchten sorgt. Im Winter stehen die dahin verschmähten Kohl-, Futterraps-
und Rübenarten und der wintergrüne Roggen zur Verfügung. Im 2. Jahr dominieren Westfälischer Furchenkohl,
Rot-, Schweden- und Inkarnatklee, Malve und die dann in Ähren
schießenden Roggenarten. Der hohe Körnerertrag dieses Wildgetreides bietet bis in
den Winter hinein reichliche Herbstmast. Unter günstigen Bedingungen sorgen Roggen
und Klee auch im 3. Jahr für gute Äsung. Die Mischung vier
Wochen nach der Aussaat. Sie bringt auch auf geringen Kiefern standorten ausreichende
Äsung Sommer-
u. Winteräsungsgemisch für leichte Böden Diese Mischung eignet sich vor allem für leichte
Sandböden und bringt nicht nur gute Sommeräsung. Durch den hohen Anteil an Kleinsamen
reduzieren sich Menge und Kosten für die Aussaat. Die meist anspruchslosen Pionierpflanzen
zeigen auch auf geringen Standorten einen guten Wuchs und bieten bereits wenige Wochen
nach der Aussaat ein interessantes Nahrungsangebot, das bis zum Spätherbst für
abwechslungsreiche Lockäsung an Blattgrün und Körnerfrüchten sorgt. Im Winter stehen die dahin verschmähten Kohl-, Futterraps-
und Rübenarten und der wintergrüne Roggen zur Verfügung. Im 2. Jahr dominieren Westfälischer Furchenkohl,
Rot-, Schweden- und Inkarnatklee, Malve und die dann in Ähren
schießenden Roggenarten. Der hohe Körnerertrag dieses Wildgetreides bietet bis in
den Winter hinein reichliche Herbstmast. Unter günstigen Bedingungen sorgen Roggen
und Klee auch im 3. Jahr für gute Äsung. Standardmischung
A für Niederwildäcker und Grünbrachen
Diese, insbesondere zur Begrünung von Ackerflächen
geeignete Mischung hat in vielen Revieren zu einer deutlichen Verbesserung der
Niederwildbesätze geführt. Sie liefert über mehrere Jahre, alles was Rehe, Hasen,
Fasanen und Rebhühner als Einstand, Kinderstube und Brutplatz so dringend benötigen:
abwechslungsreiche Äsung und sicheren Schutz. Der hohe Anteil an Kohl, Futterraps und Staudenroggen
macht den Wildacker zu einem bevorzugten Wintereinstand, insbesondere auch des Rehwildes. Standardmischung
B Blütenzauber
Eine Mischung für das Niederwildrevier, die Farbe und
Leben in die Landschaft bringt. CL 1500 ist
besonders geeignet für die einjährige Begrünung, z. B. von Stilllegungsflächen. Ideal
für Schalenwild, Niederwild und Fluginsekten, insbesondere auch für Bienen. Während der Wintermonate gibt es ausreichende Grünäsung,
die dann vor allem Rehe und Hasen stark anzieht. Waldwiesen
Kleemischung (mehrjährig) Die aus zehn verschiedenen Kleearten, Süßgräsern,
Waldstaudenroggen und Winterkohl bestehende Dauergrünlandmischung gedeiht
auf fast allen Standorten, sofern sie nicht staunass sind. Auch Hasen, Wildkaninchen, Fasanen, Tauben und
Wildgänse schätzen die mannigfaltige Grünäsung. Gut geeignet auch für die
Einsaat von Dauerbrachen und als Gourmet- flächen zur Ablenkung der Wildgänse von
landwirtschaftlichen Kulturen. Zwischenfrucht-Standardmischung Der Anbau von Zwischenfrüchten nach der Getreideernte
erlangt in der Landwirtschaft eine zunehmende Bedeutung. In unserer, seit Jahren
bewährten, Zwischenfrucht-Standardmischung finden Schalenwild, Hasen und Flugwild neben
guter Deckung hochwertige Winteräsung in Form von zwei Futterrapssorten und einer
frostharten Winterrübse. Ackersenf und Ölrettich kommen zwar noch zum Blühen,
ein Aussamen ist nach der empfohlenen Aussaatzeit jedoch nicht zu befürchten. Die tiefwurzelnden Pflanzen
sind in dieser Zusammensetzung nemathodenresistent. Sie nehmen überschüssige Nährstoffe
auf, bevor diese im Grundwasser versickern, sorgen für die gewünschte Bodengare und
gelten somit als gute Vorfrucht für nachfolgende Einsaaten. Niederwildmischung (NEU
Die Entwicklung der
Niederwildbesätze bereitet den Jägern zunehmend große Sorgen. Vielerorts treten Hasen,
Fasanen und Rebhühner nur noch sporadisch auf und lassen keine Ernte in Form
traditioneller Treib- und Suchjagden mehr zu. Es sollte unser aller Anliegen sein, hier
für eine Wende zu sorgen. Und diesen Hebel haben wir in der Hand. Die z. T. beachtlichen
Erfolge, die innerhalb der Landesjagdverbände von aktiven Kreisgruppen, Hegeringen und
Reviergemeinschaften im Rahmen der Biotopverbesserungsprogramme erzielt wurden, geben Mut
zum Hoffen und zum Handeln. In mehreren Hegeringen der Kreisgruppe Dithmarschen/Süd
werden in über 20 Revieren seit fünf Jahren alle Möglichkeiten
erfolgreicher Biotophege praktiziert. Hier
hat u. a. auch unsere neue Niederwildmischung
ihre Probe in Testversuchen bestanden. Hasen und Fasanen liefern
wieder gute Strecken und selbst Rebhühner sind in einigen
Revieren wieder in bejagbarer Dichte vorhanden. Eine Biotophege, die sich lohnt EU-Dauergrünbrache (NEU !)
Die nach den EU-Richtlinien
zusammengestellte Dauermischung ist für langjährige Stilllegungsflächen,
Streuobstwiesen, extensives Grünland, Wildgehege, Gewässer- und Ackerrandstreifen und
Naturschutzflächen geradezu ideal. Hochwertige Gräser,
interessante Kleearten und wichtige Heilkräuter sorgen mit guter Äsung und
Deckung für einen abwechslungsreichen Lebensraum der heimischen Tier- und Vogelwelt. Bei starkem Verunkrauten,
insbesondere durch Ackerkratzdisteln kann ein Pflegeschnitt im Juli notwendig werden. Zur
Bestandssicherung ist ein zweijähriger Mähzyklus in der Regel ausreichend. Die Mischung nach
einem Pflegeschnitt in der Ackermitte Schalenwild-Lockäsung (NEU !) Egal, ob es darum geht, den
Rehbock anzubinden, den Feisthirsch bis zur Brunft ans Revier zu fesseln oder die
Damhirsche und das Muffelwild von den gefährdeten Flächen der Landwirte abzulenken: die
neue Mischung besitzt eine magische Anziehungskraft. Sie ähnelt zwar unserer
hervorragend bewährten Reh- und Hasengartenmischung, doch haben wir die Rezeptur nach den
speziellen Ansprüchen des Schalenwildes zusammengestellt und schwerpunktmäßig die Lieblingsäsungpflanzen
der Rehe und Hirsche ausgewählt und den Anteil der Winteräsungspflanzen erhöht.
Die regenerationsfähigen Pflanzen vertragen auch starken Verbiss, so dass sich
Pflegeschnitte in der Regel erübrigen. Die Mischung ist garantiert mehrjährig und kann
bei entsprechender Düngung im 2. und 3. Jahr sogar noch attraktiver werden. Die Mischung im 2.
Jahr verträgt Verbiss ebenso wie den Schnitt Text
und Bilder : Informationen und Bestellungen bei
Einzelsaaten für Hoch- und Niederwild Saatgut, Saat- und Düngeempfehlungen finden Sie im Angebot von www.wildacker.de Ackerbohne Die kleinkörnige Sorte Scirocco wird wegen der geringeren Saatgutkosten
und besseren Mischfähigkeit bevorzugt. Schwere Böden sind ideal, doch bei ausreichender
Feuchtigkeit gedeiht die 1 m tief wurzelnde Pflanze auch auf leichteren Standorten. Als
hochwertiger Eiweißträger ist die Ackerbohne vor allem in Schwarzwildrevieren von
großem Nutzen. Buchweizen Als anspruchslose Pionierpflanze gedeiht die rasch
wachsende Knöterichart selbst auf sauren Sandböden. Buchweizen zählt zu den
beliebtesten Lockäsungspflanzen, sollte wegen des geringen Alkaloidgehaltes jedoch nicht
in Reinkultur, sondern nur in Gemengen angebaut werden. Dauerstaudenroggen Im Gegensatz zu Winter- und normalen Waldstaudenroggen
hat der Dauer- staudenroggen den Vorteil, dass er dem Wild als Grünpflanze besser
schmeckt und die grannenlosen Ähren im 2. Jahr restlos genutzt werden. Er wächst auf
allen Böden; ideal für Mischungen mit anderen Äsungspflanzen. Eiweißerbse Stellt nur geringe Ansprüche an den Standort. Als
schnell wachsende, eiweißreiche und massenwüchsige Pflanze ist sie als Grün- und
Körneräsung bei Haar- und Federwild begehrt. Sie wird am besten in Gemengen mit
Stützpflanzen, wie z. B. Hafer (zum Hochranken) angebaut. Futtermöhre Gelbe und rote Futtermöhren gedeihen auf leichten bis
mittelschweren Böden. Sie sind in der Jugendentwicklung und auch im Herbst unempfindlich
gegen niedrige Temperaturen, wurden früher häufig unter Deckfrucht, wie Getreide
angebaut, gedeihen also auch in Äsungsmischungen. Rübenkörper und Blattrosette werden
mit Vorliebe beäst . Der hohe Karotingehalt wirkt gesundheitsfördernd bei Bekämpfung
parasitärer Krankheiten, wie Magen- und Darmwürmer. Esparsette Die mehrjährige Pflanze findet auch auf kargen und
trockenen Standorten noch ausreichende Wachstumsbedingungen. Gedeiht nicht auf kalten,
nassen und sauren Böden. Auf steinigen Kalkverwitterungsböden, wie Trockenrasen in
milden Klimazonen, bietet sie optimale Äsung, die von allen Wildarten gerne angenommen
wird. Gräser
- Deutsches Weidelgras Mehrjähriges, bei Beäsung
ständig nachtreibendes Untergras, schatten- verträglich. Besonders geeignet für
Dauergrünland und Rasen. Bevorzugt werden schwere Böden in klimatisch günstigen und
feuchten Lagen. Gräser - Goldhafer Wertvollstes Gras höherer Lagen. Bevorzugt trockene bis
mittelfeuchte Standorte, jedoch keine Staunässe. Besonders geeignet für Wiesen, Weiden,
Raine, Obstgärten, Ufer. Meidet Schattenlagen. Hochwertiges Heugras. Gräser
- Knaulgras Ausdauerndes Obergras für alle Lagen bis ins
Hochgebirge. Scheut Staunäs- se, ist dafür aber unempfindlich gegen Trockenheit und
Beschattung. Wird von allen Tieren gerne gefressen und ist für Mähweiden besonders
geeignet. Gräser
- Rohrglanzgras Höchstertragreiches
Obergras für Überschwemmungsgebiete. Das ausdauernde, hochwüchsige Gras bildet auf
nicht gemähten Flächen schilfähnliche Deckung. Erträgt mäßige Beschattung. Gräser - Rotes Straußgras Wichtiges Futtergras des
Berglandes, gedeiht aber auch in tieferen Lagen wie Heidewiesen, Sandtriften, Rainen bis
in Moore und Wälder. Gräser - Rotschwingel Wichtiges Grünlandgras
für alle Lagen u. Böden - vom Moor bis zum Fels. Von großer Bedeutung bei Rasenanlagen
u. Bodenbefestigung. Für extensiv genutzte Daueräsungsflächen in gut besetzten
Hochwildrevieren notwendig. Gräser - Wiesenlieschgras Mehrjähriges, ausdauerndes
Obergras für Dauergrünland, Raine, Ödland. Gedeiht auf schweren Böden, in feuchten
Lagen, Überschwemmungs- gebieten und Mooren. Gut geeignet für Gemische mit Schweden- u.
Rotklee. Wird besonders gerne vom Wild im jungen Zustand (nach Mahd) beäst. Gräser - Wiesenrispe Landwirtschaftlich
wichtigste Wiesenart; nicht besonders anspruchsvoll. Gedeiht in Hochalpen genauso wie im
Niedermoor und lichten Wäldern. Wird von allen Tieren immer gerne gefressen. Interessant
für Dauerwiesen. Gräser - Wiesenschwingel Hochwertiges und viel
verwendbares Futtergras, das von allen Tieren gern gefressen wird. Wintergrün und früh
austreibend. Der Wiesenschwingel gedeiht bei ausreichender Nährstoffversorgung auf allen
Standorten. Gelbsenf Die heutigen
nemathodenresistenten Sorten spielen im Zwischenfrucht-anbau eine sehr positive Rolle als
Deckungspflanzen in kahlen Feldrevieren. Frühe Aussaaten sind nicht zu empfehlen, da
ausgereifte Samen zuweilen eine Überwucherung der Nachfrucht zur Folge haben. Hafer Für die Wildhege sind
Gelb- und Schwarzhafer interessant. Gelbhafer verlangt bessere Böden und erzielt gute
Erträge. Schwarzhafer, der wegen des höheren Zuckergehaltes als Pferdefutter bevorzugt
wird, wächst auch auf leichtem Sand. In Reinkultur wirken beide Sorten nur während der
Körnerreife anziehend auf das Wild. Sie sollten auf Äsungsflächen stets im Gemenge mit
anderen Pflanzen, wie Klee und Serradella angebaut werden. Herbstrübe Die als Stoppelrübe
bekannte Zwischenfrucht ist anspruchslos und liefert neben Grünmasse eine runde, weiße
Knolle. Die Blätter der spätsaat- verträglichen Rübe äst das Schalenwild im Laufe des
Herbstes restlos ab, die Knollen werden meist erst im Winter angenommen. Sie ist als
Notzeitbrücke in Winteräsungsmischungen unentbehrlich. Bewährt haben sich die
tetraploide Samson und die frostharte, grünköpfige Ronda. Klee - Alexandrinerklee Einjähriger Klee mit hoher Masseleistung. Liefert in
kurzer Zeit hoch- wertige Äsung und eine reiche Blütenpracht. Die Pflanze ist
mehrschnittig. Klee
- Bokharaklee (gelber Steinklee) Der mehrjährige Klee mit hohem Cumaringehalt wird nur
geringfügig und zwar wegen seiner Heilkraft von Wildtieren genutzt. Als Honigklee von
großer Bedeutung für Bienen und andere Fluginsekten. Die Ansprüche an den Boden sind
gering. Ist äußerst trockenheitsverträglich und wird i. d. R. als Gründüngungs- und
Pionierpflanze eingesetzt. Klee
- Gelbklee Mehrjährige Luzerneart, die als Gemengepartner
eingesetzt wird. Die auch als Hopfenklee bekannte Sorte stellt geringere Ansprüche an den
Standort als der Weißklee, ist trockenheitsresistent und kann auf leichten Böden
angebaut werden. Im Vergleich zur Luzerne ist der Gelbklee als Äsungspflanze in
Reinkultur weniger gut geeignet. Klee
- Hornschotenklee Eine sehr ausdauernde, anspruchslose Futterpflanze, die
sich besonders für ärmere trockene Böden eignet. Der hohe Wert als Partner einer
Klee/Grasmischung liegt in der großen Ausdauer der Trockenresistenz und der
Genügsamkeit. Klee
- Inkarnatklee Der Wert dieser zweijährigen Futterpflanze wird
vielfach unterschätzt. Als eiweißspendender Mischpartner des Landsberger Gemenges war
sie über Jahrzehnte bekannt. Der dunkelgrüne Klee mit den purpurroten Blütenköpfen ist
für alle Böden und Standorte geeignet und zählt zu den vom Schalenwild besonders
geschätzten Äsungspflanzen. Klee
- Luzerne Die Königin der Futterpflanzen verlangt nicht nur hohe
pH-Werte, sondern verträgt auch keine Nässe. Tiefgründige Standorte, wie durchlässige
Lehm- böden sind ideal. Der ewige Klee ist bei allem Wild beliebt und als
Wild- ackerpflanze schon wegen der langen Lebensdauer von großem Nutzen. Klee
- Perserklee Ideal als Partner einjähriger Äsungsmischungen und
für den Zwischenfruchtanbau. Stellt keine Ansprüche an Standort und Boden.
Wuchsfreudigkeit und hoher Blattanteil sorgen für reichliche und von allen Wildarten gern
angenommene Äsung mit guter Vorfruchtwirkung. Klee
- Rotklee Sorgt als mehrjähriger Mischpartner für hohe
Anziehungskraft auf alle Wildarten. Durch Vervielfachung der Erbanlagen (Ploidzüchtung)
sind die Ansprüche an Klima und Boden gering. Rotklee gedeiht auch auf Sandböden.
Bewährt haben sich Salino als ausdauernde, blattreiche Sorte mit niedrigem
Ligningehalt und Rajah wegen seines hohen Grünmasseertrages und seiner
Nemathoden-Resistenz. Beide Sorten sind winterhart. Klee
- Schwedenklee Der dem Rotklee sehr ähnliche Klee nimmt mit geringen,
feuchten Böden fast jeder Art vorlieb. Dauert mehrere Jahre und sät sich selbst weiter.
Wird am besten im Gemisch mit Gras und Futterpflanzen angebaut. Klee
- Weißklee Die schmackhaften neuen Sorten ohne schädigenden
Blausäureanteil gedeihen auf fast allen Böden und steigern dort die Bodenfruchtbarkeit.
Als Dauerklee sorgen sie viele Jahre für gute Äsung und füllen mit ihren unterirdischen
Ausläufern entstandene Lücken im Wildacker aus. Kohl
- Grünkohl Die winterharte
Gemüsepflanze wird in Notzeiten gerne vom Schalenwild angenommen. Der krause Kohl gedeiht
auch im Halbschatten bis in 2.000 m Höhe und in jedem Klima. Wird nur im Winter beäst,
denn erst durch nied-rige Temperaturen steigt der Zuckergehalt. Um vorzeitiges Vergilben
zu verhindern, muss die Pflanze ausreichend mit Stickstoff (200 kg/ha Kalk- ammonsalpeter)
versorgt werden. Kohl - Markstammkohl Großblättrige Futterkohlsorten, wie z. B. Camaro
und Grüner Ring mit geringer Stängeldicke werden insbesondere für Waldreviere
bevorzugt. Beide Sorten vertragen Frost bis -10°C. und gedeihen auf allen Standorten auch
im rauen Gebirgsklima. Kohl stellt allerdings hohe Ansprüche an die Nährstoffversorgung.
Neben Volldünger (Blaukorn) sorgt eine zusätzliche Stickstoffgabe mit Kalkammonsalpeter
für reichliche Blattmasse. Kohl
- Westfälischer Furchenkohl Absolut winterharter Futterkohl. Ideal für Feldreviere,
denn bei geringem Wilddruck wächst er im 2. und 3. Jahr weiter und bildet meterhohe
Stauden und somit hervorragende Deckungsflächen. Im Wald, wo er meist restlos abgeäst
wird, kommt er im zweiten Jahr kaum wieder. Kulturmalve Gedeiht auf allen lockeren Böden. Die mehrjährige
Heil- und Wildgemüsepflanze bringt mit ihren schönen Blüten Farbe ins Revier und wird
mit Vorliebe beäst. Leinsaat
(Flachs) Öllein stellt keine hohen Ansprüche an den Boden. Es
sind vor allem die begehrten Samenkapseln, die diese Pflanze als Partner für Mischungen
in Hoch- und Niederwildrevieren interessant macht. Standfeste Stängel sorgen dafür, dass
die an Fett, Glykose und Vitaminen reichen Leinsamen bis in den Winter hinein als sehr
gesunde Körnernahrung zur Verfügung stehen. Mais
- Körnermais Gedeiht nur als Monokultur. In Mischungen werden die, im
Jugendstadium sehr langsam wachsenden, Pflanzen meist überwuchert. Frühreife Sorten mit
geringer FAO-Zahl gewährleisten, dass die Körner voll ausreifen und heruntergetrampelte
Kolben nicht sofort verfaulen oder verschimmeln. Mais
- Zuckermais Gedeiht überall, kommt in unseren Breiten jedoch nur
bis zur Teigreife. In diesem Zustand allerdings üben die zuckersüßen Kolben eine große
Anziehungskraft auf Schalenwild, insbesondere Schwarzwild aus. Ölrettich Erucasäurefreie und nemathodenresistente Sorten werden
bevorzugt. Ideal als spätgesäte Gründüngung und zur Futternutzung. Frühe Aussaat
führt zur Samenreife (bereitet i. d. Folgejahren große Probleme als lästiges Unkraut). Phacelia Die als Bienenweide bekannt gewordene
Zwischenfruchtpflanze gewinnt zunehmend auch eine Bedeutung als Futterpflanze in
landwirtschaftlichen Gemengen und Wildmischungen. Sie gedeiht auf allen Böden, verträgt
Trockenheit und leichten Frost und liefert sehr früh eine vom Schalenwild bevorzugte
Blüten- und Grünäsung. Runkelrübe Wächst bei ausreichender Wasserversorgung auf allen,
selbst klimatisch rauen, Standorten saure und staunasse Böden ausgenommen. Die massen-
wüchsige Futterpflanze liefert je nach Boden und Nährstoffversorgung Erträge von 500 -
1.000 dt/ha und stellt somit in Hochwildrevieren große Futtermengen zur Verfügung.
Aussaat und Pflege erfolgen nach den, in der Landwirtschaft üblichen, Methoden. Serradella Die einjährige Pflanze mit den feinen Fiederblättchen
gedeiht auch auf kalkarmen, sauren Standorten. Sie zählte früher zu den beliebten
Futter- und Gründüngungspflanzen in der Landwirtschaft. Serradella bringt auch bei
niedrigen Temperaturen noch eine enorme Aufwuchsleistung und sorgt somit vor allem im
Herbst für eine reichhaltige Eiweißnahrung. Sojabohne Bedeutendste Leguminosenart; stellt hohe
Klimaansprüche. Da jedoch nicht nur die energiereichen Körner, sondern auch Blätter und
Triebe bei Schalenwild u. Hasen hoch begehrt sind, wird sie in Mischungen als Lockäsung
mit angeboten. In Reinkultur lohnt der Anbau nur in günstigen Klimabereichen. Sonnenblume Stellt keine besonderen Standortansprüche (außer
Staunässe). Als Mischpartner und Stützfrucht sehr beliebt. Sonnenblumen sorgen nicht nur
für Blütenpracht und Vogelfutter, auch zarte Blätter sind begehrt. Staudenlupine Mehrjährige Dauerlupine für alle Böden. Die perennierende Art eignet sich als Deckungspflanze für eine farbenfrohe Begrünung von Böschungen, Wegrändern und Forstkulturen. Das Wild äst nur die Blüten. Blätter und Stängel werden wegen des hohen Alkaloidgehaltes verschmäht. Fördert als Stickstoffsammler den Wuchs junger Bäume und Sträucher. Süßlupine Die einjährige bitterstofffreie Lupine gedeiht auf
allen Böden, auch im sauren Bereich. Sie übt als begehrte Lockäsung mit hohem Fett- und
Eiweißgehalt eine große Anziehungskraft auf das Wild aus. Als bodenver- bessernde
Zwischenfrucht und Mischpartner sind die heutigen Zuchstsorten dank hoher Nährwerte und
guter biologischer Wertigkeit vielseitig verwendbar. Im Vergleich zu gelben und weißen
Sorten ist die blau blühende Boltensia weniger anfällig gegen die
Lupinenkrankheit Antracnose und weitaus resistenter gegen Kälte und Frost. Topinambur Nach jahrzehntelanger Auslesezucht haben wir eine
gelbknollige Sorte ausgebaut, deren Blätter, Stängel und Knollen mit Vorliebe vom
Schalen- wild, einschließlich Schwarzwild und Hasen geäst wird. Bei angehäufelten
Pflanzreihen schlägt selbst das Rehwild die süßen Knollen heraus. Topinambur ist
mehrjährig und gedeiht auf allen Böden bis in Höhen von 1.000 m. Pflanzung mit
Pflanzmaschine oder von Hand. Jährliches Umpflügen oder Grubbern im Spätwinter und
erneutes Anhäufeln bis Mai gewährleisten die sichere Annahme durchs Wild. Darüber
hinaus fördert die zeitgleiche Düngung mit jährlich 300 kg/ha Thomaskali den
Wohlgeschmack der Blätter und Knollen. Garantierte Erträge von 200 dt/ha. Die oberen Triebe kann man im Juli als Laubheu ernten. Winterraps Stellt keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima.
Neue Futterrapssorten wie Akela und Liratop haben sich als schmackhafte
Äsungspflanzen gut bewährt. Liratop ist als 00-Raps frei von Senföl und
Erucasäure und wird bereits vor Frostbeginn gerne beäst. Akela, als Kreuzung
zwischen Raps und Kohl gilt als hervorragende Winteräsungspflanze. Sie bildet einen
lichten Bestand mit einem geschlossenen Blätterdach und treibt selbst bei früher Aussaat
keine Blüten. Winterrübse Die einjährige Grünpflanze fand ursprünglich nur als
Gründünger im Zwischenfruchtanbau Verwendung. Heute gibt es auch erucasäurefreie
Sorten, wie z. B. Rex, die als winterharte
Futterpflanzen auch vom Wild gerne angenommen werden. Winterrübsen kommen selbst bei
früher Aussaat im 1. Jahr nicht zum Blühen. Winterwicke Die einjährige überwinternde Leguminose stellt nur geringe Ansprüche an Boden und Klima. In Reinkultur ideal als Gründüngerpflanze und als Winteräsung in stark besetzten Rotwildrevieren. Wegen Überwucherungsgefahr sollte sie nur gering dosiert in Mischungen eingemengt werden. Text
und Bilder : Informationen und Bestellungen bei
So lange ich zurückdenken kann, gehörte die winterliche Wildfütterung zu den jagdlichen Selbstverständlichkeiten in den meisten Taunus-Revieren. Anders als heute war seinerzeit das Futterangebot nicht so reichlich wie heute. Als Kinder verdienten wir uns gerne die eine oder andere zusätzliche Mark, indem wir Kastanien und Eicheln für die Wildfütterung sammelten.
Zwei dieser liebevoll während der Jagdzeit meines Vorvorgängers errichteten und betriebenen Fütterungen stehen noch verwaist im Revier. Sie stammen aus einer Zeit, in der die Winterfütterung akzeptiert und geschätzt war. Aus Pietät und auch wegen des gefälligen Bildes habe ich die Fütterungen nicht abgerissen, obwohl sie nicht mehr genutzt werden.. Wesentliche Bausteine des Winterfutters waren Heu und Rüben. Als Leckerbissen gab es dann hin und wieder die eine oder andere Handvoll Futterhafer. Dazu legten wir die Strünke abgeernteter Rosenkohl-Pflanzen aus. Mit dem Wirtschaftswunder blühten auch die heimischen Apfelwein-Keltereien. Als sich herumsprach, wie anziehend der Apfeltrester wirkte, gab es kaum ein Taunusrevier, in dem sich der Trester nicht türmte. Reh- und Rotwild lieben den Apfeltrester und danken für die Trestergaben, indem sie in den Trester-Revieren auch bei hohen Beständen praktisch nicht schälen.
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