Wild-Aesung
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Wild-Äsung

Liebe  Jägerinnen und Jäger !

Es ist mir eine Freude, Ihnen hier Informationen über Reviergestaltung und Äsungsbeschaffung aus berufenstem Munde anbieten zu können. Wildmeister Günter Claußen hat mir gestattet, Texte und Bilder seiner Broschüre hier auf diesen Seiten zu veröffentlichen.
Ich denke, besser kann man Sie nicht informieren.  Für alle weiteren Informationen
und für Bestellungen wenden Sie sich mit einem Klick an die

 

Revierberatungsstelle Wolmersdorf
Kirchsteigweg 11   w   D - 25704 Wolmersdorf

Tel 04832/2094 w  Fax: 04832/2089 
eMail: Info@Wildacker.de

www.wildacker.de

Nachfolgend das Vorwort aus der umfassenden und reich bebilderten Broschüre:

Unsere Saaten sind auf die Bedürfnisse der freilebenden Tierwelt in Feld und Wald abgestimmt. Um dies zu gewährleisten, werden alle Einzelpflanzen und Mischungen auf den von Rehen, Hasen, Wildkaninchen und Fasanen stark frequentierten Versuchsflächen im 10 ha umfassenden Gelände der Revierberatungsstelle und auf den Wildäckern im gemeinschaftlichen Jagdbezirk Wolmersdorf zunächst gewissenhaft auf die Annahme durch das Wild getestet. So können wir garantieren, dass alle unsere Wildäsungspflanzen gut und gerne beäst werden. Die in einem ausgewogenen Verhältnis aus den besten Sorten zusammengestellten Mischungen werden darüber hinaus in zehn über Deutschland verteilt liegenden Versuchsrevieren durch erfahrene Praktiker laufend überprüft. Die dabei gesammelten Erfahrungen fließen bei  Zusammensetzungen der Rezepturen ein und sorgen fortlaufend für eine Verbesserung der Qualität.

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Bei genauer Beobachtung erkennt man, was der Hase liebt und braucht: z. B. Hornklee.

Schließlich lassen sich mit Äsungsgemengen, die von den vorkommenden Wildarten nicht akzeptiert werden, weder Hasen noch Hirsche ans Revier binden. Das trifft übrigens für viele Pflanzen zu; egal, ob es sich um bestimmte Sorten von Winterraps, Rübsen, Klee oder Lupinen handelt. Als Berufsjäger haben wir jahrzehntelang den Hasen, Rehen und Hirschen auf den Äser geschaut und wissen, dass längst nicht jede Rotkleeart gut schmeckt und viele, selbst von Wissenschaftlern empfohlene Wildkräuter und Heilpflanzen wie z. B. Borretsch, Kamille, Vogelmiere oder wilde Möhre vom Wild verschmäht werden. Auf den Ballast dieser, zum Teil sehr teuren Samen als Mischpartner haben wir verzichtet und können heute selbst die von uns zusammengestellte Reh- und Hasengartenmischung als hochwertige Naturapotheke zum vernünftigen Preis anbieten.

Wir werden Ihnen mit unserem umfangreichen Sortiment stets ein zuverlässiger Partner sein. Rufen Sie also an oder mailen Sie uns, wenn Sie Fragen zur Reviergestaltung und Wildhege oder vielleicht auch Probleme mit Ihren Äsungsflächen haben sollten !


Unsere Empfehlung zur Wildackerbewirtschaftung

Flächenwahl

Die Beschaffung geeigneter Flächen bereitet oftmals große Schwierigkeiten, doch lässt sich bei entsprechender Zusammenarbeit mit den Landwirten und Waldbesitzern eigentlich in jedem Revier geeignetes Gelände für die Anlage von Äsungsflächen finden. Im Feldrevier sind es zunächst einmal die zahlreichen Stilllegungsflächen, die sich anbieten. Auch viele Äcker, die erst im Frühjahr mit Mais, Rüben, Kartoffeln, Sommergetreide u. ä. bestellt werden, lassen sich kostengünstig z. B. mit Zwischenfruchtmischungen begrünen. Die Landwirte sind gerne bereit, bodenverbessernde Zwischenfrüchte gleich nach der Getreideernte auszusäen, wenn ihnen der Jagdpächter das Saatgut zur Verfügung stellt. Auch im Schatten des Waldrandes gelegene Grenzertragsböden und unrentable, kleine Ackerflächen kann man bei einigem Verhandlungsgeschick in Pacht nehmen. Schließlich können auch Wegränder z. B. durch Einsaat der Reh- und Hasengartenmischung zu interessanten Äsungsstreifen hergerichtet werden. Oftmals sind Kirche und Kommunen die Grundeigentümer. Beide Institutionen  begrüßen Maßnahmen zur  Lebensraumverbesserung und  sind meist gerne bereit, einzelne Grundstücke zur Verfügung  zu stellen.

Allerdings sollten intakte Biotope, wie z. B. die aus ökologischer Sicht wichtigen Trockenrasenflächen und Feuchtgebiete, nicht in unsere Planungen einbezogen werden. Einfacher gestaltet sich die Flächenbeschaffung im Wald. Neben alten Pflanzgärten, ehemaligen Wiesen sind es vor allem die sonnenbeschienenen Schneisen und die durch Schnee- oder Windbruch entstandenen Blößen sowie Lichtleitungs- und Hochspannungstrassen, die wir nach vorheriger Absprache mit dem Grundeigentümer nutzen können. Selbst auf den grasbewachsenen Freiflächen in lichten Althölzern kann man zusätzliche Äsung bereit stellen. Insbesondere die Bestände der tiefwurzelnden Eichen und Kiefern bieten sich an, um auf Frässtreifen z. B. die Pioniermischung auszusäen.

Die Eignung der einzelnen Flächen lässt sich am besten am vorhandenen Bewuchs beurteilen. Ein starker Grasfilz oder Adlerfarnbestände zeigen an, dass der Boden von guter Qualität ist und dass die Lichtverhältnisse auch für Äsungsmischungen voll ausreichen

EU-Richtlinien für Flächenstilllegungen

 In Deutschland werden rund 1,2 Millionen Hektar Ackerflächen stillgelegt. Davon werden knapp 400.000 Hektar mit nachwachsenden Rohstoffen, wie Raps, Rübsen, Lein oder Sonnenblumen bepflanzt. So verbleiben rund 800.000 Hektar für die Lebensraumverbesserung der freilebenden Tierwelt. Zwar werden die meisten Flächen obligatorisch für ein Jahr stillgelegt, es können aber dieselben Flächen jedes Jahr neu stillgelegt werden, und das wird auch häufig in der Praxis so geregelt. Es muss also nicht mehr rotiert werden. So können nach Rücksprache mit den Landwirten in vielen Fällen mehrjährige Wildacker- oder Dauergrünlandmischungen ausgebracht werden.

Die in der „Agenda 2000“ festgelegten Vorschriften müssen selbstverständlich beachtet werden, um scharfe finanzielle Sanktionen - die der Landwirt allein tragen muss - zu vermeiden.

Die wichtigsten Stilllegungsrichtlinien der EU

  • Der Stilllegungszeitraum beginnt normalerweise am 15.01. und endet am 31.08.

  • Die Mindestgröße der Stilllegungsfläche beträgt 0,3 Hektar. Die Mindestbreite liegt bei 20 Metern.

  • Jede Art der wirtschaftlichen Nutzung ist grundsätzlich verboten.

  • Eine Schwarzbrache während des Stilllegungszeitraumes ist aus ökologischen Gründen nicht zulässig.

  • Eine Selbstbegrünung ist zulässig.  

  • Um eine Bodenerrosion oder die Auswaschung von Nitraten zu verhindern, ist die Aussaat  einer bestimmten Begrünung in Form von nicht ernte- bzw. druschfähigen Mischungen, die ausschließlich der Lebensraumverbesserung der Wildtiere dienen und den Wildschadensdruck vermeiden, bis zum 15. Mai zulässig.

  • Ausgleichsberechtigte Kulturarten, wie z. B. Sonnenblume, Raps und Getreide dürfen nur in  untergeordneten Anteilen in der Mischsaat enthalten sein.

  • Die gezielte Begrünung mit Getreide, Ölsaaten, Eiweißpflanzen, Lein oder bestimmten Körnerleguminosen, wie z. B. Linse, Wicke oder Kichererbse in Reinsaat ist untersagt.

  • Der Aufwuchs, der auf einer Fläche während des Stilllegungszeitraumes heran wächst, darf zwar gemäht, jedoch nicht entfernt oder genutzt werden.

  • Während des Stilllegungszeitraumes dürfen keine Pflanzenschutz- und Düngemittel eingesetzt werden.

  • Die Nutzungsüberlassung als Wildacker muss unentgeltlich  erfolgen.

 

Nachdem wir im ersten Jagdjahr weder Zeit noch Gelegeheit noch Flächen gefunden hatten, Äsungsflächen anzulegen, beginnen wir im Jagdjahr 2006/2007 mit der Anlage der ersten Äsungsflächen. In unserem wichtigsten Einstand steht uns keine Freifläche für die Wildäsung zur Verfügung. Wir nutzen deshalb derzeit nicht genutzte Forstwirtschaftswege. Natürlich müssen wir akzeptieren, dass die Wege jederzeit im Rahmen der forstwirtschaftlichen Nutzung befahren werden
und ihre Nutzung zeitweilig beeinträchtigt sein kann.

Drei kaum benutzte Wege führen durch unsere wichtigsen Einstände. Sie alle eignen sich hervorragend als Äsungsstreifen. Ohne größeren Aufwand können wir auf dieses Weise ca. 5 x 4m x 200m = 4000 qm Äsungsfläche zentral in den Einständen anbieten.

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Wir müssen allerdings damit leben, dass die Forstwege gelegentlich im Rahmen der forstlichen Nutzung befahren werden. Wir gehen davon aus, dass rechts und links und zwischen den Fahrspuren noch eine ganze Menge Äsung erhalten.


Das Thema Wild-Äsung ist in den vergangenen Jahren im neuen Revier
sehr stiefmütterlich behandelt worden. Das wird sich sukzessive ändern.

Schon im laufenden Jagdjahr legen wir den Grundstein
für ein umfangreiches Angebot an Äsungsflächen.

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Wir haben uns schon einmal kundig gemacht.
Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie viele wichtige Informationen rund um die Anlage von Äsungsflächen, über Äsungspflanzen in Reinsaat und Gemischen,
über die richtige Düngung und Pflege.

An dieser Stelle danke ich Wildmeister Claußen, dass ich Texte und Bilder seiner Broschüre und seiner Internet-Seiten www.wildacker.de hier verwenden darf.
Besser kann Sie kaum jemand informieren.
   

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Buchweizen ist über den Sommer ein Magnet für Reh- und Rotwild.

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Buchweizen lässt sich hervorragend zusammen mit Hafer oder Sommerweizen aussäen.
Dabei ist Buchweizen auch eine hervorragende Deckfrucht für Raps und Kohl.
Im Schatten des Buchweizens überstehen die kleinen Pflänzchen die sommerliche Hitze.

Weil Jäger dem Wild möglichst übers ganze Jahr Äsung anbieten möchten, greifen sie immer häufiger zu Mischsaaten. Zusammengestellt von Fachbetrieben haben sich diese Wildackermischungen oder Wildackereintöpfe vielfach bewährt.

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Im Gegensatz zur Lupine (links) wird die Malve (im Bild rechts als Bestandteil einer Äsungsmischung) sehr gern vom Schalenwild angenommen. Die Dauerlupine wird  - zumindest im Taunus - vom Schalenwild nicht als Äsung gesucht. Dennoch säe ich gerne Randstreifen in Wald und Feld mit der Dauerlupine ein. Ihre Blüten spenden Nektar für Bienen und Hummeln, ihre Samen sind bei den Vögeln beliebt. Und für alle Waldbesicher sind sie in der Blütezeit ein wunderschöner Anblick.

Wie sehr der Ertrag eines Wildackers von der Güte des Bodens abhängt, zeigen die drei nachfolgenden Bilder. Während die Wildackerpflanzen in einem Talgrund (Bild links) mit gutem Boden fett und gesund stehen, ist der Aufwuchs auf der Waldlichtung recht kümmerlich. Weil Wald - zumindest hier in Hessen - bevorzugt auf den schlechtesten Böden angesiedelt ist, braucht es lange Jahre, viel Humus und Dünger, um den Waldboden zu verbessern.  

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Auf gutem Boden kann man verlässlich mit 2 kg Grünmasse je Quadratmeter rechnen. Theoretisch reichen da gut 1000 Quadratmeter, um ein Stück Rotwild übers Jahr zu bringen. Theoretisch kann man mit einem 1-ha- Wildacker ein Rudel von 10 Stück Rotwild über den Winter bringen, ohne dass das Wild gezwungen ist, Baumtriebe zu verbeißen und junge Stämme zu schälen.

Ich denke, darüber sollten wir immer wieder nachdenken.

Was Jäger alles tun können, um dem Wild ausreichend natürliche Äsung zur Verfügung zu stellen, werde ich hier nach und nach beschreiben. Ich werde Ihnen von meinen und meinen Beobachtungen berichten.

Natürliche Äsung:

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Der Taunus ist in weiten Teilen von Eichen und Buchen betanden. Entsprechend üppig ist im Herbst die Mast, die von den Bäumen fällt. Eicheln und Bucheckern liegen in September und Oktober wie gesät unter den Bäumen. Steht die Kanzel unter einer mächtigen Eiche, prallen die Eicheln mit lautem Geräusch auf das Kanzeldaach. Das Wild stört sich wenig daran.

Der Kastanien-Weg

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Unter Forstleuten gibt es viele wildliebende und vorausdenkende Jäger. Hier hat einer meiner Lehrprinzen vor nun fast 50 Jahren entlang von Wegen und an den Rändern von Dickungen Kastanienbäume geplanzt. Heute zahlt sich seineVoraussicht aus. Sowohl Wild wie Jäger können hier im Herbst ernten.

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Herbstlich braun leuchten die Kastanien am Waldrand. In jeder Nacht liest das Rotwild die täglich fallenden Kastanien nach. So genährt, kann es feist in den Winter gehen. Für Fährtensucher: Die spitzen Schalen weisen auf Kahlwild oder einen jungen Hirsch hin. Für eine genauer Bestimmung muss man zusätzliche Informationen aus weiteren Tritten holen.

Für den Jäger bietet sich hier die Chance, schon am frühen Abend ein Stück Rotwild, vielleicht sogar einen besonders hungrigen abgebrunfteten Hirsch zu erlegen. Hirsche müssen im späten Herbst nach der Brunft möglichst schnell möglichst viel zulegen, damit sie gut über den Winter kommen.

Im Idealfall ist das Äsungsangebot in Feld und Wald so üppig,
dass die Anlage spezieller Wildäsungsflächen überflüssig wird. Das ist aber nur selten der Fall.

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Auf diesem großen Kleegrasacker findet das Wild auch Ende Oktober noch ein üpiges Äsungsangebot. Das Kleegras steht so dicht, dass das Wild im Liegen äsen könnte. Solch üppige und hochwertige Äsung schätzen insbesondere die abgebrunfteten Hirsche, die noch vor Winteranfang feist aufbauen wollen.

Meist ist das Äsungsangebot knapp und dazu am falschen Platz, so dass wir selbst hand anlegen müssen, um dem Wild Äsungsflächen herzurichten.

Äsungsflächen werden in aller Regel zusammen mit der Jagd vergeben. Es handelt sich dabei selten um hochwertiges Wiesen- oder Ackerland. Meist sind es Flächen in Randöagen mit Grenzertragsböden. Das schadet aber nicht, ist es uns doch daran gelegen, dem Wild Äsung in der Nähe seiner Einstänmde anzubieten. Gelungene Beispiele einstandsnaher Äsungsflächen zeigen die nachfolgenden Bilder. Ich werde mich intensiv und praxisnah mit dem Thema Äsungsflächen befassen.  

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Rund um Revier und Jagdpraxis

Die Haltbarkeit der Samen im keimfähigen Zustand ist bei den einzelnen Pflanzen von unterschiedlicher Dauer; in jedem Fall ist die Zeit der Aufbewahrung begrenzt und auch von der Art der Lagerung abhängig. Nach zahlreichen Untersuchungen erhalten Roggen, Hirse, Gerste, Mais und Linse ihre Keimfähigkeit etwa zwei bis drei Jahre; Raps, Rübe, Kohl, Weizen und Hafer mindestens drei Jahre; Senf, Hanf, Lein und Buchweizen vier Jahre; Wicke, Ackerbohne und Erbse sogar vier bis fünf Jahre.

So können Wildackersaaten, die vom Vorjahr übrig geblieben sind, durchaus noch Verwendung finden, doch sollten sie vor der Aussaat ins Freiland einer Keimprobe unterzogen werden. Man legt zu diesem Zweck 100 Körner zwischen zwei, gut angefeuchtete, leinene Lappen bzw. Löschpapier oder in feuchten Sand auf einen Teller, der mit einer Glasscheibe zugedeckt wird, an einen warmen Ort. Man zählt bei Getreide, Hülsenfrüchten, Klee und Luzerne nach 10, bei Mais, Rüben, Esparsette und Serradella nach 14 und bei den meisten Gräsern nach 21 Tagen, wie viele Samen gekeimt haben.

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Keimlinge von  Buchweizen und Klee

Keim- und Auflaufschäden       

Unsere Saaten werden vor der Auslieferung grundsätzlich auf ihre Keimfähigkeit überprüft. Um etwaige Zweifel von vornherein auszuschließen, empfehlen wir, bei der Aussaat eine kleine Menge für eine eventuell notwendige Keimprobe zurückzubehalten.

Die meisten Auflaufschäden werden durch Umweltfaktoren verursacht. Bei zu früher Aussaat sind niedere Bodentemperaturen ausschlaggebend für schlechte Keimung. Zu flache Aussaat in eine ausgetrocknete obere Bodenschicht kann genauso zu Fehlschlägen führen, wie das zu tiefe Ausbringen kleinkörniger Samen. Oftmals keimen die Pflanzen normal, beim Auflaufen jedoch werden die empfindlichen Keimlinge durch starke Nachtfröste abgetötet. Vielfach verkannt werden die Schäden, die tierische Schädlinge als Verursacher haben. Bei umgebrochenen Wiesen und Brachflächen können die Larven der Wiesenschnake (Tipula) zu Totalausfällen führen. Bei späten Saaten werden insbesondere die jungen Keimblätter der Kreuzblütler wie Kohl, Rüben und Raps bei Hitzeperioden oft innerhalb weniger Tage durch Erdflöhe vernichtet. Auf feuchten Standorten, insbesondere im und am Wald sind häufig Schnecken für den Kahlfraß der jungen Wildackerpflanzen verantwortlich. Die über Tag im Erdreich sitzenden Wege- und Ackerschnecken erkennt man rechtzeitig an den durchlöcherten und durch Schabenfraß geschädigten Blättern. Mit breitwürfig ausgestreutem Schneckenkorn (erhältlich beim Landhändler) lassen sich Totalschäden sicher vorbeugen.

Die  Bodenbearbeitung

Ein Wildacker, der einen guten und gesunden Pflanzenwuchs hervorbringen soll, bedarf einer entsprechenden Vorbereitung. Die ausgewählte Fläche sollte nach Möglichkeit gepflügt, zumindest aber tief gegrubbert werden. Die erforderlichen Vorarbeiten beginnen mit dem Roden eventuell vorhandener Baumstümpfe, dem Absammeln von Steinen und Reisig. Vor dem Pflügen empfiehlt es sich, die Fläche mit einem Mulchgerät zu bearbeiten oder die Grasnarbe mit einer Fräse oder einer Scheibenegge zu zerkleinern. Nach dem Umbruch wird - damit eine feine Krume erhalten bleibt - sofort abgeeggt oder, sofern bei schweren Böden grobe Schollen vorhanden sind, noch einmal gefräst.

Unkrautprobleme

Auf Flächen, die schon jahrelang als Wildäcker genutzt werden, gibt es häufig Unkrautprobleme durch Überwuchern ausgesamter Wildkräuter, wie Klettenlabkraut, Ampfer, Disteln, Melden, Franzosenkraut, Knöterich, Quecken usw. Unkräuter haben allerdings auf Dauer nur dann eine Überlebenschance, wenn sie zur Reife und somit zur Samenausbildung kommen. Das kann man durch gezielte Bearbeitung und richtige Fruchtfolge verhindern, indem man die Äsungsflächen in drei gleich große Teile aufgliedert und zum Beispiel folgende Bestellung vorsieht:

Der Wildacker wird im März/April zunächst gepflügt und gleich danach saatbettfertig abgeeggt. Um frühzeitige Äsung anzubieten, wird der 1. Teil sofort eingesät. Auf diesem Stück bekommt man die einjährigen Unkräuter leicht in den Griff, denn die Fläche wird im Sommer, jeweils bei Blühbeginn der aufwachsenden Disteln usw. zweimal gemäht. Die beiden anderen Teile lässt man etwa 3 – 4 Wochen unberührt liegen. In dieser Zeit sind alle Wildpflanzen aufgelaufen und werden unmittelbar vor Einsaat der geplanten Mischung durch flache Bearbeitung vernichtet. Zur sicheren Bekämpfung, insbesondere auch der Quecken, kann man stattdessen auch eine Behandlung mit „Round-up“ vornehmen. Das Mittel hat bekanntlich keine Bodenwirkung, denn es wird im Boden biologisch als Sauerstoff abgebaut. „Round-up“ ist zudem weder fisch- noch insektengiftig und seine Toxizität ist geringer als die von Kochsalz. Unter Umständen kann auch sofort nach der „Round-up“-Behandlung die Wildackersaat ausgebracht werden. Bei dichtem Bewuchs genügt die breitwürfige Aussaat von Hand. Man wählt dafür eine feinkörnige Mischung wie z. B. CL 1150. Grobkörnige Mischungen sollten gedrillt oder bei Breitsaat mit leichter Saategge eingearbeitet werden. Im folgenden oder zweiten Jahr wird die Gesamtfläche nach dem gleichen Verfahren bearbeitet, dabei aber die positive Wirkung der Fruchtfolge berücksichtigt.

Ein solcher Wildacker bietet ganzjährige Äsung, ohne dass lästige Unkräuter und insbesondere Quecken das Pflanzenwachstum beeinträchtigen.

Düngung

Jeder Boden benötigt Mineralien für die Fruchtbarkeit. Genaue Kenntnis über den Vorrat an notwendigen Grundnährstoffen vermitteln Bodenproben. Auskünfte über das Verfahren erteilen Landhändler und Landwirtschaftsschulen. Nach den Untersuchungsergebnissen werden fehlende Nährstoffe durch Düngergaben ersetzt. Diese Düngung muss also möglichst harmonisch gestaltet werden. Es darf kein Nährstoff fehlen, aber es soll auch keinen im Überfluss geben. Im Einzelnen haben die Grundnährstoffe folgende Wirkungen:

Kalk beseitigt durch Abstumpfen oder Bindung im Boden vorkommende oder entstehende Säuren, die das Pflanzen- und Bakterienleben stark schädigen. Alle Leguminosen sowie Rüben, Weizen, Kohl und Mais verlangen einen gut gekalkten Boden. Stiefmütterchen, Sauerampfer, Storchschnabel zeigen Kalkmangel an. Fehlende Kalkmengen werden am besten in Form von kohlensaurem Kalk (i. d. R. 15-20 dt/ha) ausgestreut.

Das Ausbringen von Kalk auf den Wildacker mittels Großflächenstreuer

Phosphor, meist in Form von Thomasmehl ausgebracht, beschleunigt die Reife und fördert die Korn- und Samenbildung der Pflanze. Besonders Knollenfrüchte, Getreide und Mais sind auf Phosphor unbedingt angewiesen. Für schnelle Wirkung wählt man Superphosphat.

Kali macht Blätter und Knollen der Äsungspflanzen erst richtig schmackhaft. Dieses Mineral muss zur Bildung der Stärke und des Zuckers vorhanden sein, denn alle Pflanzen wie Rüben, Kartoffeln, Topinambur oder Mais, welche viele dieser Stoffe bilden, brauchen reichlich Kali. Er sorgt darüber hinaus für die Zellenausbildung und garantiert somit die Standfestigkeit der Pflanzen. Phosphor und Kali braucht jede Pflanze, und selbst Bio-Landwirte können auf eine Versorgung mit diesem Grunddünger nicht verzichten. Die beiden Nährstoffe werden am besten in Form von Thomaskali ausgebracht.

Stickstoff fördert das Wachstum und den Eiweißgehalt, z. B. bei Raps und Kohl. Bei übertriebener Düngung leiden Standfestigkeit, Reifeprozess und Schmackhaftigkeit. Wildackermischungen mit hohen Anteilen an Klee und ähnlichen Leguminosenanteilen bringen in der Regel ausreichend Stickstoff aus der Luft in den Boden. Bei Vergilbung und schlechtem Wuchs wird Stickstoff in Form von Kalkammonsalpeter oder den schnell wirkenden Kalksalpeter, in der Regel 200 kg/ha, als Kopfdünger verabreicht.


Text und Bilder :
Revierberatungsstelle Wolmersdorf
Kirchsteigweg 11   w   D - 25704 Wolmersdorf

Tel 04832/2094 w  Fax: 04832/2089 
eMail: Info@Wildacker.de

Informationen und Bestellungen bei

www.wildacker.de

 

 

 

Rund um Revier und Jagdpraxis

Nachfolgend lesen Sie Auszüge aus der Broschüre von www.wildacker.de


Warum Wildackermischungen ?

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Mischsaaten haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft. Altbekannt sind Mengkorn, Landsberger Gemenge, Klee-Gras-Mischungen u. Untersaaten. Solche Pflanzenzusammenstellungen bringen auch bei der Wildhege durchaus Vorteile: Die Ausnutzung der gegebenen Standortfaktoren wird verbessert, das Anbaurisiko bleibt relativ gering, denn der Ausfall einzelner Pflanzen wird sofort durch andere kompensiert, die Futterqualität wird positiv beeinflusst, der Ertrag gesteigert und die Nutzung wesentlich verlängert.

Wildackermischungen sind allerdings nur dann sinnvoll, wenn sehr sorgfältig nur solche Pflanzen gewählt werden, die nach ihren Nährstoffansprüchen zusammenpassen, eine gewisse Verträglichkeit untereinander aufweisen und auch tatsächlich vom Wild angenommen werden. Wichtig ist die ausgewogene Dosierung des Samenanteils beim Zusammenstellen der einzelnen Komponenten. Sie muss so bemessen sein, dass sich alle Mischpartner ohne nennenswerten Konkurrenzdruck bis zur Blüte, Frucht- und Samenbildung voll entwickeln können. Die richtige Auswahl der Pflanzen gewährleistet eine oft mehrjährige Nutzung durch das Wild. Gute Wildäsungsmischungen müssen zu jeder Jahreszeit eine entsprechende Anziehungskraft auf die im Revier vorkommenden Wildarten ausüben.

Dafür sorgen im Sommer des ersten Jahres attraktive Kulturpflanzen, wie Flachs, Buchweizen, Klee, Serradella und verschiedene Körnerleguminosen. Im Herbst und Winter stehen frostresistente Kohl-, Raps- und Rübenarten sowie Wintergetreide zur Verfügung. Ab dem zweiten Jahr bieten perennierender Dauerroggen, Westfälischer Furchenkohl und mehrjähriger Klee ausreichend Äsung und gute Deckung.

Wildackermischungen bieten Schutz und Nahrung für die gesamte Fauna

Bewährte Aufteilung eines Wildackers im Niederwildrevier

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Je breiter das Pflanzenangebot, um so höher ist die Anziehungskraft auf das Wild. Schon aus diesem Grunde empfiehlt es sich, mehrere Mischungen nebeneinander auf einer Äsungsfläche anzubauen:

Große Wildäcker werden am besten in vier Teile aufgegliedert, wobei es sich als sehr vorteilhaft erwiesen hat, wenn man die einzelnen Stücke durch Grenzlinien in Form von 3 bis 4 m breiten Topinamburstreifen trennt. Da das Wild bei nassem Wetter, insbesondere nach starken Regenfällen, gerne Freiflächen aufsucht, sollte ein Areal, z. B. der, mit Reh- und Hasengarten- oder Dauergrünlandmischung bestellte Teil des Wildackers, einen möglichst kurzen Rasen aufweisen. Das kurze, junge Grün wird nicht nur von den Hasen mit Vorliebe aufgesucht, auch das Wildgeflügel und die Rehe brauchen solche Flächen zum Sonnenbaden und als Spielwiese.

Das Angebot der Revierberatungsstelle Wolmersdorf  an Wildackermischungen für Hoch- und Niederwild 2003   ( www.wildacker.de )

Dauergrünlandmischung für Rot-, Dam-, Muffel-, Rehwild und Hasen

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Die altbewährte Wildwiesenmischung aus Süßgräsern, dauerhaften Kleearten und   verschiedenen mehrjährigen  Kräutern (Heilkräutern) gedeiht auf allen Böden mit pH-Wertzahlen ab 5 und höher. Saure Böden müssen vor der Aussaat entsprechend gekalkt und mit den Grundnährstoffen Phosphat und Kali (Thomaskali) versorgt werden. Dauergrünlandmischung auf kargem Heidesand im Wild- und HundVersuchs- u. Lehrrevier Lanze, wo es starke Hirsche aber keine Wildschäden gab.

Flugwildmischung ´für Fasanen, Rebhühner,  Tauben, Rehwild            

Schon während der Aufzuchtzeit steht dem Federwild durch die von den Blütenpflanzen zahlreich angezogenen Insekten ein breites Spektrum an tierischer Nahrung zur Verfügung. Bis zum Frühherbst bieten die unterschiedlich reifenden Samenfrüchte abwechslungsreiche Körneräsung. Später bindet zusätzlich ausgestreuter Mais oder Weizen die Fasanen an den deckungsreichen Wildacker.

Ein Schirm aus hochgewachsenem Kohl und Raps sorgt unten für freies Geläuf und von oben für sicheren Schutz. Im Herbst und Winter werden auch Hasen und Rehe geradezu magisch vom wintergrünen Saftfutter angezogen.

Herbst und Winteräsungsgemisch  für Hoch- und Niederwild

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Die vom Wild besonders gern angenommene Mischung erfreut sich bei allen Hoch- und Niederwildjägern zunehmender Wertschätzung. Zwar stellt die Mehrzahl der in hoher Dosierung enthaltenen Gütepflanzen - insbesondere Kohl und Klee - recht hohe Ansprüche an den Boden, dafür aber spenden sie bei entsprechender Düngung reichlich Äsung über das ganze Jahr.  Malve, Phacelia, Klee und Buchweizen ziehen das Wild bereits kurz nach der Aussaat stark an. Im Herbst und im Winter stehen wintergrüner Roggen, Kohl und Futterraps zur Verfügung. Herbstrüben, und Winterrübsen dienen als Notlösung für den Spätwinter. 

Im 2. Jahr sorgen schnell hochwachsender Roggen, Klee und Westfälischer Furchenkohl für eine ausreichende Lebensgrundlage und bieten dem Jungwild sichere Deckung.

Bei geringem Wilddruck spendet das Herbst-  u. Winteräsungsgemisch selbst im 3. Jahr noch ein befriedigendes Nahrungs- und Deckungsangebot.

Herbst-Leguminosen-Mischung

Die früh abgeernteten und danach sofort geschälten Getreide- und Rapsschläge sollten möglichst nicht für 7-8 Monate als nackte Felder der Erosion preisgegeben werden, sondern der freilebenden Tierwelt als Äsungs- und Deckungsflächen zur Verfügung stehen. Die Landwirte jedenfalls sind gerne bereit, diese Mischung als bodenverbessernde und unkrautverdämmende Vorfrucht für nächstjährigen Kulturen wie Mais, Rüben oder Kartoffeln auszusäen.

Dem Schalenwild dienen die hochwertigen Eiweißpflanzen bis tief in den Winter hinein als gierig beäste Herbstmast, die selbst im abgestorbenen Zustand noch gerne angenommen wird.

Zusammen mit frosthartem Winterroggen und Winterwicken steht bis zum Frühjahr Grünäsung und für das Niederwild ein schützender Schirm an Deckung zur Verfügung. Das rechtzeitige Gespräch mit dem Landwirt lohnt sich: Flächen und Einsaat gibt es dann zum Nulltarif.

Leguminosengemisch

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Eine Sommeräsungsmischung, die in Waldrevieren dafür sorgt, dass das Wild nicht so stark in die Feldfluren abwandert.  Durch eine enorme Masseleistung ist sie auch für Kleinflächen sehr lukrativ. Insbesondere die sonnenbeschienenen Schneisenränder lassen sich mit dem Leguminosengemisch in attraktive Daueräsungsflächen umwandeln.

Die überaus begehrten Kleearten und Körnerleguminosen üben eine große Anziehungskraft auf alle Schalenwildarten, einschließlich Schwarzwild, aus. Durch den hohen Anteil an Klee und Luzerne bleibt die Äsungsfläche auch in den Folgejahren interessant.

Die attraktive Sommeräsung bindet den Rehbock an den Einstand

Pioniermischung  für Hoch - und Niederwild

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Gut geeignet für die Ersteinsaat von Schneisen, Blößen und Brachflächen.

Die Mischung enthält eine ganze Anzahl so genannter Pionierpflanzen, die bei entsprechender Nährstoffversorgung mit den Grundmineralien Phosphat, Kali und Stickstoff auch auf Rohböden und armen Standorten ein optimales Wachstum zeigen. Neben dem anspruchslosen Schwarzhafer, der nicht nur standfest ist, sondern sich auch durch seinen süßen und aromatischen Geschmack auszeichnet, gelten die vier ausgewählten Kleearten sowie Serradella, Buchweizen, Malve und Süßlupine als besonders attraktiv.

Im Winter sorgen Kohl, Futterraps, Herbstrüben und Winterrübsen für einen gedeckten Tisch. Insbesondere auf gut gekalkten Böden bietet die Mischung auch im zweiten Jahr ausreichende Äsung bis in den Herbst hinein.

Aus der Blöße im Wald machte  die Pionier mischung eine  gern besuchte Äsungsfläche

Reh- und Hasengartenmischung Naturapotheke und Wildmagnet)

Diese  Mischung erfreut sich größter Beliebtheit bei Hoch- und Niederwild. Die in der Praxis geprüften, zusammengestellten Pflanzenarten und -sorten werden nicht nur den speziellen Ansprüchen der Rehe und Hasen gerecht. Auf den damit bestellten Grünbrachen zieht der lockere Pflanzenverbund auch Rebhühner stark an. Selbst in Hochwildrevieren hat sich die attraktive Äsung bestens bewährt, z. B. wenn es gilt, Wildschäden zu begrenzen oder die Feisthirsche mit besonderen Leckerbissen ans Revier zu binden. Mit Lockäsungspflanzen, Klee, Wildkräutern und Winteräsungspflanzen werden neben energiereichen Eiweißpflanzen zahlreiche Heilkräuter mit hohem Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen angeboten. Es empfiehlt sich, möglichst viele, übers Revier verteilte, kleine Flächen anzulegen.

Schwarzwild-Ablenkgemenge        

Ein Magnet, nicht nur für das Schwarzwild. Im Gegensatz zu Maisäckern und Haferschlägen, die in der Regel schon in wenigen Tagen restlos zerstört werden, zeichnet sich diese Mischung durch längerfristige Anziehungskraft aus. Das abwechslungsreiche Angebot an eiweißreicher Grünäsung und begehrten Körnerfrüchten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten heranreifen, zieht neben den Sauen auch alle anderen Schalenwildarten an. Die Lockäsung dient vor allem als Ablenkung von landwirtschaftlichen Kulturen. Ein hoher Anteil an Rot-, Schwedenklee und Staudenroggen garantiert auch fürs Folgejahr ein gutes Nahrungsangebot.

Sommer- u. Winteräsungsgemisch für leichte Böden

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Diese Mischung eignet sich vor allem für leichte Sandböden und bringt nicht nur gute Sommeräsung. Durch den hohen Anteil an Kleinsamen reduzieren sich Menge und Kosten für die Aussaat. Die meist anspruchslosen Pionierpflanzen zeigen auch auf geringen Standorten einen guten Wuchs und bieten bereits wenige Wochen nach der Aussaat ein interessantes Nahrungsangebot, das bis zum Spätherbst für abwechslungsreiche Lockäsung an Blattgrün und Körnerfrüchten sorgt.

Im Winter stehen die dahin verschmähten Kohl-, Futterraps- und Rübenarten und der wintergrüne Roggen zur Verfügung.

Im 2. Jahr dominieren Westfälischer Furchenkohl, Rot-, Schweden- und Inkarnatklee, Malve und die dann in Ähren schießenden Roggenarten. Der hohe Körnerertrag dieses Wildgetreides bietet bis in den Winter hinein reichliche Herbstmast. Unter günstigen Bedingungen sorgen Roggen und Klee auch im 3. Jahr für gute Äsung.

Die Mischung  vier Wochen nach der Aussaat. Sie bringt auch auf geringen Kiefern standorten ausreichende Äsung

Sommer- u. Winteräsungsgemisch für leichte Böden

Diese Mischung eignet sich vor allem für leichte Sandböden und bringt nicht nur gute Sommeräsung. Durch den hohen Anteil an Kleinsamen reduzieren sich Menge und Kosten für die Aussaat. Die meist anspruchslosen Pionierpflanzen zeigen auch auf geringen Standorten einen guten Wuchs und bieten bereits wenige Wochen nach der Aussaat ein interessantes Nahrungsangebot, das bis zum Spätherbst für abwechslungsreiche Lockäsung an Blattgrün und Körnerfrüchten sorgt.

Im Winter stehen die dahin verschmähten Kohl-, Futterraps- und Rübenarten und der wintergrüne Roggen zur Verfügung.

Im 2. Jahr dominieren Westfälischer Furchenkohl, Rot-, Schweden- und Inkarnatklee, Malve und die dann in Ähren schießenden Roggenarten. Der hohe Körnerertrag dieses Wildgetreides bietet bis in den Winter hinein reichliche Herbstmast. Unter günstigen Bedingungen sorgen Roggen und Klee auch im 3. Jahr für gute Äsung.

Standardmischung A  für Niederwildäcker und Grünbrachen

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Diese, insbesondere zur Begrünung von Ackerflächen geeignete Mischung hat in vielen Revieren zu einer deutlichen Verbesserung der Niederwildbesätze geführt.

Sie liefert über mehrere Jahre, alles was Rehe, Hasen, Fasanen und Rebhühner als Einstand, Kinderstube und Brutplatz so dringend benötigen: abwechslungsreiche Äsung und sicheren Schutz.

Der hohe Anteil an Kohl, Futterraps und Staudenroggen macht den Wildacker zu einem bevorzugten Wintereinstand, insbesondere auch des Rehwildes.

Standardmischung B Blütenzauber

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Eine Mischung für das Niederwildrevier, die Farbe und Leben in die Landschaft bringt. CL 1500 ist besonders geeignet für die einjährige Begrünung, z. B. von Stilllegungsflächen. Ideal für Schalenwild, Niederwild und Fluginsekten, insbesondere auch für Bienen.

Während der Wintermonate gibt es ausreichende Grünäsung, die dann vor allem Rehe und Hasen stark anzieht.

Waldwiesen – Kleemischung  (mehrjährig)

Die aus zehn verschiedenen Kleearten, Süßgräsern, Waldstaudenroggen und Winterkohl bestehende Dauergrünlandmischung gedeiht auf fast allen Standorten, sofern sie nicht staunass sind. Das abwechslungsreiche Pflanzenangebot wird von allen Schalenwildarten, einschließlich Schwarzwild, angenommen.

Auch Hasen, Wildkaninchen, Fasanen, Tauben und Wildgänse schätzen die mannigfaltige Grünäsung. Gut geeignet auch für die Einsaat von Dauerbrachen und als Gourmet- flächen zur Ablenkung der Wildgänse von landwirtschaftlichen Kulturen.

Abwechslungsreiche Daueräsung für alle  Wildarten

Zwischenfrucht-Standardmischung  

Der Anbau von Zwischenfrüchten nach der Getreideernte erlangt in der Landwirtschaft eine zunehmende Bedeutung. Leider aber werden Stoppelsaaten meist nur einseitig in Form von Ackersenf oder Ölrettich ausgebracht. Beide Pflanzen verfrieren beim ersten stärkeren Frost, so dass in der Notzeit keine Grünäsung mehr zur Verfügung steht.

In unserer, seit Jahren bewährten, Zwischenfrucht-Standardmischung finden Schalenwild, Hasen und Flugwild neben guter Deckung hochwertige Winteräsung in Form von zwei Futterrapssorten und einer frostharten Winterrübse. Ackersenf und Ölrettich kommen zwar noch zum Blühen, ein Aussamen ist nach der empfohlenen Aussaatzeit jedoch nicht zu befürchten.

Die tiefwurzelnden Pflanzen sind in dieser Zusammensetzung nemathodenresistent. Sie nehmen überschüssige Nährstoffe auf, bevor diese im Grundwasser versickern, sorgen für die gewünschte Bodengare und gelten somit als gute Vorfrucht für nachfolgende Einsaaten.

Niederwildmischung  (NEU

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Die Entwicklung der Niederwildbesätze bereitet den Jägern zunehmend große Sorgen. Vielerorts treten Hasen, Fasanen und Rebhühner nur noch sporadisch auf und lassen keine Ernte in Form traditioneller Treib- und Suchjagden mehr zu. Es sollte unser aller Anliegen sein, hier für eine Wende zu sorgen. Und diesen Hebel haben wir in der Hand.

Die z. T. beachtlichen Erfolge, die innerhalb der Landesjagdverbände von aktiven Kreisgruppen, Hegeringen und Reviergemeinschaften im Rahmen der Biotopverbesserungsprogramme erzielt wurden, geben Mut zum Hoffen und zum Handeln. In mehreren Hegeringen der Kreisgruppe Dithmarschen/Süd werden in über 20 Revieren seit fünf Jahren alle

Möglichkeiten erfolgreicher Biotophege  praktiziert. Hier hat  u. a. auch unsere neue Niederwildmischung ihre Probe in Testversuchen bestanden. Hasen und Fasanen  liefern wieder gute  Strecken und selbst  Rebhühner sind in  einigen Revieren wieder  in bejagbarer Dichte  vorhanden. Eine Biotophege, die sich lohnt   Die Mischung ist mehrjährig. Lücken, die nach dem Absterben der einjährigen Pflanzen entstehen, werden im Folgejahr durch 14 überwinternde Dauerarten, die sich dann voll entwickeln, ausgefüllt.

EU-Dauergrünbrache (NEU !)

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Die nach den EU-Richtlinien zusammengestellte Dauermischung ist für langjährige Stilllegungsflächen, Streuobstwiesen, extensives Grünland, Wildgehege, Gewässer- und Ackerrandstreifen und Naturschutzflächen geradezu ideal.

Hochwertige Gräser, interessante Kleearten und wichtige Heilkräuter sorgen mit guter Äsung und Deckung für einen abwechslungsreichen Lebensraum der heimischen Tier- und Vogelwelt.

Bei starkem Verunkrauten, insbesondere durch Ackerkratzdisteln kann ein Pflegeschnitt im Juli notwendig werden. Zur Bestandssicherung ist ein zweijähriger Mähzyklus in der Regel ausreichend.

Die Mischung nach einem Pflegeschnitt in der Ackermitte

Schalenwild-Lockäsung    (NEU !)          

Egal, ob es darum geht, den Rehbock anzubinden, den Feisthirsch bis zur Brunft ans Revier zu fesseln oder die Damhirsche und das Muffelwild von den gefährdeten Flächen der Landwirte abzulenken: die neue Mischung besitzt eine magische Anziehungskraft.

Sie ähnelt zwar unserer hervorragend bewährten Reh- und Hasengartenmischung, doch haben wir die Rezeptur nach den speziellen Ansprüchen des Schalenwildes zusammengestellt und schwerpunktmäßig die Lieblingsäsungpflanzen der Rehe und Hirsche ausgewählt und den Anteil der Winteräsungspflanzen erhöht. Die regenerationsfähigen Pflanzen vertragen auch starken Verbiss, so dass sich Pflegeschnitte in der Regel erübrigen. Die Mischung ist garantiert mehrjährig und kann bei entsprechender Düngung im 2. und 3. Jahr sogar noch attraktiver werden.

Die Mischung im 2. Jahr verträgt Verbiss ebenso wie den Schnitt


Text und Bilder :
Revierberatungsstelle Wolmersdorf
Kirchsteigweg 11   w   D - 25704 Wolmersdorf

Tel 04832/2094 w  Fax: 04832/2089 
eMail: Info@Wildacker.de

Informationen und Bestellungen bei

www.wildacker.de

 

 

 

Rund um Revier und Jagdpraxis

Einzelsaaten  für Hoch- und Niederwild

Saatgut, Saat- und Düngeempfehlungen finden Sie im Angebot von  www.wildacker.de

Ackerbohne

Die kleinkörnige Sorte Scirocco wird wegen der geringeren Saatgutkosten und besseren Mischfähigkeit bevorzugt. Schwere Böden sind ideal, doch bei ausreichender Feuchtigkeit gedeiht die 1 m tief wurzelnde Pflanze auch auf leichteren Standorten. Als hochwertiger Eiweißträger ist die Ackerbohne vor allem in Schwarzwildrevieren von großem Nutzen.

Buchweizen

Als anspruchslose Pionierpflanze gedeiht die rasch wachsende Knöterichart selbst auf sauren Sandböden. Buchweizen zählt zu den beliebtesten Lockäsungspflanzen, sollte wegen des geringen Alkaloidgehaltes jedoch nicht in Reinkultur, sondern nur in Gemengen angebaut werden.

Dauerstaudenroggen

Im Gegensatz zu Winter- und normalen Waldstaudenroggen hat der Dauer- staudenroggen den Vorteil, dass er dem Wild als Grünpflanze besser schmeckt und die grannenlosen Ähren im 2. Jahr restlos genutzt werden. Er wächst auf allen Böden; ideal für Mischungen mit anderen Äsungspflanzen.

Eiweißerbse

Stellt nur geringe Ansprüche an den Standort. Als schnell wachsende, eiweißreiche und massenwüchsige Pflanze ist sie als Grün- und Körneräsung bei Haar- und Federwild begehrt. Sie wird am besten in Gemengen mit Stützpflanzen, wie z. B. Hafer (zum Hochranken) angebaut.

Futtermöhre

Gelbe und rote Futtermöhren gedeihen auf leichten bis mittelschweren Böden. Sie sind in der Jugendentwicklung und auch im Herbst unempfindlich gegen niedrige Temperaturen, wurden früher häufig unter Deckfrucht, wie Getreide angebaut, gedeihen also auch in Äsungsmischungen. Rübenkörper und Blattrosette werden mit Vorliebe beäst . Der hohe Karotingehalt wirkt gesundheitsfördernd bei Bekämpfung parasitärer Krankheiten, wie Magen- und Darmwürmer.

Esparsette     

Die mehrjährige Pflanze findet auch auf kargen und trockenen Standorten noch ausreichende Wachstumsbedingungen. Gedeiht nicht auf kalten, nassen und sauren Böden. Auf steinigen Kalkverwitterungsböden, wie Trockenrasen in milden Klimazonen, bietet sie optimale Äsung, die von allen Wildarten gerne angenommen wird.

Gräser - Deutsches Weidelgras

Mehrjähriges, bei Beäsung ständig nachtreibendes Untergras, schatten- verträglich. Besonders geeignet für Dauergrünland und Rasen. Bevorzugt werden schwere Böden in klimatisch günstigen und feuchten Lagen.

Gräser - Goldhafer

Wertvollstes Gras höherer Lagen. Bevorzugt trockene bis mittelfeuchte Standorte, jedoch keine Staunässe. Besonders geeignet für Wiesen, Weiden, Raine, Obstgärten, Ufer. Meidet Schattenlagen. Hochwertiges Heugras.

Gräser - Knaulgras

Ausdauerndes Obergras für alle Lagen bis ins Hochgebirge. Scheut Staunäs- se, ist dafür aber unempfindlich gegen Trockenheit und Beschattung. Wird von allen Tieren gerne gefressen und ist für Mähweiden besonders geeignet.

Gräser - Rohrglanzgras

Höchstertragreiches Obergras für Überschwemmungsgebiete. Das ausdauernde, hochwüchsige Gras bildet auf nicht gemähten Flächen schilfähnliche Deckung. Erträgt mäßige Beschattung. Gutes Futtergras, dass besonders für gern angenommenes Pferdeheu geeignet ist.

Gräser - Rotes Straußgras

Wichtiges Futtergras des Berglandes, gedeiht aber auch in tieferen Lagen wie Heidewiesen, Sandtriften, Rainen bis in Moore und Wälder. Der Wert wird oft unterschätzt. Auch für Rasen gut geeignet.

Gräser - Rotschwingel

Wichtiges Grünlandgras für alle Lagen u. Böden - vom Moor bis zum Fels. Von großer Bedeutung bei Rasenanlagen u. Bodenbefestigung. Für extensiv genutzte Daueräsungsflächen in gut besetzten Hochwildrevieren notwendig.

Gräser - Wiesenlieschgras

Mehrjähriges, ausdauerndes Obergras für Dauergrünland, Raine, Ödland. Gedeiht auf schweren Böden, in feuchten Lagen, Überschwemmungs- gebieten und Mooren. Gut geeignet für Gemische mit Schweden- u. Rotklee. Wird besonders gerne vom Wild im jungen Zustand (nach Mahd) beäst.

Gräser - Wiesenrispe

Landwirtschaftlich wichtigste Wiesenart; nicht besonders anspruchsvoll. Gedeiht in Hochalpen genauso wie im Niedermoor und lichten Wäldern. Wird von allen Tieren immer gerne gefressen. Interessant für Dauerwiesen.

Gräser - Wiesenschwingel

Hochwertiges und viel verwendbares Futtergras, das von allen Tieren gern gefressen wird. Wintergrün und früh austreibend. Der Wiesenschwingel gedeiht bei ausreichender Nährstoffversorgung auf allen Standorten.

Gelbsenf

Die heutigen nemathodenresistenten Sorten spielen im Zwischenfrucht-anbau eine sehr positive Rolle als Deckungspflanzen in kahlen Feldrevieren. Frühe Aussaaten sind nicht zu empfehlen, da ausgereifte Samen zuweilen eine Überwucherung der Nachfrucht zur Folge haben.

Hafer 

Für die Wildhege sind Gelb- und Schwarzhafer interessant. Gelbhafer verlangt bessere Böden und erzielt gute Erträge. Schwarzhafer, der wegen des höheren Zuckergehaltes als Pferdefutter bevorzugt wird, wächst auch auf leichtem Sand. In Reinkultur wirken beide Sorten nur während der Körnerreife anziehend auf das Wild. Sie sollten auf Äsungsflächen stets im Gemenge mit anderen Pflanzen, wie Klee und Serradella angebaut werden.

Herbstrübe

Die als Stoppelrübe bekannte Zwischenfrucht ist anspruchslos und liefert neben Grünmasse eine runde, weiße Knolle. Die Blätter der spätsaat- verträglichen Rübe äst das Schalenwild im Laufe des Herbstes restlos ab, die Knollen werden meist erst im Winter angenommen. Sie ist als Notzeitbrücke in Winteräsungsmischungen unentbehrlich. Bewährt haben sich die tetraploide Samson und die frostharte, grünköpfige Ronda.

Klee - Alexandrinerklee

Einjähriger Klee mit hoher Masseleistung. Liefert in kurzer Zeit hoch- wertige Äsung und eine reiche Blütenpracht. Die Pflanze ist mehrschnittig.

Klee - Bokharaklee (gelber Steinklee)

Der mehrjährige Klee mit hohem Cumaringehalt wird nur geringfügig und zwar wegen seiner Heilkraft von Wildtieren genutzt. Als Honigklee von großer Bedeutung für Bienen und andere Fluginsekten. Die Ansprüche an den Boden sind gering. Ist äußerst trockenheitsverträglich und wird i. d. R. als Gründüngungs- und Pionierpflanze eingesetzt.

Klee - Gelbklee

Mehrjährige Luzerneart, die als Gemengepartner eingesetzt wird. Die auch als Hopfenklee bekannte Sorte stellt geringere Ansprüche an den Standort als der Weißklee, ist trockenheitsresistent und kann auf leichten Böden angebaut werden. Im Vergleich zur Luzerne ist der Gelbklee als Äsungspflanze in Reinkultur weniger gut geeignet.

Klee - Hornschotenklee

Eine sehr ausdauernde, anspruchslose Futterpflanze, die sich besonders für ärmere trockene Böden eignet. Der hohe Wert als Partner einer Klee/Grasmischung liegt in der großen Ausdauer der Trockenresistenz und der Genügsamkeit.

Klee - Inkarnatklee

Der Wert dieser zweijährigen Futterpflanze wird vielfach unterschätzt. Als eiweißspendender Mischpartner des Landsberger Gemenges war sie über Jahrzehnte bekannt. Der dunkelgrüne Klee mit den purpurroten Blütenköpfen ist für alle Böden und Standorte geeignet und zählt zu den vom Schalenwild besonders geschätzten Äsungspflanzen.

Klee - Luzerne

Die Königin der Futterpflanzen verlangt nicht nur hohe pH-Werte, sondern verträgt auch keine Nässe. Tiefgründige Standorte, wie durchlässige Lehm- böden sind ideal. Der „ewige Klee“ ist bei allem Wild beliebt und als Wild- ackerpflanze schon wegen der langen Lebensdauer von großem Nutzen.

Klee - Perserklee

Ideal als Partner einjähriger Äsungsmischungen und für den Zwischenfruchtanbau. Stellt keine Ansprüche an Standort und Boden. Wuchsfreudigkeit und hoher Blattanteil sorgen für reichliche und von allen Wildarten gern angenommene Äsung mit guter Vorfruchtwirkung.

Klee - Rotklee

Sorgt als mehrjähriger Mischpartner für hohe Anziehungskraft auf alle Wildarten. Durch Vervielfachung der Erbanlagen (Ploidzüchtung) sind die Ansprüche an Klima und Boden gering. Rotklee gedeiht auch auf Sandböden. Bewährt haben sich Salino als ausdauernde, blattreiche Sorte mit niedrigem Ligningehalt und Rajah wegen seines hohen Grünmasseertrages und seiner Nemathoden-Resistenz. Beide Sorten sind winterhart.

Klee - Schwedenklee

Der dem Rotklee sehr ähnliche Klee nimmt mit geringen, feuchten Böden fast jeder Art vorlieb. Dauert mehrere Jahre und sät sich selbst weiter. Wird am besten im Gemisch mit Gras und Futterpflanzen angebaut.

Klee - Weißklee

Die schmackhaften neuen Sorten ohne schädigenden Blausäureanteil gedeihen auf fast allen Böden und steigern dort die Bodenfruchtbarkeit. Als Dauerklee sorgen sie viele Jahre für gute Äsung und füllen mit ihren unterirdischen Ausläufern entstandene Lücken im Wildacker aus.

Kohl - Grünkohl

Die winterharte Gemüsepflanze wird in Notzeiten gerne vom Schalenwild angenommen. Der krause Kohl gedeiht auch im Halbschatten bis in 2.000 m Höhe und in jedem Klima. Wird nur im Winter beäst, denn erst durch nied-rige Temperaturen steigt der Zuckergehalt. Um vorzeitiges Vergilben zu verhindern, muss die Pflanze ausreichend mit Stickstoff (200 kg/ha Kalk- ammonsalpeter) versorgt werden.

Kohl - Markstammkohl

Großblättrige Futterkohlsorten, wie z. B. Camaro und Grüner Ring mit geringer Stängeldicke werden insbesondere für Waldreviere bevorzugt. Beide Sorten vertragen Frost bis -10°C. und gedeihen auf allen Standorten auch im rauen Gebirgsklima. Kohl stellt allerdings hohe Ansprüche an die Nährstoffversorgung. Neben Volldünger (Blaukorn) sorgt eine zusätzliche Stickstoffgabe mit Kalkammonsalpeter für reichliche Blattmasse.

Kohl - Westfälischer Furchenkohl

Absolut winterharter Futterkohl. Ideal für Feldreviere, denn bei geringem Wilddruck wächst er im 2. und 3. Jahr weiter und bildet meterhohe Stauden und somit hervorragende Deckungsflächen. Im Wald, wo er meist restlos abgeäst wird, kommt er im zweiten Jahr kaum wieder.

Kulturmalve

Gedeiht auf allen lockeren Böden. Die mehrjährige Heil- und Wildgemüsepflanze bringt mit ihren schönen Blüten Farbe ins Revier und wird mit Vorliebe beäst.

Leinsaat (Flachs)

Öllein stellt keine hohen Ansprüche an den Boden. Es sind vor allem die begehrten Samenkapseln, die diese Pflanze als Partner für Mischungen in Hoch- und Niederwildrevieren interessant macht. Standfeste Stängel sorgen dafür, dass die an Fett, Glykose und Vitaminen reichen Leinsamen bis in den Winter hinein als sehr gesunde Körnernahrung zur Verfügung stehen.

Mais - Körnermais

Gedeiht nur als Monokultur. In Mischungen werden die, im Jugendstadium sehr langsam wachsenden, Pflanzen meist überwuchert. Frühreife Sorten mit geringer FAO-Zahl gewährleisten, dass die Körner voll ausreifen und heruntergetrampelte Kolben nicht sofort verfaulen oder verschimmeln.

Mais - Zuckermais

Gedeiht überall, kommt in unseren Breiten jedoch nur bis zur Teigreife. In diesem Zustand allerdings üben die zuckersüßen Kolben eine große Anziehungskraft auf Schalenwild, insbesondere Schwarzwild aus.

Ölrettich

Erucasäurefreie und nemathodenresistente Sorten werden bevorzugt. Ideal als spätgesäte Gründüngung und zur Futternutzung. Frühe Aussaat führt zur Samenreife (bereitet i. d. Folgejahren große Probleme als lästiges Unkraut).

Phacelia

Die als Bienenweide bekannt gewordene Zwischenfruchtpflanze gewinnt zunehmend auch eine Bedeutung als Futterpflanze in landwirtschaftlichen Gemengen und Wildmischungen. Sie gedeiht auf allen Böden, verträgt Trockenheit und leichten Frost und liefert sehr früh eine vom Schalenwild bevorzugte Blüten- und Grünäsung.

Runkelrübe

Wächst bei ausreichender Wasserversorgung auf allen, selbst klimatisch rauen, Standorten saure und staunasse Böden ausgenommen. Die massen- wüchsige Futterpflanze liefert je nach Boden und Nährstoffversorgung Erträge von 500 - 1.000 dt/ha und stellt somit in Hochwildrevieren große Futtermengen zur Verfügung. Aussaat und Pflege erfolgen nach den, in der Landwirtschaft üblichen, Methoden.

Serradella

Die einjährige Pflanze mit den feinen Fiederblättchen gedeiht auch auf kalkarmen, sauren Standorten. Sie zählte früher zu den beliebten Futter- und Gründüngungspflanzen in der Landwirtschaft. Serradella bringt auch bei niedrigen Temperaturen noch eine enorme Aufwuchsleistung und sorgt somit vor allem im Herbst für eine reichhaltige Eiweißnahrung.

Sojabohne

Bedeutendste Leguminosenart; stellt hohe Klimaansprüche. Da jedoch nicht nur die energiereichen Körner, sondern auch Blätter und Triebe bei Schalenwild u. Hasen hoch begehrt sind, wird sie in Mischungen als Lockäsung mit angeboten. In Reinkultur lohnt der Anbau nur in günstigen Klimabereichen.

Sonnenblume

Stellt keine besonderen Standortansprüche (außer Staunässe). Als Mischpartner und Stützfrucht sehr beliebt. Sonnenblumen sorgen nicht nur für Blütenpracht und Vogelfutter, auch zarte Blätter sind begehrt.

Staudenlupine

Mehrjährige Dauerlupine für alle Böden. Die perennierende Art eignet sich als Deckungspflanze für eine farbenfrohe Begrünung von Böschungen, Wegrändern und Forstkulturen. Das Wild äst nur die Blüten. Blätter und Stängel werden wegen des hohen Alkaloidgehaltes verschmäht. Fördert als Stickstoffsammler den Wuchs junger Bäume und Sträucher.

Süßlupine

Die einjährige bitterstofffreie Lupine gedeiht auf allen Böden, auch im sauren Bereich. Sie übt als begehrte Lockäsung mit hohem Fett- und Eiweißgehalt eine große Anziehungskraft auf das Wild aus. Als bodenver- bessernde Zwischenfrucht und Mischpartner sind die heutigen Zuchstsorten dank hoher Nährwerte und guter biologischer Wertigkeit vielseitig verwendbar. Im Vergleich zu gelben und weißen Sorten ist die blau blühende Boltensia weniger anfällig gegen die Lupinenkrankheit „Antracnose“ und weitaus resistenter gegen Kälte und Frost.

Topinambur

Nach jahrzehntelanger Auslesezucht haben wir eine gelbknollige Sorte ausgebaut, deren Blätter, Stängel und Knollen mit Vorliebe vom Schalen- wild, einschließlich Schwarzwild und Hasen geäst wird. Bei angehäufelten Pflanzreihen schlägt selbst das Rehwild die süßen Knollen heraus. Topinambur ist mehrjährig und gedeiht auf allen Böden bis in Höhen von 1.000 m. Pflanzung mit Pflanzmaschine oder von Hand. Jährliches Umpflügen oder Grubbern im Spätwinter und erneutes Anhäufeln bis Mai gewährleisten die sichere Annahme durchs Wild. Darüber hinaus fördert die zeitgleiche Düngung mit jährlich 300 kg/ha Thomaskali den Wohlgeschmack der Blätter und Knollen. Garantierte Erträge von 200 dt/ha.

Die oberen Triebe kann man im Juli als Laubheu ernten.

Winterraps

Stellt keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima. Neue Futterrapssorten wie Akela und Liratop haben sich als schmackhafte Äsungspflanzen gut bewährt. Liratop ist als 00-Raps frei von Senföl und Erucasäure und wird bereits vor Frostbeginn gerne beäst. Akela, als Kreuzung zwischen Raps und Kohl gilt als hervorragende Winteräsungspflanze. Sie bildet einen lichten Bestand mit einem geschlossenen Blätterdach und treibt selbst bei früher Aussaat keine Blüten.

Winterrübse

Die einjährige Grünpflanze fand ursprünglich nur als Gründünger im Zwischenfruchtanbau Verwendung. Heute gibt es auch erucasäurefreie Sorten, wie z. B. Rex, die als winterharte Futterpflanzen auch vom Wild gerne angenommen werden. Winterrübsen kommen selbst bei früher Aussaat im 1. Jahr nicht zum Blühen.

Winterwicke

Die einjährige überwinternde Leguminose stellt nur geringe Ansprüche an Boden und Klima. In Reinkultur ideal als Gründüngerpflanze und als Winteräsung in stark besetzten Rotwildrevieren. Wegen Überwucherungsgefahr sollte sie nur gering dosiert in Mischungen eingemengt werden.


Text und Bilder :
Revierberatungsstelle Wolmersdorf
Kirchsteigweg 11   w   D - 25704 Wolmersdorf

Tel 04832/2094 w  Fax: 04832/2089 
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Informationen und Bestellungen bei

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Rund um Revier und Jagdpraxis

So lange ich zurückdenken kann, gehörte die winterliche Wildfütterung zu den jagdlichen Selbstverständlichkeiten in den meisten Taunus-Revieren. Anders als heute war seinerzeit das Futterangebot nicht so reichlich wie heute.  Als Kinder verdienten wir uns gerne die eine oder andere zusätzliche Mark, indem wir Kastanien und Eicheln für die Wildfütterung sammelten.

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Zwei dieser liebevoll während der Jagdzeit meines Vorvorgängers errichteten und betriebenen Fütterungen stehen noch verwaist im Revier. Sie stammen aus einer Zeit, in der die Winterfütterung akzeptiert und geschätzt war. Aus Pietät und auch wegen des gefälligen Bildes habe ich die Fütterungen nicht abgerissen, obwohl sie nicht mehr genutzt werden..

Wesentliche Bausteine des Winterfutters waren Heu und Rüben. Als Leckerbissen gab es dann hin und wieder die eine oder andere Handvoll Futterhafer. Dazu legten wir die Strünke abgeernteter Rosenkohl-Pflanzen aus.

Mit dem Wirtschaftswunder blühten auch die heimischen Apfelwein-Keltereien. Als sich herumsprach, wie anziehend der Apfeltrester wirkte, gab es kaum ein Taunusrevier, in dem sich der Trester nicht türmte.

Reh- und Rotwild lieben den Apfeltrester und danken für die Trestergaben, indem sie in den Trester-Revieren auch bei hohen Beständen praktisch nicht schälen.